Gleich zum Saisonauftakt hat die TSG Balingen in der Oberliga ein Derby vor der Brust. Dabei geht es für das Team von Chefcoach Ralf Volkwein zum württembergischen Rivalen SSV Reutlingen 05. Zum ersten Mal war im Hinblick auf die für die TSG heute um 19.30 Uhr im Reutlinger Stadion an der Kreuzeiche beginnende Punktspielsaison auch Marc Schuster in die Belange der Oberliga-Mannschaft involviert.

Der Grosselfinger lobt das Vorgehen von Oberliga-Trainer Volkwein, dem neuen Landesliga-Coach Darko Toth und dem gesamten Trainerteam, die die zurückliegende Vorbereitung mit der ersten Mannschaft und der U 23 gemeinsam bestritten haben. „Hierdurch wurde der Konkurrenzkampf zusätzlich angefacht“, meint der Spielleiter. „Spieler der bisherigen U 23 haben so die Möglichkeit erhalten, sich mit den bisherigen Oberliga-Spielern zu messen.“ Auch eine kontinuierliche und hohe Trainings- und Testspielbeteiligung sei durch die Überwindung dieser strikten Kader-Trennung erreicht sowie das Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt beider Teams gestärkt worden. „Das war alles in allem seine sehr gute Entscheidung“, findet Schuster.

Der TSG-Funktionär freut sich auf das heutige Württemberg-Derby. Der SSV 05 hat eine Zittersaison hinter sich. Erst in den letzten Zügen schaffte der Ex-Bundesligist als Elfter den Oberliga-Erhalt, nachdem er sich im April von Georgi Donkov getrennt und als Nachfolge-Trainer Jochen Class installiert hatte. Class war vom VfL Pfullingen gekommen, bei dem Balingen vor Wochenfrist das Erstrunden-Spiel im WFV-Pokal mit 2:0 für sich entschied. Die „Nullfünfer“ erreichten im württembergischen Landespokal eben-falls die zweite Runde, sie behaupteten sich gegen die SV Böblingen mit 5:0.

„Der ,neue’ SSV ist nach dem Weggang von Manager Maurizio Gaudino und der Entlassung von Trainer Donkov von dem Gedanken abgekommen, sich nahe am Profifußball aufzustellen, das heißt unter anderem, viele externe Spieler aus ganz Deutschland, teilweise sogar europaweit zu verpflichten und die Trainingsquantität in Richtung Profitum auszuweiten“, hat Schuster bemerkt. Unter dem neuen Vorstandsteam um Michael Schuster sollen in Reutlingen wieder vermehrt Spieler aus der Region, die sich mehr mit dem Verein identifizieren, verpflichtet werden. „Mit Jochen Class haben die Reutlinger zudem einen Trainer, der ebenfalls aus der Region kommt und gut vernetzt ist.“ Finanziell müsse Reutlingen, so sei ihm zu Ohren gekommen, kleinere Brötchen backen, sagt Marc Schuster, doch er relativiert: „Ich würde das nicht auf die Goldwaage legen. Die Mannschaft ist deutlich stärker als es der letztjährige Tabellenplatz es aussagt und auch die aktuellen Neuzugänge sind durchaus namhaft in der Region.“

Schuster glaubt, dass die TSG das Derby heute Abend für sich entscheiden wird. Er tippt auf einen Sieg für die Balinger Elf. „In einem Derby wird es wie immer entscheidend sein, wer bereit ist, mehr einzubringen“, so der Spielleiter. „Unbedingter Wille und Einsatzbereitschaft sind die Grundtugenden, die man in einem Derby an den Tag legen muss, um Erfolg zu haben.“

Respekt haben übrigens auch die Reutlinger vor den Balingern. Angesprochen auf die möglichen Titelfavoriten sagte SSV-Trainer Class unlängst: „Ich kenne viele Teams, die TSG Balingen schätze ich hoch ein, genau wie Spielberg. Das ist einer der vier Absteiger, von denen ich noch den SC Freiburg 2 und Bahlinger SC zu den Favoriten zähle. Auch der FSV Bissingen und der Karlsruher SC (zweite Mannschaft, d. Red.) sind zu beachten.“

 

Gradmesser für die Kreisstädter

Im Großen und Ganzen gefiel Trainer Ralf Volkwein, was seine Oberliga-Truppe im ersten Pflichtspiel vorigen Samstag beim VfL Pfullingen zeigte. Die TSG Balingen gewann das WFV-Pokalspiel beim Verbandsliga-Aufsteiger souverän mit 2:0 und das, obwohl Volkwein auf zahlreiche Stammkräfte aus der Vorsaison verzichten muss-te. „Die Leistung war in Ordnung“, meinte der Coach. „Wir wollten weiterkommen und haben uns den Einzug in die zweite Runde auch verdient.“ Heute um 19.30 Uhr treffen die Kreisstädter am ersten Oberliga-Spieltag auswärts auf den SSV Reutlingen 05. „Das wird ein erster echter Gradmesser, danach sehen wir, wo wir stehen“, so Volkwein, dessen Mannschaft inklusive der Testspiele nach der Sommerpause nur eine Partie verloren hat. „Die Reutlinger haben eine Top-Elf und richtig viel Qualität in ihren Reihen.“ Trotz des Respekts vor dem württembergischen Prestige-Rivalen lässt Volkwein heute auf Sieg spielen. Das Ziel sei es, „erfolgreich in die Oberliga-Runde zu starten“, sagt er. „Wenn wir direkt zum Ligastart drei Punkte aus Reutlingen mitnehmen könnten, wäre das überragend.“