Die Partie vor fast 2000 Zuschauern in der Bizerba-Arena schien gelaufen, beide Seiten hatten sich auf ein eigentlich leistungsgerechtes Remis eingestellt, als Robin Szarka in der 92. Minute noch einmal einen Freistoß in den Balinger Strafraum drosch. Eine Kopfballverlängerung eines Hoffenheimers und der eingewechselte Lukas Zeller brachte seine Fußspitze an den Ball – drin war er, der Knockout.

Schwacher Start

Derweil hätte das zweite Saisonspiel für die Balinger schon viel schlechter nicht beginnen können. Die Volkwein-Elf hatte zunächst Probleme, die schnellen Hoffenheimer in den Zweikämpfen zu stellen. So war Fabian Kurth auf dem Flügel gegen Chinedu Ekene zu spät dran, foulte den Sinsheimer im Strafraum und Andreas Ludwig markierte vom Punkt das frühe 0:1 (9. Minute).

Kurz zuvor hatten die Balinger bereits gezittert, als Domenico Alberico den Ball an die Unterlatte gezimmert hatte und dieser dann auf der Linie aufprallte (7.). Der ein oder andere hatte die Kugel im Tor gesehen – Schiedsrichter Cristian Ballweg verwehrte den Hoffenheimern jedoch den Treffer.

Es sollte nicht die einzige Situation bleiben, in der der Unparteiische im Mittelpunkt stand.

Die Hoffenheimer schienen zu Beginn gedanklich schneller, waren in ihren Aktionen zielstrebiger – und glänzten in den ersten 20 Minuten mit einem schnörkellosen und zielorientierten Tempospiel. Dennoch kamen die Balinger zu ihren Chancen: Zum Beispiel direkt nach dem Gegentor, als Denis Epstein nach einem hohen Ball von Matthias Schmitz auf einmal alleine vor Hoffenheims Keeper Stefan Drljaca stand, aber wegen Abseits zurückgepfiffen wurde (10. Minute).

Da reklamierten die Schwaben, kurz darauf ärgerten sich wieder die Hoffenheimer: Nils Schuon hatte seinen Gegenspieler am Mittelkreis vehement mit dem Körper bedrängt und schickte Patrick Lauble steil. Der Balinger lief von rechts ein und versenkte den Ball im linken Eck – zum 1:1 (15.). Die Sinsheimer Profis hatten ein Foul von Schuon gesehen, Ballweg nicht.

Hitziger Verlauf

Nach dem Ausgleich blieb die Partie hitzig – und wieder sorgte Ballweg für Gesprächsstoff. Nach einem Eisele-Einwurf bekam Lauble im Strafraum die Picke an den Ball, ein „Blauer“ stellte den Körper dazwischen – das Publikum reklamierte Handspiel, der Schiedsrichter zeigte Weiterspielen an (17.).

Die Hoffenheimer blieben bestimmter in ihren Aktionen, doch um ein Haar hätte sich Moody Chana nach einer Freistoßflanke von Balingens Kapitän Nils Schuon in der 21. Minute die Kugel ins eigene Tor geköpft.

Balingen nach der Pause stärker

Deutlich organisierter kam die Volkwein-Elf später aus der Kabine. Epstein, den Volkwein über die linke Außenbahn stürmen ließ, chippte den Ball aufs lange Ecke, da fehlte nicht viel (64.). Lauble mit einer Direktabnahme aus elf Metern sorgte in der 65. Minute für das Highlight.

Dann die dicke Chance zur Führung: Lauble steckte auf Foelsch durch, der legte zehn Meter vor dem Tor nochmals quer auf Epstein – sein Schuss: abgeblockt (67.).

Gleichwohl verlor die Partie zusehends an Tempo. Balingen schmeckte das, die Schwaben wurden sicherer – wenngleich sich noch immer Stock- und Abspielfehler ins Spiel schlichen. Das 1:1 – es war für beide Seiten okay, bis Zeller die Gastgeber um den Lohn brachte.

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