München / Edgar Deibert Im Pokalfieber: Der gebürtige Mergelstetter Tibor Ozsvald hat nach München einen Bus gemietet, in dem bereits Thomas Müller und Julian Draxler einen Film gedreht haben.

Irgendwie war es für ihn klar, dass es für den 1. FC Heidenheim im Viertelfinale des DFB-Pokals zum FC Bayern nach München geht: Kurz nach der Auslosung hatte sich Tibor Ozsvald bereits Karten organisiert. Und auch was die Fahrt in die bayrische Hauptstadt angeht, hatte der gebürtige Mergelstetter, der seit 2000 in Aalen lebt und hier heute eine Kaffeebar betreibt, eine genaue Vorstellung. Ozsvald mietete bei Josef Albrecht für sich und seine Mitstreiter den Oldtimer-Bus „Sonja“ (benannt nach Albrechts Tochter) an.

Nun kann man sich vorstellen, dass der Bus aus dem Baujahr 1963 mit den Panoramascheiben einiges erlebt hat. So diente er unter anderem für die Präsentation des Trikots der deutschen Nationalmannschaft vor der Weltmeisterschaft 2014 als Kulisse. Damals überraschten die zukünftigen Weltmeister Thomas Müller und Julian Draxler in München Fans in eben diesem Bus.

Holger Sanwald in Manchester getroffen

Und auch in der Saison 2016/17 war „Sonja“ beim legendären 2:1-Sieg des FCH beim VfB Stuttgart im Einsatz. „Vielleicht ist das ja ein gutes Omen“, sagt Ozsvald im Hinblick auf das Heidenheimer Gastspiel bei den Bayern. „Und nach dem Elfmeterschießen geht’s wieder heim“, fügt der 65-Jährige an. Ohne allerdings sich festzulegen, welches Team letztlich gewinnt.

Ozsvald begleitet dabei den Weg der Heidenheimer Fußballer seit vielen Jahrzehnten. So war er schon 1984 Stadionsprecher im Albstadion. 1998 traf er in Manchester zum ersten Mal Holger Sanwald, der damals zusammen mit anderen Bayern-Fans im Bus zum Auswärtsspiel der Münchner gefahren ist, wie Ozsvald erzählt. Eineinhalb Jahre waren Sanwald und Ozsvald Weggefährten. So habe er mitgeholfen, einen Wirtschaftsbeirat beim damaligen Verbandsligisten HSB aufzubauen, erzählt Ozsvald.

Aalen schaut nach Heidenheim

Auch in seiner neuen Wahlheimat sei er „von Herzen immer noch Heidenheimer“, betont Ozsvald, der mit seinem Großvater schon Spiele des VfL Heidenheim an der Clichystraße besuchte. Zudem werde in Aalen mittlerweile sehr positiv über den FCH gesprochen, hat Ozsvald festgestellt. „Man schaut hier mit einem Auge öfter nach Heidenheim als noch vor drei, vier Jahren.“

Und nun komme das DFB-Pokalspiel. „In München zu spielen ist für Heidenheim ein Glücksfall“, ist sich Ozsvald sicher. Und zugleich ein Fußball-Märchen, was Ozsvald schon an einem Beispiel festmacht: „Holger Sanwald fuhr damals mit Bayern-Fans aus Heidenheim nach Manchester, nun wird er neben Uli Hoeneß sitzen.“

3000 Arbeitsstunden für „Sonja“ – Ozsvald als Sanwalds Wegbegleiter

Tibor Ozsvald spielte einst in der Jugend des SV Mergelstetten Fußball. „Ich war der beste Auswechselspieler“, sagt er heute über sich. Ozsvald spielte als Aktiver zwar nicht, blieb dem Fußball aber in anderen Funktionen erhalten. 2000 war aber damit aber Schluss, da er sich für eine Selbständigkeit entschied.

Josef Albrecht hat seinen Oldtimer-Bus „Sonja“ 2001 in der Schweiz für knapp 500 Franken erstanden und diesen in knapp 3000 Stunden restauriert, erzählt der Karosseriebauer aus Fachsenfeld. Der Bus hat 110 PS und ein Acht-Gang-Schaltgetriebe.