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SSV Ulm 1846 Fußball
Reutlingen/Ulm / Gerold Knehr  Uhr
Klare Sache für die Gäste: Im WFV-Pokal trennten sich am Mittwoch der SSV Reutlingen und der SSV Ulm 1846 mit 1:4.

Daran gewöhnen sich die Fußballer des SSV Ulm 1846 Fußball gerne. Wie im vergangenen Jahr stehen sie im Endspiel um den württembergischen Pokal. Das ungefährdete 4:1 im Derby beim SSV Reutlingen führt die Spatzen erneut ins Stuttgarter Gazistadion. Endspielgegner am 25. Mai ist der TSV Essingen, der ebenfalls am Mittwoch den höher gewetteten SGV Freiberg mit 3:2 aus dem Wettbewerb kegelte. Wieder kommt der Finalgegner aus der Verbandsliga. Und wie beim 3:0 gegen den TSV Ilshofen vor einem Jahr sind die Ulmer der haushohe Favorit auf die Titelverteidigung.

Die beiden ehemaligen Illertisser Nicolas Jann und Ardian Morina waren in erster Linie die Garanten für den Erfolg in Reutlingen. Jann erzielte in der 21. Minute mit der ersten ernsthaften Ulmer Torchance die 1:0-Führung (21.) und legte unmittelbar nach Anpfiff der zweiten Halbzeit, als so manche der 4248 Zuschauer noch am Bierstand weilten, zum 2:0 nach (46.). Spätestens nach dem 3:0 von Ardian Morina (48.) war die Begegnung für den klassenhöheren Regionalligisten entschieden. Morina war es auch, der mit einer schönen Aktion im gegnerischen Strafraum das 4:0 von Felix Higl (78.) vorbereitete. Der Reutlinger Ehrentreffer durch Daniel Elfadil (82.) fiel, als etliche Anhänger der Gastgeber bereits das Stadion verlassen hatten – und konnte die Feierlichkeiten der siegtrunkenen Spatzen nicht mehr beeinträchtigen.

Ulmer beginnen unkonzentriert

In den ersten 20 Minuten hatte es noch nicht nach einer derart klaren Angelegenheit für die Gäste ausgesehen. Die Ulmer begannen bei drückender Schwüle etwas fahrig und unkonzentriert, ihnen fehlte die Spitzigkeit. „Wir haben schwer ins Spiel gefunden und hatten viele Ballverluste“, befand Doppelschütze Jann. „Dann hatte ich aus dem Nichts heraus die Chance abzuziehen“, beschrieb er seinen ersten Treffer.

Auch Petrus schien an diesem Abend ein Ulmer zu sein. Er ließ ab Mitte der ersten Halbzeit den Wind mächtig durch die Kreuzeiche blasen, die Temperatur sank um etliche Grade. Was die Spatzen offenbar beflügelte. Sie wirkten nun frischer und dominierten das Geschehen immer deutlicher. Die beiden Treffer unmittelbar nach der Pause taten das Ihrige. Jann traf nach Vorlage von Lennart Stoll zum zweiten Mal, Morina nutzte eine Reutlinger Ungeschicklichkeit zum 3:0. Danach begnügten sich die Ulmer damit, den Vorsprung zu verwalten, ohne in Gefahr zu geraten.

„Ich bin sehr froh, dass wir unserer Favoritenrolle gerecht geworden sind. Reutlingen hat uns zunächst durchaus Probleme gemacht. Aber wir haben in der zweiten Halbzeit Effektivität gezeigt und zweimal von Reutlinger Ballverlusten profitiert“, sagte Ulms Trainer Holger Bachthaler.

SSV Ulm 1846 Trainer Holger Bachthaler: „Der Rahmen hat gepasst“

Bis auf einige Bengalos, die kurz nach dem Anpfiff im Ulmer Block gezündet wurde, verlief die als Risikospiel eingestufte Begegnung der beiden „Erzrivalen“ auf dem Rasen wie auf den Rängen recht fair. Bundesliga-Schiedsrichter Martin Petersen (Stuttgart) kam mit je einer gelben Karte für beide Teams aus. Außer den üblichen gegenseitigen Schmähgesängen blieb es im Stadion ruhig und friedlich. Die Polizei zeigte sich nach dem Spiel „zufrieden“. Mit 500 Beamten und Hubschraubern hatte sie dafür gesorgt, dass das Spiel friedlich ablaufen konnte.

„Der Rahmen hat gepasst. Es war ein schöner Fußball-Abend“, fasste Holger Bachthaler das Geschehen zusammen. Und hofft am 25. Mai gegen den TSV Essingen auf einen ähnlichen Verlauf wie in Reutlingen. „Essingen hat für einen Verbandsligisten eine hohe Qualität“, sagte er und verspricht: „Unsere Mannschaft nimmt jedes Spiel sehr ernst.“

Alle Höhepunkte der Begegnung zum Nachlesen im Liveticker:

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