Fußball / Mathias Ostertag Die fünf Teams aus dem Verbreitungsgebiet der HZ stecken voll in der Vorbereitung auf die Rückrunde. Meist wird auf Kunstrasen trainiert – oder auch mal in der Halle. Gelaufen wird dagegen selten.

Am morgigen Sonntag geht's wieder weiter in den unteren Fußballklassen. Die fünf Bezirksligisten SV Neresheim, TSG Nattheim, TSG Schnaitheim, VfL Gerstetten und AC Milan Heidenheim haben eine mehrwöchige Vorbereitung hinter sich.

Mehrmals die Woche mussten die Spieler zum Training antreten – oder es ging für einige Tage ins Trainingslager am Gardasee. Nur das Laufen im Wald zieht kein Verein wirklich mehr in Betracht. Ein Überblick.

SV Neresheim (Platz 1, 37 Punkte): am Anfang ohne Coach

Bei Spitzenreiter SV Neresheim musste man lange ohne den neuen Trainer Erdal Kalin auskommen. Dessen offizieller Dienstantritt fiel auf den 1. März, vorher durfte er keine Trainingseinheit leiten, da sein gekündigter Arbeitsvertrag mit seinem vorherigen Verein, dem Verbandsligisten TSV Essingen, erst Ende Februar auslief. Anwesend war der 47-Jährige in den vergangenen Wochen aber trotzdem, half schon „ehrenamtlich“ mit, um den tatsächlichen Trainingsablauf kümmerten sich aber in der Zwischenzeit die beiden Kapitäne Denis Werner und Sven Lukina.

Abgesehen davon, ist man in Neresheim laut Abteilungsleiter Stefan Aubele mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung, die für den SVN am Sonntag, 10. März, mit einem Heimspiel gegen den FV Unterkochen endet, sehr zufrieden. Zu Beginn habe man sich noch auf dem Kunstrasenplatz in Unterkochen eingemietet, mittlerweile trainiere man aber dank des milden Wetters auf dem eigenen Platz – und nutze diesen auch gezielt für Krafteinheiten.

Vor einigen Tagen bezogen die Neresheimer außerdem ein viertägiges Trainingslager am Gardasee, um sich den letzten Feinschliff für eine Saison zu holen, an deren Ende für den derzeitigen Bezirksliga-Tabellenführer – im Optimalfall – der Aufstieg in die Landesliga stehen könnte.

TSG Nattheim (Platz 3, 33 Punkte): notfalls auch Spinning

In Sachen Aufstieg ein Wörtchen mitreden kann auch noch die TSG Nattheim – bei derzeit lediglich vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Neresheim. Zwar spricht man auf der Halde nicht offen über mögliche Saisonziele, dennoch will Trainer Klaus Beyrle die „recht gut“ verlaufene Hinrunde mit einer ähnlich guten Rückrunde „bestätigen“.

In der Wintervorbereitung sind die Trainingsmöglichkeiten in Nattheim etwas begrenzter als bei der Konkurrenz, die zwei Rasenplätze bei kalter Witterung kaum nutzbar. Deshalb wich man einmal die Woche auf den Kunstrasenplatz in der Königsbronner Waldsiedlung aus und traf sich zur Spinning-Einheit in einem Heidenheimer Fitnessstudio.

Und wenn wettertechnisch ein Training auf dem Platz unmöglich war, wurde eben auch mal eine Laufeinheit durch den Ort organisiert. „Das war aber echt die Ausnahme“, so Beyrle. Die Testspiele bestritt man oft bei Vereinen mit Kunstrasenplatz. Ein Trainingslager wie der Nachbar aus Neresheim haben die Nattheimer nicht absolviert.

TSG Schnaitheim (Platz 6, 27 Punkte): Defensive stabilisieren

Die Defensive zu stabilisieren ist das wesentliche Kriterium, auf das man bei der TSG Schnaitheim in dieser Wintervorbereitung besonders viel Wert gelegt hat. Seit dem 30. Januar ist die TSG wieder im Training, zuletzt war man – wie die Ligakonkurrenten Neresheim und Gerstetten – im Trainingslager am Gardasee.

Ansonsten konnte man sich die gute Infrastruktur mit dem Kunstrasenplatz am Fischerweg zunutze machen und viele Trainingseinheiten und Testspiele dort abhalten. „Das ist fast schon ein Luxusproblem, wir müssen lediglich die Belegungszeiten beachten“, so Bartak. Aufgrund der guten Trainingsmöglichkeiten und des milden Wetters der vergangenen Wochen konnte man in Schnaitheim auf reine Laufeinheiten verzichten. „Das hat es in den drei Jahren, die ich mittlerweile hier bin, noch gar nicht gegeben“, so Bartak.

VfL Gerstetten (Platz 10, 18 Punkte): mehr Konstanz nötig

In Gerstetten wäre man schon sehr zufrieden, die Rückrunde würde deutlich besser verlaufen als die ersten 16 Spiele der Saison. In der Vorrunde sei das Team oftmals unter seinen Möglichkeiten geblieben, so Trainer Sebastian Knäulein. Aufgrund der katastrophalen Sommervorbereitung habe man trotz eines gut besetzten Kaders relativ wenig erreicht. „Unser Kader ist nur leider sehr dünn“, so Knäulein.

In vielen Partien habe man aber auch Pech gehabt, dabei könne man grundsätzlich mit jedem Gegner mithalten. „Wir müssen nur einfach mehr Konstanz in unser Spiel reinbringen. Deshalb haben wir in der Winterpause viel Wert gelegt auf die taktische Weiterentwicklung.“

Oberstes Ziel der Gerstetter ist es, sich schnell aus den unteren Tabellenregionen zu verabschieden und im Verlauf der Rückrunde ein paar Ränge nach oben zu klettern. Verzichten muss der 37-Jährige aber auf Torjäger Edis Yoldas, der sich in der Winterpause Ligakonkurrent SV Neresheim anschloss.

Traditionell tut man sich in Gerstetten in der Wintervorbereitung schwer den eigenen Rasenplatz zu nutzen. „Wir waren vermutlich der einzige Verein im Kreis Heidenheim, bei dem zuletzt immer noch Schnee auf dem Platz lag“, sagt Knäulein und lacht.

Deshalb nutzte man mehrfach den Kunstrasen in Söhnstetten oder die vor Ort befindliche Pirtek-Arena, eine Indoor-Kunstrasenhalle: „Uns war es wichtig, sehr viel mit Ball zu trainieren. Vom reinen Laufen auf Zeit halte ich nichts“, so Knäulein.

Waldläufe mache man gar nicht, vielmehr lege man Wert auf die fußballspezifische Kraftausdauer. „Drei gegen drei, vier gegen vier, kleinere Spielformen. Da bekommen die Spieler die nötige Ausdauer für die Rückrunde.“ Kraft getankt haben die Gerstetter auch wieder bei einem dreitägigen Trainingslager in Torbole am Gardasee.

AC Milan Heidenheim (Platz 12, 16 Punkte): Klasse halten!

Punktetechnisch auf der sicheren Seite ist man momentan auch noch beim AC Milan Heidenheim. Auf den Relegationsplatz, auf dem derzeit der TV Heuchlingen steht, ist es aber nur ein Punkt Vorsprung. Entsprechend hat das Team um Trainer Dusko Cuckovic alles dem Ziel untergeordnet, den Abstieg zu vermeiden. „Wir halten die Klasse“, kündigt der Milan-Coach selbstbewusst an. Damit dies gelingt, trainierte der Bezirksliga-Zwölfte mindestens dreimal die Woche, ergänzt durch ein Testspiel an Wochenenden.

Von Vorteil ist für Milan, dass man sich die Sportanlagen mit dem SV Mergelstetten teilt – und da es auf den Reutenen gleich zwei Kunstrasenplätze gibt, kann meist auch mindestens einer genutzt werden. Auf Waldläufe verzichtet man bei Milan komplett.

„Stattdessen haben wir mal eine Spinning-Einheit eingebaut, mehr aber auch nicht“, so Cuckovic. Zuletzt traf man sich zu einer Art Heim-Trainingslager auf der Sportanlage, wo neben den Trainingseinheiten auch taktische Schulungen auf dem Plan standen. Oder – ganz banal – ein gemeinsames Mittagessen.

Der Rückrunden-Auftakt in der Bezirksliga

Bis auf den VfL Gerstetten haben zum Rückrundenauftakt am morgigen Sonntag alle Teams aus dem Verbreitungsgebiet der HZ Heimrecht.

Tabellenführer SV Neresheim empfängt den FC Unterkochen, Verfolger TSG Nattheim hat den TV Heuchlingen zu Gast (alle Begegnungen werden um 15 Uhr angepfiffen).

Auf dem Kunstrasenplatz am Fischerweg empfängt die TSG Schnaitheim die Sportfreunde Lorch, der AC Milan Heidenheim bekommt es auf den Reutenen mit der SG Kirchheim/Trochtelfingen zu tun.

Der VfL Gerstetten will beim SV Wört zum Auftakt drei Punkte einfahren. most