Doch als die Regionalliga-Fußballer von Coach Ralf Volkwein nach Spielende den 1100 Zuschauern zujubelten, strahlten sie auch, wenngleich sich nach dem intensiven Derby in ihr Lächeln hier und da die Müdigkeit schlich.

Die Schwaben strahlten, weil sie sich bei den Breisgauern für die 0:1-Hinrundenniederlage revanchieren konnten und nun bis auf acht Zähler an die rettende 40-Punkte-Marke heranrückten, dem Klassenerhalt also näherkamen.

Einer im Team des Tabellenzehnten, jener Angreifer, der die gegnerischen Abwehrreihen gut 95 Minuten unentwegt anlief, dem Ball damit meistens hinterher laufen musste und von seinen Teamkollegen im Sturmzentrum fast nur mit hohen Bällen gefüttert wurde, schien wahrlich fix und fertig zu sein: Stefan Vogler.

„Ich bin platt“, sagte der Balinger Stürmer noch auf dem Rasen, dessen dürftiger Zustand kaum ein flüssiges Kombinationsspiel zuließ. Was den Gastgebern in die Karten spielte. Alles tue ihm weh. „Ich kann mir grade nicht vorstellen, am Dienstag schon wieder Fußball zu spielen“, sagte Vogler im Hinblick auf das kommende Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken.

Die beschriebene Taktik, mit der Volkwein seine Jungs ins Duell mit den spielstarken Badenern schickte, ging am Ende jedoch auf. Wieder mal. An der Seite von Patrick Lauble, der nach einer Stunde, ebenso ausgelaugt, ausgewechselt wurde, war Vogler für die Nadelstiche zuständig, während der Rest der Mannschaft verteidigte.

„Unser Spiel basiert auf viel Laufarbeit“, so Vogler, „für uns Stürmer ist diese intensive Spielweise nicht leicht. Aber sie ist erfolgreich, also müssen wir da durch. Die drei Punkte stehen über allem.“

Diese verdienten sich die Balinger vor allem wegen ihrer Disziplin: weil sie die Ketten konsequent verschoben, die Räume dichtmachen und viel grätschten; ferner weil sie sich davon, dass die Freiburger gefühlte 80 Prozent Ballbesitz hatten, nicht mürbe machen ließen; aber hauptsächlich, weil in den entscheidenden Szenen der TSG-Kampfgeist über die Freiburger Spielstärke siegte.

Akkaya trifft per Elfmeter

Und natürlich wegen eines frühen Tores: Keine zwei Minuten waren gespielt, da landete eine Flanke in den SC-Strafraum an der Hand von Freiburgs Keven Schlotterbeck. Der versuchte anschließend zwar, Thorsten Braun vom Gegenteil zu überzeugen, doch der Entschluss des Schiedsrichters stand: Elfmeter.

Kaan Akkaya trat an, schoss flach ins rechte Eck und verlud damit SCF-Keeper Niclas Thiede zum 1:0 (2. Minute).

Nach dem Blitztor folgte eine 70-minütige, bisweilen unansehnliche Abwehrschlacht ohne echte Chancen. Für die Freiburger war meist am Strafraum Schluss und die TSG kam offensiv meist nicht mal dahin. Und schließlich eine Schlussphase, in der Balingen nochmals gut zehn Minuten zittern musste.

Erst in den letzten Minuten nämlich generierten die Gäste zwingende Möglichkeiten, etwa als ein flatternder Freistoß von David Nieland von Balingens Torhüter Julian Hauser ebenso über die Latte gelenkt wurde (88. ), wie kurz darauf ein Kopfball von Schlotterbeck (90.).

In der fünfminütigen Nachspielzeit schossen die zuvor munter kombinierenden Freiburg nur noch hohe Bälle in Strafraum des Gegners. Doch auch die Freiburger Brechstange brach den TSG-Abwehrriegel nicht.

„Es war ein dreckiger Sieg, der sicherlich nicht absolut verdient war“, bilanzierte Volkwein. Er habe von beiden Seiten kaum klare Chancen gesehen: „Wir standen hinten gut.“

Christian Preußer stimmte seinem Trainerkollegen zu. „Wir hatten zwar mehr Ballbesitz, kamen aber nicht zum Abschluss. Deswegen haben wir wahrscheinlich verdient verloren.“