Sontheim / Edgar Deibert Für den FV Sontheim geht es am Sonntag mit einem Spiel bei Schlusslicht Weilheim in der Landesliga weiter.

Soll's jetzt tatsächlich weitergehen? Rollt der Ball nun auch in den unteren Fußballigen? Viele Fans haben sich sicherlich mit der fußballfreien Zeit im Amateurbereich arrangiert, doch nun bekommen Wochenenden wieder einen Sinn. Bier und Stadionwurst statt Kaffee und Kuchen.

Den Anfang macht die Landesliga, in der heute und morgen der 17.?Spieltag ansteht. Und das nach knapp drei Monaten Winterpause. Spannend zu sehen wird es sein, wie Aufsteiger FV Sontheim, der bislang eine bemerkenswerte Saison spielt und den zehnten Platz belegt, die Fußballferien wegsteckt. „Ganz faul waren wir nicht“, verrät Marcus Mattick schon mal. Der Sontheimer Spielertrainer nahm mit seinem Team an drei Hallenturnieren teil (Höchstädt, Sontheim und Steinheim), alle wurden gewonnen.

Zudem befindet sich der FVS seit sechs Wochen in der Vorbereitung auf den Rest der Freiluftsaison. Wobei die Spieler in den ersten drei Wochen den Ball kaum sahen – aufgrund der Platzverhältnisse. „Die Vorbereitung war eher schwierig“, sagt Mattick. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht und der Fokus auf Fitnesseinheiten gelegt. Das Team sei zwar nicht unfitt, aber der körperliche Zustand sei nun einmal die Grundlage, um bis zum Ende konzentriert aufzutreten, erklärt der FVS-Coach.

Zum Biathlon nach Sonthofen

Für drei Tage ging es auch ins Trainingslager nach Sonthofen, wo nicht nur in der Soccerhalle und auf Kunstrasen trainiert wurde. So stand auch Biathlon auf dem Programm. „Das geht schön in die Oberschenkel“, sagt Mattick.

Einen weiteren Schwerpunkt der Vorbereitung kann man an der Tabelle ablesen: In bislang 16 Partien kassierten die Sontheimer 41?Gegentore, nur Schlusslicht Weilheim (50) und der Tabellenvorletzte Bargau (49) mussten mehr hinnehmen. „Ganz klar, wir wollen hinten besser stehen“, sagt Mattick auch im Rückblick auf die eine oder andere Klatsche, die sein Team bekommen hat. Trotzdem möchten die Sontheimer auch weiterhin mutig nach vorne spielen, aber auch hinten enger stehen.

Und dennoch: Noch nie stand der FVS in der Landesliga besser da. Auf die Abstiegszone sind es immerhin sechs Punkte Vorsprung. Da könnte man doch glatt mal die Beine etwas hochlegen? Doch genau hier will Mattick ansetzen: „Ich werde schon dafür sorgen, dass sich keine Zufriedenheit einstellt“, kündigt der Sontheimer Spielertrainer an. „Bei uns braucht sich keiner sicher zu fühlen.“

Sontheims Trainer mahnt

Der 28-Jährige begründet dies wie folgt: Zum einen würden die Gegner den FV Sontheim inzwischen kennen und sich dementsprechend auch besser einstellen. Zum anderen könnte es sein, dass die Aufstiegseuphorie, von der die Sontheimer zu Beginn profitiert haben, langsam abebbt. Mattick vermutet, dass durch diesen psychologischen Aspekt seinem Team bis zu fünf Prozent fehlen könnten und warnt daher: „Der Rest der Runde wird viel schwieriger.“

Personell hat sich beim FVS nicht viel getan, bis auf drei Ausnahmen. So hat sich Ruben Ertle eine Woche vor Beginn der Vorbereitung im Unisport verletzt (Muskelbündelriss). Auch auf Timo Gauß (Verletzung am Schulterblatt) müssen die Sontheimer zunächst verzichten.

Dafür kehrt mit Philipp Schmid der Top-Torjäger der vergangenen Bezirksligasaison (44 Tore und 9 Vorlagen) von seinem halbjährigen Auslandspraktikum in den USA zurück. Ende des vergangenen Jahres hielt sich Mattick bei der Frage, wie schnell Schmid wieder Teil des Teams wird, noch zurück. Jetzt sagt der Coach, auch angesichts der personellen Situation: „Es ist kein Geheimnis, dass Philipp im ersten Spiel von Anfang an auflaufen wird.“ Schmid habe sich aufgrund seiner Leistungen viel Kredit erspielt. „Da muss ich auch nicht viel erklären. Wir brauchen ihn einfach“, so Mattick.

Das Ziel ist dabei weiterhin klar. Im dritten Anlauf soll der Klassenerhalt in der Landesliga gelingen. „Aller guten Dinge sind drei“, sagt Sontheims Spielertrainer Mattick selbstbewusst.

Weilheim mit dem Rücken zur Wand

Davon ist der Gegner (Anpfiff am Sonntag, 3. März, um 15 Uhr) noch weit entfernt. Nach nur einem Sieg in 16 Begegnungen belegt der TSV Weilheim/Teck den letzten Tabellenplatz (sechs Punkte). Lediglich am ersten Spieltag gewann die Mannschaft von Trainer Benjamin Geiger gegen Weilimdorf (4:2). „Die stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen gewinnen“, sagt Mattick über den TSV. „Für uns wird es wichtig sein gegenzuhalten.“ Zudem wolle Sontheim an die Leistung aus dem Hinspiel, dass man 2:0 gewann, anknüpfen.

Anderes Auswärtsgesicht?

Dabei möchte der Coach, dass sein Team auch auswärts ein anderes Gesicht zeigt als bisher. In sieben Partien auf fremden Boden holten die Sontheimer nur fünf Punkte – und kassierten hier zum Teil deutliche Niederlagen.

Aufgegeben hat sich der TSV Weilheim aber noch lange nicht. Dabei hat der Verein Ruhe bewahrt und an Trainer Benjamin Geiger festgehalten. „Ich spüre die volle Rückendeckung“, sagt der 39-Jährige. „Natürlich wussten wir aber auch, welche Szenarien nach dem personellen Umbruch eintreten könnten. Es kam also nicht völlig überraschend.“

Die Wintervorbereitung sei aber gut gewesen. „Wir hatten super Bedingungen auf Kunstrasen“, so Geiger, der auf ein Trainingslager („ohne Schnickschnack“) verzichtet hat. Auch in den Testspielergebnissen habe es sich widergespiegelt. Alle vier Freundschaftsspiele wurden von Weilheim gewonnen. „Wenn wir unsere Minimalchance wahren wollen, müssen wir nun auch gut in die restliche Runde starten“, betont Geiger.

Zwei Neuzugänge bei Weilheim

Dabei helfen sollen auch zwei Neuzugänge: Marc Djorovic kommt vom Ligakonkurrenten Ebersbach/Fils. Der Mittelfeldspieler und Geiger kennen sich noch aus der gemeinsamen Zeit beim TSV Bad Boll. Zudem stieß Dogukan Dogan dazu. Der 19-jährige Angreifer war bereits im Sommer in Weilheim im Gespräch, blieb aber beim Oberligisten SSV Reutlingen (ein Einsatz). „Es sind jüngere Spieler, die aber Qualität reinbringen“, sagt Geiger.

Sontheim sei dabei auch noch nicht sicher, sagt der Weilheimer Coach, der die Vorzüge des FVS herausstreicht: „Sie haben eine eingeschworene Mannschaft, die über Kampf und Leidenschaft kommt. Diesen Kampf müssen wir annehmen.“