Im Laufe einer Saison gleiche sich alles aus – dies hat Balingens Trainer Ralf Volkwein immer mal wieder betont. Am Samstag folgte ein erster Beweis: Beim FC Bayern Alzenau gelang den der TSG der Ausgleichstreffer in der 90. Minute.

Kaan Akkaya bescherte Balingen mit seinem Tor den ersten Saisonpunkt nach zuvor fünf Niederlagen.

Volkwein weiß um die Gefühlslage seines Gegenübers

Und so fühlte sich Volkwein, nun neben seinem Trainerkollegen Angelo Barletta sitzend, vor allem an die ersten beiden Saisonspiele in Frankfurt und gegen Hoffenheim 2 erinnert, welche die Schwaben jeweils in der Nachspielzeit mit 1:2 verloren hatten. „Ich weiß, wie sich das Unentschieden für euch anfühlt“, sagte Volkwein zu Barletta. „Uns ist es zuletzt oft gleich ergangen.“

Glücklicher Punktgewinn

Für die Balinger, die in Unterfranken wohl ihre bisher schwächste erste Hälfte zeigten, zur Pause mit 0:2 zurücklagen, und auch im zweiten Durchgang spielerisch nicht überzeugten, war es am Ende ein glücklicher Punktgewinn – aber auch einer, den sich die TSG aufgrund des Pechs der letzten Wochen irgendwie verdient hat. „Wenn ein Spiel bei uns normal laufen würde, müsste ich Alzenau nun nicht nur zu einer tollen Leistung gratulieren, sondern auch zu drei Punkten“, urteilte Volkwein. „Fußball kann brutal sein und heute waren wir die Glücklichen.“ Das waren sie.

TSG beginnt mit einer Fünferkette

Denn im ersten Durchgang hatte alles nach der sechsten Niederlage in Folge ausgesehen. Volkwein hatte zunächst ein neues System probiert, ließ defensiv eine Fünferkette spielen und musste nach nicht mal zwei Minute mitansehen, wie einer abgewehrten Ecke des Aufsteigers der Ball noch mal in den TSG-Strafraum kam, von einem Balinger unfreiwillig verlängert wurde und Marcel Wilke die Kugel zum 1:0 einnickte.

Alzenau verpasst das 3:0

„Da war schon wieder alles nichtig, was wir uns vorgenommen hatten“, meinte Volkwein. Schon wieder, weil die Balinger sich auch in der Vorwoche gegen 1. FC Saarbrücken (Endstand: 2:3) gleich zu Beginn einen Gegentreffer einfingen. „Wenn man erneut einen frühen Nackenschlag bekommt, dies in unserer Situation, ist es schwer, zurückzukommen“, sagte Volkwein, der feststellte: „Wir konnten von Glück sagen, dass wir zur Pause nur mit zwei zurück lagen.“

Denn die Alzenauer stellten die spritzigere Mannschaft, die vor allem gefährliche Konter fuhr. In der 27. Minute sorgten Alzenaus Bester für das 2:0: Francesco Calabrese bediente Serkan Firat und der köpfte ein. Kurz darauf hätte Firat, alleine vor Balingens Keeoer Marcel Binanzer, das dritte Tor nachlegen müssen (35. Minute). Es wäre wohl die Entscheidung gewesen.

Ausgleich durch „Willensleistung“

So aber hielten die Gastgeber die schwäbischen Gäste im Spiel. Insbesondere die Hereinnahme vom zuvor lange verletzten Marc Pettenkofer zur zweiten Hälfe gab der TSG Auftrieb und Geschwindigkeit: Der Flügelspieler selbst vergab in der 65. Minute die bis dahin beste Balinger Chance. Auch als Lukas Foelsch per aus der Drehung übers Tor schoss, war der Anschluss nah (72.).

Die TSG drückte und wurde belohnt: Jonas Vogler tauchte hinter dem Rücken der Bayern-Abwehr auf und traf zum 1:2 (84.). Und in der Nachspielzeit war es schließlich Akkaya, dem der Lucky Punch zum 2:2 gelang. Er versenkte einen zu kurz geklärten Ball mit einem sehenswerten Volleyschuss aus 16 Metern (90.). „Das war eine Willensleistung“, sagte Volkwein.

TSG Balingen: Binanzer; Schmitz, Eisele, Vogler, Fritschi (46. Pettenkofer), Akkaya, Schuon, Guarino, Foelsch, Gaiser (70. Seemann), Dierberger (46. Scherer).

Tore: 1:0 Wilke (2.), 2:0 Firat (27.), 2:1 Vogler (84.), Akkaya (90.).

Zuschauer: 520.

Schiedsrichter: Jan Dennemärker (Schwarzenholz).

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