Der ehemalige Bundesliga-Spieler unterschrieb beim Fußball-Regionalligisten am Montag ein für zwei Jahre gültiges Papier. In Epsteins Vita stehen unter anderem elf Einsätze in der 1. und über 100 Spiele in der 2. Bundesliga – für den 1. FC Köln (bis 2007), sowie unter anderem für die Kickers Offenbach (2007 und 2008) und den FSV Frankfurt (2013 bis 2016), mittlerweile Viertliga-Rivalen der TSG.

Kultspieler in Griechenland

Der 33-jährige Linksfuß, der in Köln geboren und beim FC ausgebildet wurde, kehrt nach drei Jahren, die er in der ersten griechischen Liga für AOK Kerkyra und PAS Lamia spielte, zurück nach Deutschland. Schon bevor Epstein bis 2016 beim damaligen Zweitligisten FSV Frankfurt unter Vertrag gestanden hatte, hatte der Offensivmann fünf Jahre für Klubs aus Griechenlands Super League gekickt.

In Griechenland genießt Epstein Kultstatus: Er absolvierte dort 202 Spiele (31 Tore). Selbst in der Europa League spielte Denis Epstein: Mit Athen ging’s 2012 gegen Newcastle United (1:1 und 0:1). Den einzigen Athener Treffer in den Duellen mit den Engländern markierte der Balinger Neuzugang, der sechs Länderspiele für die deutsche U20-Nationalmannschaft zu Buche stehen hat.

„Nach insgesamt acht Jahren in Griechenland ist es Zeit, nach Hause zu kommen“, schrieb Epstein kürzlich auf seiner Facebook-Seite. Doch warum wechselt der Kölner ausgerechnet auf die Schwäbische Alb?

Epsteins Frau kommt aus Grosselfingen

Für Balingen sprach, dass Epsteins Familie kürzlich in den Zollernalbkreis gezogen ist und in Trillfingen ein Haus gekauft hat. Epsteins Frau stammt aus Grosselfingen. Dass die TSG einen so erfahrenen und namhaften Spieler für sich gewinnen konnte, zeige ihm, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Balingens Abteilungsleiter Uwe Haußmann.

„Das ist unser Königstransfer“, meinte TSG-Geschäftsführer Jan Lindenmair. „Ich freue mich sehr auf die TSG-Familie“, erklärte Epstein selbst. „Und natürlich hoffe ich auf eine erfolgreiche, gemeinsame Zukunft im Verein.“

Kein einziger Platzverweis

In seiner Profikarriere (425 Spiele) gelangen Epstein 61 Tore. Bemerkenswert: Nicht einen einzigen Feldverweis handelte sich der prominente TSG-Zugang in dieser Zeit ein.

Linksverteidiger, Linksaußen, hängende Spitze, Mittelstürmer

Zumeist wirbelte Epstein als klassischer Linksaußen, obgleich er seine Laufbahn als linker Verteidiger gestartet hatte. Doch auch als hängende Spitze und selbst als Mittelstürmer wurde der Rheinländer schon aufgeboten.

TSG-Trainer Ralf Volkwein freut sich über die Verpflichtung: „Denis ist ein Riesengewinn für uns: Für die Mannschaft, für das Trainerteam, für den Verein und für die Fans.“

Volkwein traut dem Neuzugang eine Führungsrolle zu

Sowohl sportlich als auch von seiner Erfahrung und Ausstrahlung her traut der Coach dem früheren Profi eine uneingeschränkte Führungsrolle zu: „Die Art und Weise, wie er Fußball spielt und lebt, wird speziell den jüngeren Spielern helfen, sich ein Beispiel zu nehmen.“

Dass Epstein ins Balinger Profil passt, steht für Volkwein außer Frage: „Er zeigt eine klare Kante, ist sozial eingestellt und ein echter Familienmensch. Die Gespräche mit ihm waren sehr angenehm.“

Erste Schritte Richtung Profitum

Noch versteht sich die TSG als Amateurverein in einer von Profivereinen dominierten Regionalliga Südwest. Zuletzt hatte allerdings Geschäftsführer Jan Lindenmair betont, dass man in Zukunft einzelne Schritte in Richtung Profitum gehen wolle.

Ist Epstein also der erste Profi in Reihen des Eyachvereins? Uwe Haußmann wiegelt ab: „Über Geld reden wir nicht in der Öffentlichkeit. Aber Sie dürfen davon ausgehen, dass es für Denis in erster Linie darum geht, bei seiner Familie sein zu können und er trotzdem noch einige Jahre dem ambitionierten Fußball verbunden bleiben will.“