Balingen Das Schaulaufen für die TSG beginnt

Nachdem gegen Bissingen der Meistertitel gesichert wurde, kann die TSG Balingen entspannt in den Saisonendspurt gehen. Am Samstag reisen die Eyachstädter nach Walldorf.
Nachdem gegen Bissingen der Meistertitel gesichert wurde, kann die TSG Balingen entspannt in den Saisonendspurt gehen. Am Samstag reisen die Eyachstädter nach Walldorf. © Foto: Moschkon
Balingen / Marcel Schlegel 18.05.2018
Der frisch gebackene Meister TSG Balingen gastiert am Samstag in Walldorf.

Sie könnten die Saison nun locker auslaufen lassen. Die Oberliga-Meisterschaft haben die Fußballer der TSG Balingen mit dem spektakulären 4:0-Heimsieg gegen den FSV 08 Bissingen in trockene Tücher gepackt.

Dennoch, und daran lässt Ralf Volkwein vor dem Auswärtsspiel (Samstag, 15.30 Uhr, Busabfahrt 10.30 Uhr) beim FC Astoria Walldorf 2 keine Zweifel, werde die TSG sich in den letzten beiden Saisonspielen nicht kampflos geschlagen geben – das, so findet der Meistertrainer, wäre gegenüber der Konkurrenz nicht fair und eines frisch gebackenen Regionalliga-Aufsteigers nicht würdig. Zumal es für die Walldorfer, die momentan Oberliga-Vorletzte sind, noch um den Klassenerhalt geht – so unrealistisch dieser angesichts von fünf Zählern Rückstand aufs rettende Ufer auch erscheinen mag.

Gleichwohl, das weiß jeder, der selbst mal Fußball gespielt hat, dürfte der Druck bei den Spielern raus sein – und jener, der zuletzt auf den Schultern von Volkwein, Kapitän Manuel Pflumm & Co. lastete, war immens. Nun hat sich dieser Druck verlagert – von der Sportlichen auf die administrative Führung. Denn die vierte Liga stellt noch größere Herausforderungen an einen – gemessen an der künftigen Konkurrenz – doch kleinen schwäbischen Verein.

Uwe Haußmann aber beteuert, dass die Vereinsführung schon seit Wochen an diesem bisher nur potenziellen, doch nun faktischen Szenario gearbeitet habe. Die Sponsoren und auch die Stadt Balingen wollen mit finanziellen Mitteln helfen, dass der Kreisstadtklub und die Bizerba-Arena für die Regionalliga gewappnet sind. Auch befindet sich der Verein „in guten Gesprächen“ mit einer möglichen hauptamtlichen Geschäftsführerin, die den Ehrenamtsträger Haußmann und dessen Vorstandsteam im operativen Tagesgeschäft entlasten soll. Auch von der Ausgliederung der ersten Mannschaft war mal die Rede. „Diese Szenario wird von unserem Steuerberater geprüft“, berichtet Haußmann. Neben infrastruktureller Maßnahmen will die Balinger Führung nun nach neuen Sponsoren schauen. Auch die Bereiche Marketing und Verwaltung müssten professionalisiert werden, weiß Haußmann.

Spannend bleibt zu sehen, ob und wie die TSG den Sportbetrieb umstellt. Dreimal Training pro Woche dürfte zu wenig sein – angesichts einer Konkurrenz, die vornehmlich unter Profibedingungen trainiert. Dann stellt sich die Frage, ob diese Mehrbelastung inklusive ferner Auswärtsfahrten die Spieler neben Beruf, Studium oder Ausbildung nicht an die Grenzen bringt. Auch Volkwein, der als Lehrer tätig ist, hat aktuell nur einen für die Oberliga gültigen Vertrag. Natürlich will die TSG mit dem Erfolgscoach weitermachen, der nicht nur die erste, sondern auch die zweite Mannschaft zu deren jeweils größten Erfolgen führte: die U 23 vor drei Jahren in die Verbands- und die „Erste“ nun in die Regionalliga.

Und was wird aus Haußmann, sollte sich der Verein mit der noch unbekannten Geschäftsführer-Kandidatin einigen? Schon vor der Saison hatte er offen darüber nachgedacht, nach der Wahlperiode 2019 zurückzutreten. Der Stand: „Nach der neuen Saison ziehe ich Bilanz. Sollte es uns gelungen sein, mit einer neuen Geschäftsführung die organisatorischen Strukturen zu schaffen, um die nächsten Schritte zu gehen, werde ich mich vielleicht in einer anderen, weniger operativen Rolle wiederfinden. Mal sehen.“

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