Zollernalbkreis Ehrenamtspreis: TSV Trillfingen auf Platz 1

Rückwirkend für das Jahr 2017 hat der Fußball-Bezirk Zollern in Balingen Ehrenamtliche und Vereine für ihr Engagement ausgezeichnet.
Rückwirkend für das Jahr 2017 hat der Fußball-Bezirk Zollern in Balingen Ehrenamtliche und Vereine für ihr Engagement ausgezeichnet. © Foto: Moschkon
Zollernalbkreis / Anna Wittmershaus 06.02.2018
Der Fußball-Bezirk Zollern hat drei Vereine und elf Einzelpersonen für ihr Engagement ausgezeichnet.

Sie stehen meistens im Hintergrund und leisten dort wichtige Arbeit für die Vereine: die ehrenamtlichen Helfer. Der Württembergische Fußball-Verband und der Bezirk Zollern würdigen diese einmal im Jahr mit einem Preis.

„Wir nehmen uns heute Zeit für diejenigen, die sich das ganze Jahr über Zeit für ihren Verein nehmen“, mit diesen Worten eröffnete Wolfgang Haug die Verleihung des WFV-Ehrenamtspreises. Der Vorstand des Fußball-Bezirks Zollern zeichnete in der VIP-Lounge der Bizerba-Arena in Balingen drei Vereine und elf Einzelpersonen für ihr Engagement aus. „Das ist nur die Spitze des Eisbergs“, betonte Haug. Im Bezirk würden sich viele in ihrer Freizeit in den Vereinen einbringen, aber nicht alle würden sich auch für den Ehrenamtspreis bewerben, so der Fußball-Funktionär. „Man kann nur erahnen, wie viele Stunden da zusammenkommen“, meinte Haug. Man könne viel über das Ehrenamt sagen, fand Margarete Lehmann, die den Württembergischen Fußballverband (kurz: WFV) vertrat, „wichtig ist aber, dass man auch etwas tut.“

Ähnlich wie bei einem sportlichen Wettbewerb, gibt es beim Vereins-Ehrenamtspreis auch Platzierungen. Rang eins bis drei werden vom WFV mit Sachpreisen und Gutscheinen honoriert. Den dritten Platz belegte der TSV Benzingen. Der Verein, dessen erste Mannschaft in der Kreisliga A 1 spielt, hat seine Duschen saniert und zudem eine Rasenbewässerungsanlage installiert. „Ich war beeindruckt von eurer Bewerbung“, erklärte Bezirksvorstand Haug. „Ihr habt einen echt tollen Zusammenhalt“, so der Grosselfinger weiter.

Platz zwei ging an den FC 07 Albstadt. Der Fusionsklub aus Ebingen und Tailfingen hat ein Konzept für Gewaltprävention entwickelt mit dem sexuelle Gewalt im Verein verhindert werden soll. Zudem ist dem FC 07 auch die Wertschätzung der Helfer wichtig. Um diese zum Ausdruck zu bringen, wurde ebenfalls ein Konzept entworfen. Den ersten Platz räumte bei den Vereinen der TSV Trillfingen ab. Der Bezirksliga-Vize hat unter anderem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Vereinsheims angebracht. Außerdem hat der TSV eine Typisierungsaktion für Knochenmarkspender durchgeführt. Drei Mitglieder konnten so schon einem Menschen, der an Blutkrebs erkrankt war, helfen. „Da sind wir sehr stolz drauf“, sagt Simon Fecht aus dem Vorstand des TSV.

Bei den Einzelpersonen wurde Alexander Jerg von der TSG Balingen zum Bezirkssieger gekürt. Jerg ist seit 35 Jahren bei dem Balinger Verein ehrenamtlich tätig. Er akquirierte die Spenden für das TSG-Vereinsheim, dessen Planung und Bau der 54-Jährige quasi allein bewältigte. Für seine Arbeit im Jugendbereich wurde Daniel Ruf von der Spvgg Leidringen mit dem Sonderpreis „Junges Ehrenamt“ vom Deutschen Fußball-Bund (kurz: DFB) ausgezeichnet. Ruf leitet in Leidringen den Jugendbereich und ist zudem als Nachwuchstrainer tätig. Er hat für die Spvgg unter anderem ein Jugendkonzept ausgearbeitet und organisiert Turniere und Ausflüge. Neun weitere Ehrenamtliche wurden zudem mit einer DFB-Uhr für ihr Engagement gewürdigt. Ausgezeichnet wurden Carina Diller (SV Unterdigisheim), Erika Mattes (SV Schwenningen) Manuel Klaas, Heiko Jakob (beide FV Rot-Weiß Ebingen), Anton Hoch (TSV Boll), Jörg Roppel (FC Winterlingen), Friedbert Dieringer (FC Grosselfingen), Rolf Gläsel (TSV Harthausen) und Erich Herter (TSV Laufen).

Viele Vereine verzichten auf eine Bewerbung

Seit acht Jahren zeichnet der Württembergische Fußballverband Vereine mit dem Ehrenamtspreis aus. In jedem der 16 Bezirke werden bis zu drei Vereine ausgezeichnet. Prämiert werden die Klubs, die sich abseits des Ligabetriebs engagieren, beispielsweise durch das Sanieren des Sportheims oder durch die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten in verschiedenen Bereichen. Auf die Gewinner warten jedes Jahr neben Gutscheinen und Geldpreisen auch Fuß- und Futsalbälle sowie Trikots und Trainingsutensilien. Der erste Sieger bekommt außerdem noch einen Wimpel. „Ohne Ehrenamtliche gäbe es keine Vereine“, sagt Wolfgang Haug. Der Vorstand des Fußball-Bezirks Zollern bedauert, dass nicht alle Klubs, die viel tun, sich auch für den Preis bewerben. „Die Vereine leisten wahnsinnig viel, aber wenn es um sowas geht, bewerben sie sich nicht. Das ist echt schade“, findet Haug. Ein Grund dafür sei sicher der Zeitmangel. „Wir haben festgestellt, dass Ehrenamtliche immer im Stress sind und eigentlich nie Zeit haben, um die Bewerbung auszufüllen“, so der Fußball-Funktionär. Das sei bedauerlich, denn so sei es schwer, die Arbeit der Vereine und deren Mitglieder wertzuschätzen. Zudem ehren die Bezirke auch eine Einzelperson für ihr Engagement. Auch dafür muss aber eine Bewerbung ausgefüllt werden.