Kommentar Trainersituation beim SV Neresheim: Wer soll das glauben?

Edgar Deibert.
Edgar Deibert. © Foto: olv
Neresheim / Edgar Deibert 05.02.2019
Ein Kommetar von Edgar Deibert zum überraschenden Trainerwechsel beim SV Neresheim.

Das Fußballgeschäft ist auch in den unteren Klassen relativ simpel. Läuft es bei einer Mannschaft nicht, darf der Trainer gehen. So weit, so gut. Der SV Neresheim schreibt diese Geschichte aber nun um. Als souveräner Tabellenführer der Bezirksliga sägt der Verein seinen Coach Sven Palinkas ab.

Natürlich bestimmt die Abteilungsleitung des SVN den sportlichen Weg. Und wenn sie zu dem Schluss kommt, Palinkas sei nicht der richtige Mann, dann sollte sie zu ihrer Entscheidung stehen und diese entsprechend auch begründen. Doch auch hier wählen die SVN-Chefs einen ungewöhnlichen und damit eigenen Weg.

Den Entschluss, als Trainer nicht mehr weiterzumachen, habe Palinkas selbst getroffen. Der Mann also, der der Mannschaft im vergangenen Jahr, auf fußballdeutsch ausgedrückt, neues Leben eingehaucht hat. Der Mann, der aus dem potenziellen Absteiger in die Kreisliga innerhalb von knapp neun Monaten einen potenziellen Aufsteiger in die Landesliga gemacht hat. Und nun steht Palinkas mit dem Team ganz oben – und denkt sich: Es ist ein guter Zeitpunkt aufzuhören, ehe wir noch einen Titel holen. Wer soll das glauben?

Es ist Palinkas zugute zu halten, dass er sich nicht konkret äußern möchte, schließlich will er dem Verein, bei dem er seit knapp acht Jahren ist, nicht schaden. Doch seine Zurückhaltung was diese unsaubere Trennung betrifft, spricht eine deutliche Sprache.

Dabei könnte es durchaus auch sein, dass Palinkas selbst Fehler gemacht hat und die Abteilungsleitung deswegen einen neuen Trainer holen wollte. Doch auch dann sollte sie zu ihren Plänen stehen und nicht versuchen, Außenstehende an der Nase herumzuführen. Denn auffällig ist auch, dass der SVN kurzfristig einen namhaften Nachfolger für Palinkas präsentierte und auf dessen kurzfristigen „Entschluss“ demnach gut vorbereitet war.

Sportlich hat der SV Neresheim in den letzten Monaten enorm dazugelernt, allerdings noch nicht, was die Öffentlichkeitsarbeit betrifft. Auch in diesem Bereich sollte die Fußballabteillung des SVN einen baldigen Aufstieg anpeilen.

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