Gründe, sich zu ärgern, hätte Balingens Trainer Ralf Volkwein gerade genug. Drei Gegentore in der Nachspielzeit kassierte seine Mannschaft in den ersten beiden Saisonspielen der Regionalliga Südwest.

Zwei 1:2-Niederlagen, in Frankfurt und gegen die Hoffenheimer U 23, waren für die TSG Balingen die Folge. Dazu kam eine fahrlässige Gelb-Rote Karte gegen Youngster Jonas Fritschi beim FSV Frankfurt und ein ebenso unnötiger, wenngleich nicht unumstrittener Elfmeter im Heimspiel gegen Hoffenheim 2, verursacht von Fabian Kurth. Und überhaupt, die Schiedsrichter meinten es bisher mit den Schwaben auch nicht gut: In Frankfurt sahen sie vor dem 1:1 ein Foul an Lukas Foelsch nicht und gegen Hoffenheim 2 monierten die Balinger unter anderem den Elfmeter selbst. Für Volkwein war das nämlich keiner. „Wenn du den gibst, musst du drei weitere geben“, sagt er. „Doch das ist abgehakt.“

Weder enttäuscht noch frustriert

Denn, so erklärt Volkwein, nunmehr sei er weder enttäuscht noch frustriert – vielmehr ziehe er Optimismus aus all dem, was seine Truppe bisher gut gemacht habe. Und in der Tat: Da gab es doch einiges. Denn schlecht gespielt haben die Kreisstädter bisher nicht, sie schenkten die Punkte nur in den letzten Minuten jeweils leichtfertig her. Gut möglich, dass dem Team in diesen Situationen die Erfahrung der beiden Routiniers Jörg Schreyeck und Manuel Pflumm fehlte, die den Verein bekanntlich verlassen haben.

Nun dominiert im Abwehrverbund die Jugend. Volkwein lässt dieses Argument nicht gelten. Wenngleich er in der ersten Hälfte gegen Hoffenheim 2 die Zweikampfhärte vermisste. Gerade defensiv habe seine Truppe nämlich nicht viel anbrennen lassen. In Frankfurt habe sie zudem eine tadellose erste Hälfte gespielt, gegen die Kraichgauer zuletzt sei sie nach der Halbzeit aufgeblüht. „Wir hatten in beiden Spielen gute und schlechte Phasen“, sagt der frühere Stürmer. „Die guten müssen wir nun verlängern.“

Fehler ansprechen, abstellen, konzentriert weitermachen

Volkweins Credo daher: Die Fehler ansprechen, abstellen und konzentriert weitermachen. „Für uns ist der Druck in jedem Spiel hoch“, sagt der 46-Jährige. „Man kann von uns nicht erwarten, dass wir jeden Gegner schlagen. Allerdings darf ich erwarten, dass wir uns in den letzten Minuten nicht regelmäßig Gegentore einfangen.“

Gleichwohl: Seine Elf, so Volkweins Eindruck, habe ob der unglücklichen Niederlagen nicht resigniert. Im Gegenteil: Die Mannschaft sei sauer und gewillt, dem Heimpublikum gegen Walldorf die ersten Punkte zu bescheren. „Die Jungs haben die Woche wirklich sehr gut trainiert. Sie greifen sich an die eigene Nase, so muss das sein.“ Vor Walldorf, das vier Punkte sammelte, hat Balingens Coach großen Respekt – auch, weil seine Elf in der Vorsaison beim 0:3 im Hinspiel eine ihrer schlechtesten Leistungen zeigte. Im Rückspiel trennte sich die TSG vom kurpfälzischen Amateurklub dann mit 3:3. „Da war Feuer drin“, erinnert sich Volkwein.

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