Nach dem hart erkämpften – und mit der Verletzung von Marc Pettenkofer (Kreuzband- und Innenbandanriss) teuer erkauften Pokalerfolg in Stuttgart musste die TSG Balingen die nächsten Nackenschläge hinnehmen.

Das verbliebene Häuflein aus dem so arg dezimierten Kader der Balinger haderte am Ende vor allem mit zwei strittigen Schiedsrichterentscheidungen. Das Unternehmen Klassenerhalt wird bei nun acht Punkten Rückstand auf den wohl zur Rettung reichenden 14. Platz ein schwieriges Unterfangen.

Patrick Lauble auf der Bank

Dabei hatte sich der Tabellen-16. der Regionalliga Südwest beim hessischen Traditionsverein lange Zeit ansprechend präsentiert. Mit nur 15 Feldspielern angereist – Patrick Lauble saß zwar auf der Bank, war laut Trainer Ralf Volkwein aber noch keine Option –, suchte die TSG vor 4555 Zuschauern mutig den Weg nach vorne, am Ende standen 8:1 Ecken als Zeichen des Offensivwillens. Dazu kamen vor der Pause zwei gefährliche Torabschlüsse von Denis Epstein (29. Minute) und Lukas Foelsch (38.). Zur Geschichte der ersten Hälfte gehörte auch einiges Glück bei Offenbacher Großchancen.

Strittige Entscheidung

Moritz Hartmann (9.) köpfte vorbei, Jakob Lemmer schoss aus kurzer Distanz drüber (24.). Und dann rettete Nils Schuon mit einer überragenden Grätsche bei Hartmanns Schuss (28.). Die Balinger verteidigten so mit Glück, Geschick und Leidenschaft ein 0:0 zur Pause. Und wer weiß, was passiert wäre, wenn Schiedsrichter Nikolai Kimmeyer (Karlsruhe) in der 16. Minute auf Platzverweis für Offenbachs Torwart Dominik Draband entschieden hätte. Daniel Seemann war urplötzlich nach feinem Pass in die Tiefe frei durch. Draband blockte die Kugel weit außerhalb des Strafraums ab – nach Ansicht der Balinger klar mit der Hand.

Denis Epstein regt sich mächtig auf

Doch Kimmeyer und sein Linienrichter entschieden nach kurzer Beratung auf Weiterspielen, was Denis Epstein mächtig erzürnte. „Der Schiedsrichter hat das Spiel mitentschieden“, ärgerte sich der Stürmer, der in der Saison 2007/08 für den OFC in der zweiten Liga auflief: „In so einer Szene muss man auch mal die Eier haben, Rot zu zeigen. Wir haben als kleiner Amateurverein nicht die Lobby.“ Epsteins Ärger war verständlich, schließlich stand Kimmeyer auch beim 0:1 im Zentrum der Kritik.

TSG ohne Torgefahr

Fabian Kurth sah wie Foelsch wegen Reklamierens die Gelbe Karte – und in der 54. Minute Gelb-Rot, als er an der Mittellinie Nejmeddin Daghfous am Konter hinderte. Seemann hatte kurz vor dem Platzverweis aus fünf Metern die Chance zum Ausgleich, scheiterte aber an Draband (53.).

Die Balinger ließen sich auch von diesem Nackenschlag zunächst nicht entmutigen, holten weiterhin Ecke um Ecke heraus. Richtig gefährlich wurden sie aber mit Ausnahme eines Schusses des eingewechselten Enrico Huss (79.) nicht mehr. Da aber führten die Gastgeber bereits 2:0 durch Hartmanns Volleyschuss (75.). Die lange im Verwaltungsmodus agierenden Offenbacher erhöhten schließlich durch Matias Pyysalo (84.) sogar noch auf 3:0.

TSG Balingen: Hauser; Eisele, Gaiser, Seemann (73. Scherer), Schuon, Cabraja (65. Fritschi), Dierberger (44. Huss), Foelsch, Schmitz, Epstein, Kurth.

Tore: 1:0 Rodas (47.), 2:0 Hartmann (75.), 3:0 Pyysalo (84.).

Gelb-Rote Karte: Kurth (54./B.).

Schiedsrichter: Nikolai Kimmeyer (Karlsruhe).

Zuschauer: 4555.

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