Sontheim Sontheimer Stürmer ist heiß auf sein Comeback

In Minneapolis schuftet Sontheims Stürmer Philipp Schmid für sein Comeback. Dabei darf auch der Fußball nicht vernachlässigt werden.
In Minneapolis schuftet Sontheims Stürmer Philipp Schmid für sein Comeback. Dabei darf auch der Fußball nicht vernachlässigt werden. © Foto: Foto: Christian Thumm
Sontheim / Von Edgar Deibert 01.01.2019
Der FV Sontheim spielte bislang auch ohne seinen Top-Angreifer Philipp Schmid eine gute Saison. Nun kehrt der 24-Jährige zum Landesliga-Wiederbeginn Ende Februar zurück.

Sind sie zu stark, bist Du zu schwach! Macht Sinn. Oder? Zum dritten mal innerhalb der letzten neun Jahre versucht sich der FV Sontheim in der Fußball-Landesliga. Zweimal stiegen die Brenztäler in den Spielzeiten 2009/10 und 2012/13 sang- und klanglos ab. Jeweils als Tabellenletzter.

Doch da alle guten Dinge bekanntlich drei sind, bringt der FV Sontheim in der aktuellen Saison eingefleischte Fans sowie Skeptiker gleichfalls zum Staunen. Und auch jemanden, dank dessen Tore der FVS in der vergangenen Saison erst Meister der Bezirksliga geworden ist. Stürmer Philipp Schmid erzielte 44 Treffer (und 9 Vorlagen) in 27 Einsätzen und wurde damit mit weitem Vorsprung Torschützenkönig.

Praktikum in Minneapolis

Doch die Feiern zur Meisterschaft und dem Gewinn des Bezirkspokals waren kaum verdaut, schon war Schmid weg. Der 24-Jährige brach gleich nach Saisonende in die USA auf, wo er in Minneapolis im Rahmen seines Masterstudiums zum Wirtschaftsingenieur bei „Zeiss“ ein halbjähriges Auslandspraktikum absolviert.

Der FVS ohne seine fleischgewordene Lebensversicherung? Konnte das gutgehen? Es ging bislang zumindest auf. Nach 16 Spieltagen haben die Sontheimer 20 Punkte auf dem Konto und belegen damit den zehnten Tabellenplatz.

„Wenn das jemand zu uns vor der Saison gesagt hätte, hätte das jeder unterschrieben“, sagen Schmid und Sontheims Spieletrainer Marcus Mattick unabhängig voneinander. Kein Wunder, in der Landesliasaison 2009/10 hatte der FVS nach 16 Spieltagen 13 Punkte auf der Habenseite, in der Landesliga-Spielzeit 2012/13 gar nur 9 Zähler zum selben Zeitpunkt. „Wir liegen momentan über den Erwartungen. Uns war auch bewusst, dass wir ein absoluter Außenseiter sind“, fügt Mattick an.

Was allerdings negativ auffällt: Die Sontheimer kassieren nach wie vor gerne viele Tore. 2009/10 waren es nach 16 Spieltagen 50, in der Spielzeit 2012/13 noch 45 – und nun immerhin 41. „Die Ergebnisse können einen schon verwundern“, sagt Schmid aus der Ferne. So bekamen die Sontheimer von Stuttgart und Geislingen jeweils sieben Treffer eingeschenkt.

Dafür hat Spielertrainer Mattick allerdings eine Erklärung: Die Gegentore seien der – für die Landesliga – neuen Spielweise geschuldet. „Wir wollen uns nicht nur hinten reinstellen, sondern nach vorne auch mit mehr Risiko spielen. Da kann auch mal ein 3:7 zustande kommen“, so der 28-Jährige. „Aber klar, wie wir manche Gegentore bekommen ist ärgerlich. Da müssen wir daran arbeiten.“

Schmids Abgang kompensiert

Nichtsdestotrotz, die laufende Landesliga-Spielzeit verspricht dennoch die erfolgreichste zu werden. Auch, oder gerade weil, so manch ein Beobachter der Meinung ist, dass die Landesliga in dieser Spielzeit nicht die stärkste sei.

Doch weitaus wichtiger ist die Tatsache, dass der Aufsteiger den Abgang auf Zeit seines Top-Angreifers kompensiert hat. „Offensiv verteilt sich das nun auf mehreren Schultern“, sagt Mattick. So sprangen Spieler wie Kapitän Christoph Renner (7 Treffer, in der Vorsaison waren es 4), die beiden „Sechser“ Jonathan Mack (5), Daniel Gentner (4) oder der junge Ruben Ertle (2) in die Bresche.

Und was passiert, wenn Schmid wieder mit dabei ist? Seinen Rückflug hat der Angreifer für Donnerstag, 28. Februar, gebucht. Nur wenige Tage später geht für die Sontheimer die Saison am 3. März mit einem Auswärtsspiel beim Tabellenletzten TSV Weilheim weiter.

Schmid würde da zu gerne bereits zumindest im Kader stehen. „Eine große Anlaufzeit brauche ich nicht. Das wird der Trainer schon merken“, scherzt der Stürmer. Und nach ein bis zwei Wochen Training sei er dann bestimmt wieder „voll drin“.

Denn während seiner Auszeit hat Schmid die Beine nicht hochgelegt, sondern eine neue Sportart für sich entdeckt: Crossfit, eine Art Ganzkörpertraining. Hierbei stehen Workouts im Mittelpunkt, in denen es um Gewichte stemmen, Ausdauerläufe oder Sprints geht. „Nach einer Stunde bin ich kaputt, da geht man so richtig bis an die Grenze“, erklärt Schmid, der Crossfit fünfmal die Woche betreibt.

Sontheims Trainer wartet ab

Und wie sieht es mit dem Ballgefühl aus? „Das geht nicht verloren, keine Sorge“, betont der Stürmer. Zusammen mit anderen Studenten spiele er ein- bis zweimal die Woche Fußball. Bis November draußen, danach aufgrund des Schnees in einer Soccerhalle.

Noch zurückhaltend äußerst sich Sontheims Coach Mattick, der sich – verständlicherweise – zunächst von Schmids Fitnesszustand überzeugen möchte. „Mein persönliches Ziel ist es, fitter zurückzukommen, als ich es bei meinem Weggang gewesen bin“, bringt es dabei der Angreifer auf eine einfache Formel. Und in der Offensive liegt schließlich seine Stärke.

Von Chicago bis nach Kalifornien – Philipp Schmid macht seinen Master

Minneapolis (420 000 Einwohner) liegt im Bundesstaat Minnesota

im Norden der USA. Der Fluss Mississippi fließt mitten durch die Stadt.

Andere Städte wie Chicago, Denver sowie der Bundesstaat Kalifornien oder Sehenswürdigkeiten wie die Rocky Mountains standen auf dem Programm von Philipp Schmid.

Durch sein Praktikum möchte sich Schmid in erster Linie beruflich weiterentwickeln. Dafür ist er zwar weit weg von seinem zu Hause gegangen. Allerdings sei in Minneapolis „alles wie daheim“, sagt Schmid. So gibt es auch einen großen Teil deutschstämmiger Bevölkerung.

Bachelor of Ingenieur (Maschinenbau) ist Philipp Schmid bereits. Dem will der 24-Jährige den Master folgen lassen. Seine Arbeit, an der er momentan schreibt, dreht sich um den Bereich Industrial Management.

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