Bloß nicht so weiter, sagten sich die einen, bloß weiter so die anderen. Unterschiedlicher hätten die Ausgangspositionen vor der Regionalligabegegnung des SSV Ulm 1846 Fußball beim Aufsteiger FC Homburg nicht sein können. Endlich die Negativserie gegen die Saarländer beenden wollten die Ulmer, die positive Heimbilanz ausbauen die Platzherren. Mit einer 1:2 (0:1)-Niederlage setzten die Spatzen freilich ihre Serie des Grauens fort. An den letzten Sieg im Homburger Waldstadion konnten die Ulmer sich kaum mehr erinnern; er liegt 38 Jahre zurück.

Das hielt die Gäste aber nicht davon ab, mit Selbstvertrauen, das sie sich zuletzt mit dem Heimsieg gegen Worms und trotz der 0:3-Auswärtsniederlage in Offenbach aufgebaut hatten, zu starten. Den Anlauf zur Wende zu unternehmen, schien allemal geeignet. Doch wie so oft verlief die Partie nach dem gleichen Muster. Die Mannschaft hält stets gut mit, belohnt sich aber nicht mit Toren. Dazu schenkt sie allzu leicht Gegentor her.

Holger Bachthaler sichtlich angefressen

„Das hatten wir uns anders vorgestellt“ resümierte ein sichtlich angefressener Trainer Holger Bachthaler die 90 Minuten von Homburg. „Wir wollten die Null lange halten, doch wir haben den Gegner förmlich eingeladen, Tore zu machen.“ Leichtsinn, mangelhafte Konzentration, dazu eine Spur Selbstverliebtheit in den Abschlusssituationen, brachten die Ulmer immer wieder in Schwierigkeiten.

Der SSV-Coach ist ab und zu auch mal für Überraschungen bei der Wahl seiner ersten Elf gut und reagierte auf die Heimstärke der Einheimischen mit einer geänderten Grundordnung im 5-2-1-2-System. Mannschaftskapitän Florian Krebs, der vor einer Woche noch 90 Minuten auf der Ersatzbank schmoren musste, war wieder in der Anfangsbesetzung dabei. Auch Lukas Hofmann in der Abwehr und als Sturmspitze Vitalij Lux bekamen ihre Chancen in der ersten Elf. Dafür saßen Luigi Campagna, Ardian Morina und Nicolas Jann gegenüber dem Wormser-Spiel auf der Bank. Zudem stand David Hundertmark für den grippeerkrankten Christian Ortag im Tor.

In der ersten Hälfte hielten die Spatzen zwar nach Kräften dagegen, setzten aber im Spiel nach vorne zu wenige Akzente. Auch die Offensivaktionen der Gastgeber hielten sich lange in Grenzen. Erst ein fataler Ballverlust im Ulmer Mittelfeld ermöglichte Homburg mit einem blitzsauberen Konter die erste gefährliche Torannäherung. Und die nutzte Patrick Lienhard (24.) auf der halblinken Position im Strafraum auch prompt zur glücklichen Führung der Platzherren.

Suche nach torgefährlichen Stürmern bleibt ein Dauerthema bei Ulm

Was man aus dem Nichts alles macht, demonstrierte Homburg erneut unmittelbar nach der Pause. Wiederum nach einem schlampigen Ulmer Angriff mit Ballverlust konterten die Saarländer die aufgerückte Ulmer Hintermannschaft klassisch aus und Ihab Darwiche (46.) erzielte das 2:0. Trainer Bachthaler reagierte und brachte, nachdem bereits Jann nach der Pause Hoffmann ersetzte, mit Vinko Sapina und Morina für Michael Schindele und Lux noch mehr Offensive ins Spiel. Der Anschlusstreffer durch einen Kopfball von Krebs (64.) war das Signal für einen Ulmer Sturmlauf. Der mehrmals in der Luft liegende Ausgleich fiel jedoch nicht. Die Suche nach torgerfährlichen Stürmern bleibt ein Dauerthema beim SSV 46. Auch im dritten Spiel nach der Winterpause sind die Spatzen an dieser Stelle kein Stück vorangekommen.

Ein weiterer Rückschlag für das Team von Trainer Bachthaler, trotz spielerischer Dominanz gegen einen keineswegs überlegenen Gegner. Bereits am kommenden Dienstag (18.30 Uhr) besteht im Donaustadion gegen die SV Elversberg die Möglichkeit zur Wiedergutmachung.

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So spielten sie


FC Homburg - SSV Ulm 1846

2:1

SSV Ulm 1846 Fußball: Hundertmark – Stoll, Hofmann (46. Jann), Krebs, Schindele (57. Sapina), Schmidts – Gutjahr, Reichert – Gashi – Braig, Lux (62. Morina).

Tore: 1:0 Lienhard (24.), 2:0 Darwiche, 2:1 Krebs (64.).
Gelbe Karten: Steinherr, Darwiche – Reichert, Hoffmann, Jann.
Gelb-Rote Karte: Theisen (90 +3).
Schiedsrichter: Kimmeyer (Karlsruhe).
Zuschauer: 1275.