Fußball Kreisliga B 5 künftig mit Meisterrunde?

Noch kommt der vom Fußballbezirk Ostwürttemberg für die Kreisliga B 5 vorgeschlagene neue Spielmodus nicht zur Umsetzung. Auf lange Sicht könnten Teams wie die TSG Giengen (blaues Trikot) und der SV Altenberg aber in einer Meister- oder Platzierungsrunde antreten.
Noch kommt der vom Fußballbezirk Ostwürttemberg für die Kreisliga B 5 vorgeschlagene neue Spielmodus nicht zur Umsetzung. Auf lange Sicht könnten Teams wie die TSG Giengen (blaues Trikot) und der SV Altenberg aber in einer Meister- oder Platzierungsrunde antreten. © Foto: hz
Kreis Heidenheim / Mathias Ostertag 30.01.2019
Weil die Zahl der aktiven Vereine im Bezirk zurückgeht, wird über eine Neuordnung der untersten Spielklasse diskutiert.

Zuletzt war es der Rückzug des SV Eglingen-Demmingen zum Ende der vergangenen Spielzeit im Sommer 2018, der die Verantwortlichen wieder einmal ins Grübeln brachte. Aktuell besteht die Fußball-Kreisliga B5 noch aus zwölf Teams, darunter sind mit der TSG Nattheim, dem SV Mergelstetten und dem AC Milan Heidenheim aber auch drei zweite Mannschaften, deren „Erste“ in der Bezirksliga (Nattheim, Milan) beziehungsweise Kreisliga A3 spielen. Und das birgt Saison für Saison die Gefahr, dass ein Verein seine zweite Mannschaft abmeldet und stattdessen lieber ein Reserveteam bildet.

Nachdem nun Ende vergangenen Jahres die TSV Herbrechtingen und der SV Bolheim öffentlich kundgetan haben, ab der Saison 2019/20 gemeinsame Sache in Form einer Spielgemeinschaft zu machen (wie in der HZ berichtet), wird die Kreisliga B5 nach aktuellem Stand nur aus elf Teams bestehen. Das wäre zwar nach Ansicht von Bezirksspielleiter Jens Peter-Schuller und Staffelleiter Roland Wagner gerade noch vertretbar. Wenn aber auf lange Sicht ein weiteres Team wegfallen würde, müsste man sich Gedanken machen über das weitere Vorgehen machen. Dieses wurde am vergangenen Wochenende den Vereinsvertretern im Sportheim der TSG Hofherrnweiler präsentiert. Im Rahmen einer Vereinsbefragung sind nun alle 140 Vereine im Bezirk Ostwürttemberg dazu aufgerufen, unter anderem über diesen Punkt bis Mitte Februar schriftlich abzustimmen.

Neuer Modus bei zehn Teams?

Konkret würde das dies im Fall der Kreisliga B5 eine generelle Neuordnung des Spielbetriebs bedeuten. Mitte November haben die Bezirksverantwortlichen beim Württembergischen Fußballverband (WFV) den Antrag gestellt, künftig auf die Möglichkeit einer Qualifikations-Runde zurückgreifen zu können, sollte die B5 nur noch aus zehn oder neun Teams bestehen. Denn dass die Runde nur mit neun oder zehn Teams angegangen würde und dann Ende Oktober die Hinrunde endet die Rückrunde erst wieder im März begänne, halten die Bezirksverantwortlichen wie auch die Vereine für keine gangbare Situation. „Wir haben darum in letzter Zeit verschiedene Modelle diskutiert und uns dann auf den Vorschlag geeinigt und diesen den Vereinen präsentiert“, so Roland Wagner.

Der Bezirksspielleiter verdeutlicht die Idee am Beispiel von zehn Mannschaften: die Teams spielen zunächst eine Hin- und Rückrunde als Qualifikation aus. Die fünf Erstplatzierten in der Tabelle sind im Anschluss in einer Meisterrunde vertreten und spielen, ebenfalls in einer Hin- und Rückrunde, den Meister und Relegationsteilnehmer aus. Unter den verbliebenen fünf Teams aus der unteren Tabellenhälfte wird ebenfalls der Meistertitel ausgespielt, ein Aufstieg in die Kreisliga A3 ist dann aber nicht möglich. „Man könnte den Tabellenersten dann zum Kreisliga C-Meister küren“, so Wagner. Das Berechnungsbeispiel für die zehn Teams würde 26 Saisonspiele ergeben, was wiederum vergleichbar wäre mit einer normalen 14er-Staffel, wovon die B5 derzeit weit entfernt ist.

Da durch den Zusammenschluss der beiden Teams aus Herbrechtingen und Bolheim aber jetzt schon feststeht, dass die B5 nach aktuellem Stand nur aus elf Mannschaften bestehen würde. Somit entscheiden die Vereine des Bezirks in den kommenden Wochen demokratisch darüber, ob aus der Idee ein tatsächlicher Spielmodus werden könnte. „Es gibt immer ein paar Wackelkandidaten, daher müssen wir uns damit konkret auseinandersetzen“, sagt Wagner.

Ein wesentlicher Grund, warum man von Seiten des Bezirks auf den Qualifikationsmodus mit anschließender Meisterrunde setzt, ist, dass man auf das Hin- und Herverschieben von Teams zwischen den einzelnen B-Staffeln innerhalb Ostwürttembergs verzichten will. „Auch in den anderen KreisligenB gibt es einige zweite Mannschaften. Daher ist deren Zusammensetzung auch nie ganz planbar. Aber ein Team mal in der einen, mal in der anderen Staffel spielen zu lassen, kann nicht die Lösung sein“, so Roland Wagner.

Die Rückmeldung der Vereine in Hofherrnweiler war zunächst gering, es wurde, wie Wagner sagt, „insgesamt zur Kenntnis genommen“. Es habe keinerlei negative Wortmeldungen gegeben, allein ein Vertreter von Eintracht Staufen habe sich dafür ausgesprochen, eine vernünftige Lösung zu finden, da man sich sonst überlegen müsse, stattdessen das Team in einer bayerischen Liga anzumelden. „Das hat uns darin nur bestärkt, dass unsere Idee einer vernünftigen Umsetzung bedarf“, so Wagner.

Mehrheit entscheidet

Nun sind die 140 Vereine des Bezirks Ostwürttemberg dazu aufgerufen, bis Mitte Februar über diese und einige weitere Änderungen (siehe Info) abzustimmen. Roland Wagner rechnet damit, dass bis Ende Februar entschieden ist, welche Vorschläge der Vereinsbefragung tatsächlich umgesetzt werden. „Was zählt ist das, was die Mehrheit will. Wenn sich ein Verein nicht an der Umfrage beteiligt, trägt er die gemeinsame Entscheidung eben mit. Es gibt keinen Zwang, teilzunehmen.“ Trotzdem hofft der Staffelleiter auf breite Zustimmung.

Abstimmung auch über künftigen Relegationsmodus

Die Vereinsbefragung durch den Fußballbezirk Ostwürttemberg findet in der Regel alle drei bis vier Jahre statt.

Zuletzt waren die Fußballvereine im Februar 2014 zusammengekommen, um über den Fußball im Bezirk betreffende Themen zu diskutieren und im Anschluss abzustimmen.

„Dieses Mal hat es etwas länger gedauert, aber dafür hatten wir von Bezirksseite einige wichtige Themen auf die Agenda gesetzt“, so Roland Wagner, Staffelleiter für die Kreisligen A 3 und B 5.

Neben der Entscheidung über den möglichen Modus in der Kreisliga B 5 kann auch über den künftigen Relegationsmodus der drei Kreisligen A abgestimmt werden. Die Bezirksverantwortlichen schlagen vor, dass, anders als bisher, auch der Nichtabsteiger aus der Bezirksliga sofort in der Relegation startet und so dessen Wartezeit verkürzt wird.

Die Anzahl der für die Zuschauer attraktiven Spiele bleibt gleich, die Relegation könnte schneller gespielt werden. Zuvor spielten die Kreisliga A-Vereine in zwei Begegnungen einen Sieger aus, bevor im dritten Spiel das Team aus der Bezirksliga besiegt werden musste. Stimmen die Vereine dem Vorschlag zu, könnte dieser schon zur Saison 2019/20 umgesetzt werden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel