Bisingen / Stephanie Apelt  Uhr
Der FV Bisingen hat sich zum 100. Jubiläum den Aufstieg in die Bezirksliga erkämpft. Trainer Sebastian Pasternak will vor allem eines nicht: gleich wieder absteigen.

Für Fußballer ist das natür-­lich ein tolles Gefühlt: nicht zu verlieren. Die Spieler des FV Bisingen werden das wahrscheinlich erst wieder lernen müssen. Trainer Sebastian Pasternak warnt wenige Tage vor Saisonstart vor gedanklichen Höhenflügen. Für ihn ist ganz klar: „Wir kämpfen gegen den Abstieg.“

Für Sebastian Pasternak (29) und seinen Bruder Markus (28) ist es die inzwischen dritte Saison in Bisingen. Sportlich geben beide gemeinsam den Ton an, für alles Organisatorische ist der Ältere zuständig.

Dieses Trainer-Duo ist echt ein Volltreffer

Und wie beim FV Bisingen, sind die beiden Brüder immer zusammen unterwegs. Beide stammen aus der Jugend des FC Albstadt. Bei den Aktiven trug Sebastian das Trikot das FC 07 in der Landesliga; gemeinsam mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Markus auch beim TSV Frommern. Nach gemeinsamen Erfolgen in Burladingen verabschieden sich beide vom TSV Straßberg mit dem Titel des Bezirksmeisters. Sie haben also ordentlich Liga-Erfahrung und mit vielen guten Trainern zusammengearbeitet.

Eigentlich wollten beide ihre Spielerkarriere auch schon an den sprichwörtlichen Nagel hängen. Mit Familie und beruflichem Wechsel waren das Training und der Spielrhythmus eines Landesligisten gefühlt zu viel. Dann kam die Anfrage aus Bisingen. Der FV Bisingen hatte gerade eine schlechte Zeit hinter sich, die Aussichten waren auch nicht prickelnd. Das Team war nach langen Jahren von der Bezirksliga in einem Rutsch über die Kreisliga A in die Kreisliga B gerasselt. Das tat weh.

Nach Bisingen kamen die Brüder durch Zufall

Es war eigentlich Zufall, dass Sebastian Pasternak und sein Bruder überhaupt als (Spieler-)Trainer gefragt wurden. Vater Pasternak war ein Arbeitskollege des damaligen Bisinger Trainers Klaus Knily. Man kam ins Gespräch. Und es war, wie sich herausstellen sollte, für alle Beteiligten ein echter Volltreffer.

Sebastian Pasternak erinnert sich noch gut: „2017, als wir in Bisingen unterschrieben, war der FV Bisingen noch voll im Abstiegskampf. Dann hat er die Relegation verpatzt.“

Der Aufprall in der Kreisliga B war hart. „Am Anfang hatten wir nicht einmal mehr elf Leute für eine Mannschaft auf der Liste“, schildert es Sebastian Pasternak. Nach dem ersten Training wurden es dann erfreulicherweise doch noch ein paar mehr. „Der Verein setzte sich stark dafür ein, Spieler zu überzeugen.“

Der anfängliche Frust dauerte allerdings nicht lange. „Irgendwie hat sich recht schnell eine gewissen Euphorie aufgebaut.“ Vielleicht lag es an der jungen Generation. „Die Spieler, die da geblieben sind, wollten nach zwei Abstiegen in Folge alles wieder gut machen.“

Was für eine Bilanz: nur zwei (!) verlorene Spiele

Der sofortige Wiederaufstieg in die Kreisliga A sei „einfach ein Muss“ gewesen“, meint Sebastian Pasternak. „Der Kader war stark, der Ehrgeiz groß.“ In der Kreisliga A angekommen, war nicht gleich der nächste Aufstieg in die Bezirksliga das Ziel. „Wir wussten zwar, dass wir gegen jeden gewinnen können. Doch es dauerte etwas, bis der Schalter umgelegt wurde.“ Die Grundlage des Erfolges: „Nach hinten müssen alle verteidigen. Nach vorn muss in jeden Zweikampf reingegangen werden.“

Nach zwei Meisterschaften in Folge und gerade einmal zwei (!) verlorenen Spielen, warnt Sebastian Pasternak dennoch vor zu hoch gesteckten Erwartungen. Die Gegner in der Bezirksliga sind im Schnitt kämpferisch fitter und technisch versierter als in der Liga darunter. Und so geht es erst einmal darum im 100. Jahr des Vereinsbestehens in der Bezirksliga zu bleiben, nicht gleich wieder abzusteigen. Pasternaks erklärtes Ziel: „Der Klassenerhalt muss sichergestellt werden.“

„Klar, die Euphorie nach dem gelungenen Aufstieg ist da. Aber wir werden lernen müssen, mit Niederlagen umzugehen.“ Jetzt gehe es darum, gut in die Saison hinein zu kommen.

Anpfiff: Sonntag um 15.30 Uhr im Kuhloch

Mit Salih Gencer, er wechselte zu Bezirksligist Rot-Weiß Ebingen, fehlt ein überaus wichtiger Mann. „Er war eine echte Stütze für die Mannschaft.“ Neue Spieler wurden geholt. Ein bisschen profitierte Bisingen dabei davon, dass Albstadt 2 abgemeldet wurde. „Wir haben jetzt einen sehr breit aufgestellten Kader, den wir vorher so nicht hatten.“ Fielen Spieler aus, wurde es bislang schon mal eng. Kehrseite der Medaille: Bleiben alle fit und gesund (was ja zu wünschen ist), müssen Spieler in die 2. Mannschaft weichen. Das könnte die Stimmung drücken.

Am Sonntag, 18. August, wartet das erste Spiel der Saison auf den FV Bisingen. Zuhause geht es gegen Melchingen. „Das ist ein Gegner, den wir schlagen müssen“, gibt Sebastian Pasternak vor. Anpfiff im Kuhloch ist um 15.30 Uhr.

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