Kreis Heidenheim In den Hallen geht’s ans Kicken

Eingenetzt: Auch abseits der Hallenfußballturniere herrscht gute Stimmung, wie hier im vergangenen Jahr in Nattheim beim FV Sontheim um Jonathan Mack (in der Mitte beim Jubeln). In diesem Jahr starten die Sontheimer in Steinheim.
Eingenetzt: Auch abseits der Hallenfußballturniere herrscht gute Stimmung, wie hier im vergangenen Jahr in Nattheim beim FV Sontheim um Jonathan Mack (in der Mitte beim Jubeln). In diesem Jahr starten die Sontheimer in Steinheim. © Foto: Markus Brandhuber
Kreis Heidenheim / Von Edgar Deibert 27.12.2018
Bei verschiedenen Hallenturnieren in der Region können kleine und große Ballkünstler bestaunt werden. Dabei spürt besonders der SV Neresheim die Konkurrenz durch Futsal.

Freud und Leid liegen im Sport eng beieinander. Und das nicht nur sportlich betrachtet. Wenn aufgrund der Winterpause der Spielbetrieb in die Hallen verlagert wird, seufzen weniger technisch beschlagene Fußballer laut auf oder verzichten gar freiwillig im Vorfeld. Während Ballartisten – selbsternannte und diejenigen, die es tatsächlich auch sind – sich darauf freuen, ihre Tänzchen auf dem Parkett hinzulegen.

Denn Hallenturniere bedeuten Samba, Stimmung und Staunen. Die Zeit des „Budenzaubers“ ist die Zeit der Beinschüsse, der Doppelpässe mit der Bande und der Finten. Quasi Fußball in seiner ursprünglichen Form, wie er in der Jugend auf dem Bolzplatz zelebriert wurde. Allzu ernst werden die Hallenturniere dabei auch nicht genommen, denn der Spaß steht dabei eindeutig im Vordergrund, weiß auch Otmar Burr. „Alles kann, nichts muss“, fasst der Leiter der Fußballabteilung der TSG Nattheim die Zeit der Hallenturniere zusammen und fügt an: „Nach ein paar Tagen Ruhe sind viele Jungs wild auf die Halle.“

Dabei kommen die Vereine nicht ohne taktische Pläne aus. So gilt es für die TSG Nattheim sieben Jugendturniere und ein Männer-Aktiventurnier zu organisieren. Während der Nachwuchs (Bambini bis A-Junioren) vor allem Verwandte wie zum Beispiel Großeltern in die Ramensteinhalle lockt, gilt das Männer-Turnier (in diesem Jahr am Sonntag, 30. Dezember) als der bestbesuchte Höhepunkt der Reihe. Ins Rennen geht auch in diesem Jahr Titelverteidiger AC Milan Heidenheim, auch die Sportfreunde Dorfmerkingen (Verbandsliga) stellen ein Team.

Absprache zwischen Ausrichtern

Die ausrichtenden Vereine kooperieren allerdings auch, erklärt Christian Schrodi, Abteilungsleiter Sport des TV Steinheim. In Absprache mit der TSG Nattheim richtet der TVS sein Männer-Wettbewerb bereits am heutigen Freitag, 28. Dezember aus. Schließlich soll es abseits der Spielfelder keine Konkurrenz geben. In Steinheim gehen die beiden Landesligisten SC Geislingen und der FV Sontheim als Favoriten ins Rennen. Zudem richtet der TVS am morgigen Samstag ein Frauenturnier aus.

Die Vorbereitung sei schon ein „Kraftakt“, sagt Schrodi. So muss auch die Bande aufgebaut werden, für die allein knapp drei Stunden eingeplant werden müssen. Doch es lohne sich, in der Wentalhalle hätten sich schon bis zu 1000 Zuschauer eingefunden. „Es ist schon eine Art Budenzauber“, sagt Schrodi und fügt an: „In jedem Team gibt es mindestens einen Ballzauberer, der durch die Halle wirbelt. Das gehört einfach dazu.“

Auch für Stefan Aubele vom SV Neresheim gehören Techniker dazu. „Die lieben die Halle“, sagt der 42-Jährige. Hallenturniere stehen für „gepflegten und schönen Fußball mit schönen Einzelaktionen“, so Aubele weiter. „Und es geht mal nicht um Auf- oder Abstieg. Also läuft alles stressfreier ab.“

Neuerung in Neresheim

Der SVN veranstaltet im neuen Jahr sein 16. Hallenmasters. Los geht es am Freitag, 11. Januar 2019 mit den Alten Herren (10 Teams). Am Samstag steigt das Turnier der Kreisligisten (A und B, ebenfalls 10 Mannschaften) und zum Abschluss treten die Landes- und Bezirksligisten am Sonntag an (ebenfalls 10 Teams). Eine separate Vorschau folgt in den kommenden Tagen.

Wobei es in diesem Jahr eben nicht ausschließlich Teams aus der Landes- und Bezirksliga sind. „Das bekommen wir nicht mehr hin“, bedauert Aubele. So spielen am Sonntag auch Türkspor Heidenheim (Kreisliga A 3), der SSV Aalen (Kreisliga A 2) und die Eintracht Staufen (Kreisliga B 5).

Es werde zum Beispiel immer schwieriger, Vereine aus dem benachbarten bayrischen Kreis zu motivieren. Die Konkurrenz durch eine andere, verwandte Hallensportart werde immer größer. „Es gibt Teams, die lieber Futsal spielen“, so Aubele. Zudem gebe es auch Spieler, die einfach keine Lust auf Fußball in der Halle hätten, ist sich Aubele sicher.

Der VfL Gerstetten verzichtet

Auffällig ist, dass zum Beispiel der VfL Gerstetten, der eine Mannschaft mit vielen beschlagenen Technikern in seinen Reihen hat, bei keinem Turnier dabei ist. Und dies aus verschiedenen Gründen, sagt Sebastian Knäulein. Zum einen sei die Verletzungsgefahr zu groß, so der Gerstetter Trainer. Zudem habe der VfL viele Spieler, die noch vor kurzem verletzt waren.

„Wir haben einfach nicht genug Spieler. Und wenn wir teilnehmen, dann aber richtig“, sagt Knäulein. Denn nur dann bereiten Hallenturniere auch wirklich Freude. . .

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