Gegen die Regionalliga-Elf des SC Freiburg hat die TSG Balingen am Samstag mit 1:2 (0:1) verloren. Die Schwaben drohen nun mehr denn je den Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen zu verlieren.

In einer über weite Strecken ausgeglichenen Regionalliga-Partie mit zunächst wenigen Torchancen ließ der Bundesliga-Nachwuchs aus dem Breisgau in einigen wenigen Situationen jene individuelle Abschlussqualität aufblitzen, die den Schwaben im letzten Drittel schlichtweg fehlte. Und diese machten am Ende den Unterschied aus.

Denn während die Freiburger bei ihren beiden hochprozentigen Möglichkeiten eiskalt blieben, scheiterte die TSG, die weiterhin auf den ersten Heim-Punkt wartet, gerade in der zweiten Hälfte reihenweise – dies selbst aus aussichtsreichen Positionen.

Anders gesagt: Dieses Spiel hätten die Württemberger nicht verlieren müssen, hätten sie zum Beispiel einen Knipser im Sturm.

Unglückliche Gegentore

Die beiden Gegentore waren derweil bitter für die Mannschaft von Trainer Ralf Volkwein: zum einen aufgrund des Zeitpunkts, zum anderen ob deren Zustandekommen.

Die fünfte Heimniederlage im fünften Heimspiel: Auch gegen die Freiburger U23 blieb die TSG Balingen punktlos. Bernard Moschkon hat die Szenen vom Spiel eingefangen.

Den Rückstand mussten die Kreisstädter, die bis dahin defensiv gut sortiert gestanden und kaum etwas zugelassen hatten, in der Schlussminute der ersten Hälfte hinnehmen: Kolja Herrmann hatte auf der linken Seite und auf Höhe der Mittellinie zunächst zwei Balinger ausgetanzt.

Dann zirkelte der Freiburger eine weite Flanke passgenau in den Strafraum der TSG, wo der eingelaufene Carlo Boukhalfa im Rücken der Verteidiger den Ball mit viel Wucht tadellos einköpfte – das 0:1 (45. Minute), das topp herausgespielt war und zur Hälfte an Vorbereiter Herrmann ging.

Fehler oder Pech?

Vor dem 0:2 nach rund einer Stunde sprang das Leder bei einem Befreiungsschlag des Sport-Clubs direkt vor Balingens letztem Mann Jonas Fritschi auf. Und der konnte sich kurz hinter der Mittellinie so lang machen wie er wollte – der Ball überflog den Innenverteidiger.

Plötzlich war David Nieland durch und lief alleine auf TSG-Keeper Marcel Binanzer zu, den er mit einem cleveren Lob glänzend zum 0:2 düpierte (58.). Ein Stellungsfehler von Fritschi oder einfach Pech? Von beidem etwas – auf jeden Fall der Genickbruch, den ausgerechnet der Ex-Freiburger mitverantworten musste.

TSG kommt zurück

Nach dem 0:2 verfielen die Gastgeber kurzzeitig in alte Muster, zu still, zu emotionslos agierten sie. In der letzten Viertelstunde jedoch folgte ein leidenschaftliches Aufbäumen der TSG.

Die Heimelf kämpfte, drückte die Gäste in deren Hälfte fest und spielte sich auch nach dem zweiten Gegentreffer etliche gute Chancen heraus – doch verglichen mit dem Gegner fehlte den Balingern im Abschluss einfach die Klasse.

Anschlusstreffer kommt zu spät

Symptomatisch – ausgerechnet der Treffer zum 1:2 in der Nachspielzeit: Die Kreisstädter brauchten nach einer Ecke wenige Meter vor dem Tor drei Anläufe, die allesamt von einem Freiburger auf der Linie geblockt wurden.

Erst der vierte Schütze, Sascha Eisele, hämmerte das Leder aus fünf Metern schließlich in die Maschen. Doch der Anschlusstreffer, der in der 92. Minute fiel, kam zu spät.

Wenig Wechselmöglichkeiten

Problematisch: Von draußen konnte Volkwein am Samstag kaum noch offensive Verstärkung bringen, zu viele Verletzte oder Abwesende (Konz, Gaiser, Lauble, Müller, Gil, Seemann, Guarino) beklagen die Balinger momentan. Nur vier Feldspieler nahmen überhaupt auf der Bank platz.

So kassierte die TSG die siebte Niederlage im neunten Saisonspiel. Das Team um Kapitän Nils Schuon, Tabellen-16. mit vier Punkten, droht und nun mehr denn je Abstand zum sicheren Mittelfeld der Tabellen zu verlieren.

TSG Balingen: Binanzer; Eisele, Schmitz, Fritschi, Akkaya, Schuon, Pettenkofer, Foelsch, Epstein, Huss (66. Dierberger), Scherer (81. Kurth).

Tore: 0:1 Boukhalfa (45.), 0:2 Nieland (58.), 1:2 Eisele (90.+2).

Schiedsrichter: Fabian Schneider (Grafschaft).

Zuschauer: 907.