Balingen Euphorie muss TSG tragen

Die Balinger Regionalliga-Kicker verpassten einen Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim 2 nur knapp. Am Sonntag reisen Matthias Schmitz (hinten) und Nils Schuon (rechts) mit ihren Teamkollegen ins hessische Dreieich.
Die Balinger Regionalliga-Kicker verpassten einen Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim 2 nur knapp. Am Sonntag reisen Matthias Schmitz (hinten) und Nils Schuon (rechts) mit ihren Teamkollegen ins hessische Dreieich. © Foto: Eibner
Balingen / Marcel Schlegel 10.08.2018
Nach dem 0:0 gegen Hoffenheim 2 geht es für die Balinger am Sonntag (14 Uhr) ins hessische Dreieich.

Eigentlich befindet sich die TSG Balingen in ihrer ersten Regionalliga-Saison auf einer aussichtslosen Mission. Ihre Gegner verfügen über mehr finanzielle Mittel, eine bessere Infrastruktur und gehen meistens nur einem Job nach.

Mehr Geld bedeutet mehr und vermeintlich bessere Spieler, zumindest lukrativere Transferoptionen; eine bessere Infrastruktur spiegelt sich ferner in optimalen Trainingsbedingungen wider; und wer sich nur auf den Fußball konzentrieren muss, kann intensiver trainieren, besser regenerieren und hat den Kopf frei. Oder wie es Kapitän Manuel Pflumm am Mittwoch nach dem 0:0 im zweiten Heimspiel der Saison gegen die U23 der TSG 1899 Hoffenheim ausdrückte: „Die trainieren zweimal am Tag und können sich zwischendurch erholen. Ich bin um sieben bei der Arbeit, damit ich um 14 Uhr ausstempeln kann, weil ich am Abend kicke oder trainiere – das ist dann schon ein Unterschied“, so der 33-Jährige. „Wir müssen lernen, mit unserer Situation umzugehen und das Beste draus zu machen.“

Wie also will der Aufsteiger diese Lücken schließen? „Es ist ein schwieriger Spagat“, sagt Trainer Ralf Volkwein zunächst. Dann betont er: „Den Qualitätsunterschied können wir eigentlich nur über Kampf, Einsatzbereitschaft und über die Motivation, das Unmögliche zu schaffen, neutralisieren.“ Doch das kostet Körner. Das haben die Kreisstädter auch nach dem euphorischen Hoffenheim-Auftritt vom Mittwoch gemerkt. Die Kraichgauer hatten sie dominiert, aber sich für ihre starke Leistung nicht belohnt. Das ist gefährlich und führt zur anderen Seite des von Volkwein beschriebenen Spagats: Denn zu viel sei ebenfalls kontraproduktiv. „Wir müssen das optimale Verhältnis aus Belastung und Regeneration finden. Sonst gehen uns irgendwann die Körner aus. Und dann muss uns die Euphorie tragen.“ Diese aber bleibt nur in Balingen, solange die TSG auch erfolgreich bleibt.

Bisher ging die Rechnung auf, doch nun haben die Englischen Wochen begonnen, in denen die Mehrbelastung den Balingern noch mehr in die Knochen gehen dürfte als manchem gegnerischen Profiverein. Nach dem Hoffenheim-Heimspiel vom Mittwoch wird die TSG nun diesen Sonntag (14 Uhr) beim Mitaufsteiger SC Hessen Dreieich erwartet. „Bisher halten die Jungs konditionell mit. Auf lange Sicht aber müssen sich die unterschiedlichen Voraussetzungen irgendwie auswirken.“ Für Volkwein ein Teufelskreis. Die Devise daher: frühstmöglich zu punkten, noch bevor sich die vielfach neu zusammengestellten Teams der Regionalliga Südwest spielerisch gefunden haben und die Balinger konditionell angeschlagen sind. Der Vorteil der TSG: ihre Eingespieltheit.

Dies zeigte sich auch gegen Hoffenheim. Und darauf wollen die Württemberger auch am Sonntag setzten. Dann sollen die Saisonzähler fünf bis acht folgen. Seine bisherigen drei Partien hat das von Eintracht-Legende Rudi Bommer trainierte Team allesamt verloren, der Klub ist Tabellenletzter. Im Klartext: Auf dem Papier gehen die Kreisstädter im Hessischen sogar als leichter Favorit auf den Rasen. Wenn denn die Beine der TSG-Spieler nicht allzu schwer sind.

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