Aus Zuschauersicht war’s ein emotionales, kampfbetontes und deshalb sehenswertes Spiel. Aus Sicht der TSG Balingen mal wieder eines, das die Mannschaft von Trainer Ralf Volkwein nicht hätte verlieren müssen – aber dennoch verlor, weil sie vorne zu viele Chancen vergeigte und sich hinten in den entscheidenden Szenen unglücklich verhielt.

Ohne großes Abtasten

Schon in der ersten halben Stunde hatte sich am Freitagabend gezeigt, dass es in der Bizerba-Arena nicht langweilig werden würde. Von Abtasten keine Spur, stattdessen suchten beide Teams den schnellen Weg in die Spitze.

Marc Pettenkofer, erneut als Stürmer aufgestellt, hatte nach sieben Minuten die erste gute Chance. „Pette“ lief die Verteidiger hoch an, wurde angeschossen und legte sich so unfreiwillig den Ball selbst vor. Im Abschluss auf den langen Pfosten fehlten nur Zentimeter (7. Minute). Auf der Gegenseite hatte die TSG Glück, dass Santiago Fischer bei seinem Tor im Strafraum im Abseits gestanden hatte (9.).

Pech für die Gäste

Die Gastgeber orientierten sich taktisch weiterhin an ihrer „schnellen“ Aufstellung, versuchten nach Ballgewinnen die flotten Offensivspieler zu schicken. Die Angriffe hatten Potenzial, der berühmte letzte Pass kam jedoch nur selten an und der nasse Rasen tat sein Übriges. Buchstäblich knapp vorbeigeschrammt waren in der 16. Minute BSC-Torwart Dennis Müller und bei seinem Startelf-Debüt Ivan Cabraja: Müller unterlief einen Eckball von Nils Schuon und überraschte am langen Pfosten damit den Balinger Mittelfeldspieler. TSG-Keeper Julian Hauser hatte sich in der 29. Minute gegen Rico Wehrle auf der Linie richtig positioniert.

Doppel-Dusel für die TSG

Schiedsrichter Philipp Michels verwehrte den Südbadenern kurz darauf einen Vorteil, den Amir Falahen im Tor versenkt hätte (31.).

Hauser kratzte im Anschluss einen Freistoß von Yannick Häringer sensationell aus dem Lattenkreuz (32.). Kurzum: Da hatte die TSG zwei Mal Dusel. Gleiches galt in der Folge für die Gäste, denn bei Pettenkofers Volleyschuss (34.) und Denis Epsteins Freistoß (45.) fehlte jeweils fast nichts.

Eisele und Epstein vergeben

Auch nach der Pause blieb die Partie spannend. Fischer zwang Hauser in der 56. Minute zu einer schnellen Reaktion. Am Ende eines starken Balinger Konters über vier Stationen versagten Sascha Eisele im Abschluss die Kräfte (58.), Epstein fehlte bei einem Volley derweil die Genauigkeit (59.).

0:1 verunsichert die TSG

Dann der Genickbruch – das 0:1, bei dem mancher im Stadion den Bahlinger Torschützen im Abseits gewähnt hatte: Hasan Pepic lupfte einen „zweiten Ball“ in den Rücken der Balinger Hintermannschaft und der eingelaufene Häringer nickte aus kurzer Distanz ein (61.). Der Rückstand verunsicherte die Gastgeber kurzzeitig, bei denen sich nun etliche Fehlpässe einschlichen.

Pech und Unvermögen

Die Moral aber stimmte auf Balinger Seite weiterhin, nur das Spielglück fehlte. Stattdessen paarten sich in der 70. Minute Unvermögen mit Pech, als Fabian Kurth im Strafraum mit einem Gegenspieler zusammen prallte und den Bahlinger mit sich zu Boden riss. Die Folge: Gelb für den Balinger, Elfmeter für den BSC und das 0:2 durch Tobias Klein (71.). Die Schwaben protestierten, allein es half nichts. Zumindest war es eine strittige Entscheidung, von deren der Schiedsrichter einige traf.

Und von der sich die ersatzgeschwächte TSG, der als Tabellen-16. nun sieben Punkte auf den neuen Zehnten vom Kaiserstuhl fehlen, nicht mehr erholte.

Das könnte dich auch interessieren:

AfD-Bürgermeister von Burladingen verunglimpft Ratsmitglied Harry Ebert zieht über Alexander Schülzle her

Burladingen

Lichtstrahl von der Burg Hohenzollern Es ist kein Ufo, sondern ein Laser-Test

Burg Hohenzollern