Zollernalbkreis Regionalliga: Schwaben schlagen schwache Saarländer

Trotz personeller Probleme setzte sich der Balinger Branchenneuling ungefährdet gegen den ambitionierten SV Elversberg durch.
Trotz personeller Probleme setzte sich der Balinger Branchenneuling ungefährdet gegen den ambitionierten SV Elversberg durch. © Foto: Moschkon
Zollernalbkreis / Marcus Arndt 05.11.2018
Verdient hat die TSG Balingen gegen den ehemaligen Regionalliga Südwest-Meister SV Elversberg mit 2:0 (1:0) gewonnen.

Einzig mit der Chancenverwertung haderte TSG-Coach Ralf Volkwein.

Gegenüber der 0:1-Pleite beim FC 08 Homburg stellte dieser auf drei Positionen um, drehte an den richtigen Stellschrauben. Für den gelbgesperrten Matthias Schmitz rückte Fabian Fecker in die Innenverteidigung – in der Offensive sollten Patrick Lauble und Kaan Akkaya für Akzente sorgen. Sein Gegenüber Horst Steffen, der erst Anfang die Seitz-Nachfolge bei den kriselnden Saarländern mit dem Ziel „Wiederaufbau“ angetreten hat, brachte vier neue Kräfte in der Startelf. „Damit war zu rechnen“, erklärt Volkwein, „ich habe deshalb etwas flexibler aufgestellt, weil wir nicht so richtig wussten, was Elversberg nach dem Trainerwechsel spielt. . .“

Die Taktik des 45-Jährigen griff. Die Kreisstädter erwischten den besseren Start, generierten bereits nach wenigen Sekunden den ersten Standard. Der brachte allerdings nichts ein. „Die Elv“ wirkte nach turbulenten Wochen und schwankenden Leistungen verunsichert, fand offensiv nicht statt und wackelte auch in der Defensive. „Wir hatten in den Anfangsminuten einige Standards gegen uns“, analysiert Steffen, „so gewinnt man keine Spielkontrolle.“ Zumal die Saarländer auch nicht Zweikämpfe kamen.

„Das war einfach zu wenig“, moniert der ehemalige Bundesliga-Profi. Anders der Aufsteiger, welcher nach acht Minuten für den ersten Aufreger sorgte. Marco Kofler holte am Elversberger Strafraum Daniel Seemann von den Beinen – der Freistoß des Ex-Reutlingers aus 18 Metern klatschte allerdings an die Unterkante der Latte. Die TSG investierte mehr, stand defensiv stabil und kontrollierte konsequent das 4:3:2:1-System der Gäste. Nach einem Pflumm-Diagonalball erzielte Seemann den Führungstreffer für die Gastgeber (16. Minute). Die bullige Balinger Offensivkraft zog aus 14 Metern flach ab, netzte unhaltbar für SVE-Keeper Frank Lehmann.

Die kollektive Elversberger Verunsicherung folgte: Lehmann wagte in der Box ein „Solo“ gegen Lauble, das ohne Konsequenzen blieb (17.). Auch ein Handspiel von Kofler nach einer Schuon-Ecke hatte keine Folgen für den Ex-Meister, der häufig limitiert in seinen Möglichkeiten wirkte. Dennoch hatten die Gelb-Roten nach einer kurzzeitigen Orientierungslosigkeit der Balinger Defensivabteilung die Riesenchance zum Ausgleich. Fecker traf das Spielgerät nicht, doch Marcel Binanzer klärte stark gegen Kevin Koffi (42.). Nicht die einzige kritische Situation vor der Pause. Fecker foulte nur kurze Zeit später Sinan Tekerci am eigenen Strafraum (44.) – der Freistoß von Manuel Feil ging aber weit drüber.

Auch nach dem Seitenwechsel drängte Elversberg auf den Ausgleich, Tekerci zirkelte die Kugel jedoch am linken Torwinkel vorbei (46.). Die TSG tat sich in dieser Phase schwer, bekam keinen Zugriff mehr. Die Saarländer wirkten stabiler, waren im Passspiel präziser und präsenter in den Zweikämpfen. Auf der Gegenseite versuchte es Marc Pettenkoffer aus spitzen Winkel (54.) – vergebens. Dann die Riesenlchance für Lauble, der aus kurzer Distanz an Lehmann scheiterte (57.). Dann Pass auf Akkaya. Dieser hämmerte die Kugel an die Latte.

Pures Entsetzen bei den Balinger Protagonisten auf und neben dem Platz. Nicht unverdient: der zweite TSG-Treffer. Nils Schuon düpierte die SVE-Mauer mit einem cleveren, flach getretenen Freistoß (65.) – vorausgegangen war ein Foul von Luca Dürholtz an Lauble. In der Folge ließen die Schwaben viele Möglichkeiten liegen, „und dann kann es schnell noch einmal eng werden, wenn der Gegner trifft“, meint Volkwein, „aber Kompliment an die Mannschaft. Sie hat einmal mehr die Balinger Tugenden auf den Platz gebracht.“

Tore: 1:0 Seemann (16.), 2:0 Schuon (65.).

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