Die Bisinger Sieglos-Serie hält an. Auch gegen Mitaufsteiger FC Winterlingen ließen die Kuhloch-Kicker zwei Zähler liegen. Das Schlusslicht zeigte nach dem Rückstand Moral und egalisierte in der 90. Minute.

„Nicht unverdient“, findet FCW-Coach Raffael Keinath, welcher das 1:1 nicht so richtig einzuordnen wusste: „Da war mehr drin. Aber ein Anfang ist gemacht. Wir nehmen den Punkt aus dem Kuhloch gerne mit.“

Rotationen nach Englischer Woche

Gegenüber den Donnerstagsbegegnungen drehten beide Aufsteiger am Personalrad. Bisingens Spielertrainerduo Sebastian und Markus Pasternak stellte auf fünf Positionen um – Winterlingens Übungsleiter setzte auf vier neue Kräfte. „Es war klar, dass wir nach dem katastrophalen Auftritt in Erlaheim etwas tun müssen“, erklärt der ältere Pasternak-Bruder, „die erste Halbzeit war eine Frechheit ...“ Auch gegen den Tabellenletzten präsentierte sich der FVB schwach. „Viele denken wohl, es geht von allein“, kritisiert der 30-Jährige.

Nach der 0:3-Heimpleite gegen die Heuberg-Allianz aus Obernheim und Nusplingen erwischte der kriselnde Hochalb-Klub den besseren Start. Schnell und direkt kombinierte sich das Schlusslicht durch, FCW-Kapitän Harun Özer passte präzise in die Gasse auf Mustafa Güzeldal, welcher einen Schritt zu langsam war (3. Minute). Auch in der Folge generierten die Grün-Weißen lange Ballbesitzzeiten, während Bisingen blass blieb. Es fehlten Präzision und Konzentration beim FVB, der sich aber sukzessive steigerte.

Winterlingen am Drücker

Für den ersten Aufreger sorgte Marco Distefano. Der wurde an der Strafraumgrenze abgeblockt (8.). In der Folge drängten die Gastgeber auf die Führung, im letzten Drittel passierte allerdings wenig. Ganz konsequent erarbeitete sich Winterlingen Spiel- und Ergebniskontrolle.

Ohne Zweifel investierte der A2-Meister mehr – wirklich zwingend waren die Aktionen jedoch nicht. Immer wieder versuchte es die Pasternak-Elf über die Außenbahnen. Vergebens. Winterlingen ließ wenig zu, machte es Bisingen zwischen den Ketten so richtig schwer.

Hausherren scheitern knapp

„Mehr Tempo“, forderte Markus Pasternak von seinen Mitspielern. Doch die mühten sich weiter vergebens. Es fehlten die kreativen Momente – und in Teilen der Mannschaft auch die Einstellung.

Nach einer feinen Ballstafette umkurvte Georgios Tiktapanidis FCW-Keeper Markus Schwellinger, machte alles richtig, Marcel Schick klärte aber noch spektakulär auf der Linie (29.). Auf der Gegenseite erlebte Bisingens Torhüter Robert Lohmüller vorerst einen erlebnisarmen Sonntagnachmittag, sodass Durchgang eins torlos blieb.

Unparteiischer im Blickpunkt

Auch nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der Tabellenletzte als adäquater Spielpartner für Bisingen. Stark eroberte sich Zeljko Draskovic die Kugel am gegnerischen Sechszehner, Özer scheiterte aber aus der Distanz (48.). Bitter, dass eine unglückliche Schiedsrichterentscheidung dem Aufsteigerduell eine erste Wende gab. Schwellinger fischte Daniel Haug den Ball vom Fuß.

Der 25-Jährige fiel theatralisch und Robin Bosch (Dornstetten) entschied auf Strafstoß (55.). Den verwandelte Daniel Ebel souverän. „Ich habe noch nie einen Elfmeter gesehen, wenn der Torhüter den Ball in beiden Händen hat“, ärgert sich Keinath, welcher seine dezimierte Truppe optimal auf biedere Bisinger eingestellt hatte. Die verpassten in der Schlussphase die Vorentscheidung – und wurden bestraft. Eine Özer-Flanke köpfte Güzeldal clever über Lohmüller in die Maschen (90.).

Spannende Schlussphase

In der zehnminütigen Nachspielzeit hatten nach der schweren Verletzung des eingewechselten Tamer Matur (Bisingen) beide Klubs noch Chancen. Es bleib jedoch beim 1:1 nach einem tristen Kick im Kuhloch, das nur Winterlingen hilft.

FV Bisingen: Lohmüller; Michael Ebel, Distefano (51. Matur, 68. Schultz), Durmisi (61. Del Greco), Haug, Tiktapanidis, Daniel Ebel, Khalil, Sebastian Pasternak, Andreas Ebel (90.+5 Koch), Markus Pasternak.

FC Winterlingen: Schwellinger; Löckel, Gulde, Schick, Schenzle, Draskovic, Bach, Erdogan (28. Link), Özer, Güzeldal, Brack (90.+5 Nigel).

Tore: 1:0 D. Ebel (56./Elfmeter), 1:1 Güzeldal (90.).

Schiedsrichter: Robin Bosch (Dornstetten).

Zuschauer: 100.

Melchinger Kampf nicht belohnt

Vier 1:1-Unentschieden gab es im Bezirksoberhaus. Der Primus profitierte davon.

Der Gewinner an der Tabellenspitze ist Rangendingen. Der SVR konnte als einziges Top-Team seine Partie für sich entscheiden, die Konkurrenten aus Harthausen, Hechingen und Heinstetten kamen unterdessen nicht über ein 1:1 hinaus. Neuling Winterlingen holte den ersten Punkt. Die Spiele:

Rangendingen – Obernheim/ Nusplingen 2 1:0 (0:0). Der Neuling aus Obernheim stand in der Defensive gut und stellte die Hausherren damit vor große Probleme. So gab es trotz der Überlegenheit der Mühlwasen-Kicker nur wenige zwingende Torchancen. Die Gäste konzentrierten sich aufs Kontern. Rangendingen machte das Spiel, benötigte aber einen Strafstoß zum Sieg. Tor: 1:0 Pflumm (73./Elfmeter).

Stetten/Haigerloch – Hechingen 1:1 (0:1). Die Hausherren kamen zu einem schmeichelhaften Remis. Die Grün-Weißen taten sich gegen die Hintermannschaft der Gäste schwer und lagen folgerichtig zur Pause auch zurück. Nach dem Wiederanpfiff drückte Stetten, doch es dauerte bis in die Nachspielzeit, ehe die Bemühungen dann auch mit einem Treffer belohnt wurden. Tore: 0:1 Morosch (23.), 1:1 Rago (90.+5).

Erlaheim – Melchingen 4:2 (2:1). Die Gäste aus Melchingen konnten die Partie lange Zeit ausgeglichen gestalten, Erlaheim zeigte sich aber etwas effektiver. So führte der SVE zur Pause knapp mit 2:1. Nach dem Wiederbeginn war der Gast um den Ausgleich bemüht – doch die Partie lief genau anders herum. Erst nach dem 4:1 war die Entscheidung gefallen. Tore: 1:0 Eith (5.), 1:1 Ulmer (20.), 2:1 Hirt (29.), 3:1 Bosch (54.), 4:1 Müller (75.), 4:2 Ulmer (90.).

Steinhofen – Harthausen 1:1 (0:1). In der ersten Spielhälfte hatte Harthausen klare Vorteile zu verzeichnen. Nach der Pause steigerte sich der FCS, doch der Gast hatte weiterhin mehr Anteile. Unter dem Strich gelang Steinhofen ein schmeichelhaftes 1:1. Tore: 0:1 Dockhorn (10.), 1:1 Favella (75.).

Dotternhausen – Ebingen 2:1 (0:0). Das Spiel in Dotternhausen war über weite Strecken ausgeglichen. In Unterzahl gelang Ebingen das 1:1. Der Siegtreffer fiel in der Nachspielzeit per Elfmeter. Tore: 1:0 Karrer (54.), 1:1 Fischer (80.), 2:1 Hauser (90.+2/Elfmeter).

Hart/Owingen – Heinstetten/ Hartheim/Unterdigisheim 1:1 (1:0). Heinstetten stand kompakt in der Defensive und suchte sein Heil im Konterspiel. Die Gastgeber waren überlegen, hatten nach der Pause ihre beste Phase – und Pech mit Pfostenschüssen. Ein glücklicher Punktgewinn für den Gast. Tore: 1:0 Gaksteder (45./Elfmeter), 1:1 Klaiber (47.).