Burladingen Keine Kabinen für die Kicker

Fußballspielen ist im Burladinger Tiefental-Stadion weiterhin möglich. Umziehen und duschen müssen die Kicker allerdings zu Hause. Denn die Kabinen sind von der Stadtverwaltung gesperrt.
Fußballspielen ist im Burladinger Tiefental-Stadion weiterhin möglich. Umziehen und duschen müssen die Kicker allerdings zu Hause. Denn die Kabinen sind von der Stadtverwaltung gesperrt. © Foto: Fuhrmann
Burladingen / Anna Wittmershaus und Matthias Badura 10.04.2018
Der 1. FC Burladingen muss zurzeit auf Umkleideräume verzichten. Die wirft dem Klub unsachgemäßen Umgang vor.

Umziehen müssen sich die Burladinger Kicker und auch deren Gegner zurzeit zu Hause. Auch Duschen stehen dem FCB gerade nicht zur Verfügung. Die Stadt Burladingen hat die Umkleiden gesperrt.

Am 4. April bekam der Klub aus dem Fehlatal die Nachricht, dass er bis zum 20. April die Umkleideräume beim Tiefental-Stadion nicht nutzen dürfe. Laut FCB-Funktionär Wilhelm Scheu werfe die Stadt dem Verein „unsachgemäßen Umgang“ vor. Anders ausgedrückt lautet der Vorwurf: Die Fußballer aus der Fehlastadt machen zu viel Dreck und putzen diesen nicht weg. Das stößt bei den Verantwortlichen des Fußball-Vereins auf wenig Verständnis.

„Wir können nicht nach jedem Training beziehungsweise Spiel die kompletten Räume so sauber putzen, dass wir die Forderung der Stadt erfüllen können“, erklärt Scheu. Sicher habe man auch Fehler gemacht und auch mal das Licht oder die Heizung versehentlich angelassen. „Wir weisen aber unsere Trainer und Betreuer immer wieder daraufhin, die Kabinen nach der Benutzung nochmals zu kontrollieren“, so Scheu.

Das Problem mit den Umkleiden sei nicht neu, erzählt der FCB-Funktionär. Bereits seit rund zwei Jahren seien die Umkleiden und deren Zustand ein Thema bei der Stadt. Man habe daher vor einiger Zeit einen Dienstleister damit beauftragt, die Umkleiden zweimal pro Woche zu reinigen, sagt Scheu. „Mehr können wir nicht tun“, so der Fehlastädter. Dieser Service koste den 1. FC Burladingen monatlich „verdammt viel Geld“, meint Scheu. Man wolle nun das Gespräch mit der Stadt suchen und schnell eine Lösung finden.

Die Rasenflächen darf der ehemalige Landesligist unterdessen nutzen, doch ohne Umkleiden ist der Spielbetrieb trotzdem beeinträchtigt. So ziehen sich aktuell die Kicker der ersten und zweiten Mannschaft zu Hause um. Auch die Gegner müssen sich nach einer Alternative umsehen. So trafen sich die Bezirksliga-Spieler des SV Rangendingen am Sonntag vor der Partie beim FCB erst auf dem eigenen Sportplatz, um dort die Umkleiden zu nutzen. Im Fußball-Dress machten sie sich dann auf nach Burladingen. „Das hat viel Zeit gekostet und war keine optimale Spielvorbereitung“, sagt SVR-Trainer Birkan Madran. Die zweite Mannschaft der Fehlastädter hat es im Spielbetrieb bereits zweimal getroffen. Denn diese war am vergangenen Donnerstag und Sonntag zu Hause gegen Weilheim/Friedrichstraße und Melchingen im Einsatz.

Laut Scheu habe man dem Verein schriftlich mitgeteilt, dass die Umkleiden bis zum 20. April gesperrt seien. Die Stadtverwaltung kündigte derweil an, dass man am Donnerstag in der Gemeinderatssitzung nun über das weitere Vorgehen verhandeln werde. Dort wird das Thema zur Sprache kommen.

Berthold Wiesner, Beigeordneter der Stadt Burladingen, stellte unterdessen klar, dass es sich nicht um eine Entscheidung des Bürgermeisters Harry Ebert handle – sondern um eine, die er und Helmut Walz, leitender Mitarbeiter des Bauamtes getroffen haben. Schon mehrfach habe man die Zustände in der Umkleidekabine thematisiert und mit Konsequenzen gedroht.