Fußball Punktabzug und Geldstrafe für den SSV Reutlingen

Eine Ohrfeige mit Folgen. Nach den Verfehlungen eines Reutlinger Fans in der Oberliga-Partie in Backnang werden dem Kreuzeiche-Klub wohl drei Punkte abgezogen.
Eine Ohrfeige mit Folgen. Nach den Verfehlungen eines Reutlinger Fans in der Oberliga-Partie in Backnang werden dem Kreuzeiche-Klub wohl drei Punkte abgezogen. © Foto: Baur/Archiv
Stuttgart / swp 14.09.2018

Das Sportgericht der Oberliga Baden-Württemberg hat entschieden, dass dem SSV Reutlingen 05 Fußball wegen des sportwidrigen Betragens seiner Anhänger beim Auswärtsspiel gegen die TSG Backnang am 25. August in der Saison 2018/19 drei Punkte in Abzug zu bringen sind. Desweiteren hat das Sportgericht eine Geldstrafe in Höhe von 1000 EUR gegen den Verein verhängt.

Den Einspruch der TSG Backnang gegen die Spielwertung hat das Sportgericht der Oberliga Baden-Württemberg indes als unbegründet verworfen und den Verein wegen Vernachlässigung der Platzdisziplin zu einer Geldstrafe in Höhe von 200 EUR verurteilt, weil die getroffenen Sicherheitsvorkehrungen als nicht ausreichend bewertet wurden.

Nach den Urteilsgründen haben Anhänger des SSV Reutlingen Fußball, die der Verein selbst im Wesentlichen der eigenen Ultragruppierung „Szene E“ zuordnet, nach einem Foulspiel in der 82. Minute Ersatzspieler und Verantwortliche der TSG Backnang im Bereich der Bank massiv verbal und körperlich angegangen. Einer der Anhänger schlug dabei dem Ersatztorwart der TSG Backnang in das Gesicht, ein anderer warf einen befüllten Getränkebecher auf den Backnanger Trainerassistenten. Die Vorfälle sind durch Videoaufzeichnungen dokumentiert. Aufgrund der erheblichen Vorbelastung des Vereins und mehrfacher, erfolglos gebliebener Aufforderungen, auf die eigene Anhängerschaft durch verschiedene Maßnahmen, u unter anderem der Begleitung mit eigenen Ordnern, einzuwirken, erschien eine Geldstrafe nicht mehr ausreichend. Zudem war mit dem tätlichen Angriff auf einen (Ersatz-)Spieler aus Sicht der Kammer eine neue Dimension erreicht. Entsprechende Konsequenzen hatte das Sportgericht bereits in einem Urteil vom 24. Oktober 2016 (Nr. 00014-16/17-1901) in Aussicht gestellt, sollte der Verein nicht aktiv werden und es erneut zu gravierenden Zuschauerverfehlungen kommen. Da die Entscheidungen noch nicht rechtskräftig sind, wird der SSV auf Nachfrage unserer Zeitung Einspruch einlegen. „Das Urteil ist unsportlich und wir werden es anfechten. Dabei sind wird uns sicher, dass der Sport am Ende siegen wird“, so der Vorsitzende des SSV Reutlingen Fußball, Michael Schuster.

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