FCH FCH-II-Trainer Eitel spricht über offene T-Fragen

Heidenheim / Edgar Deibert 15.02.2013
Nach 16 Spieltagen Spitzenreiter. Dazu sind mit David Schittenhelm, Nico Frommer, Florian Tausendpfund und Frank Lehmann vier Neuzugänge aus dem Drittligakader des 1. FC Heidenheim fest dabei: Die Meisterschaft ist der „Zweiten“ nicht zu nehmen. Oder etwa doch?

Wolfram Eitel weiß, welche Fragen ihn erwarten. Etwa die, allgemein gehaltene, nach den vier „internen“ Neuzugängen. Oder die T-Frage, die im Detail auf die sportliche Zukunft von Torhüter Frank Lehmann abzielt. Spielt er, und falls ja, wie oft? Und da wäre ja noch eine weitere T-Frage, die nämlich, nach dem Titelrennen.

„Es bringt nichts, jetzt schon über Meisterschaft, Aufstieg und womöglich den Torwart zu reden“, kontert der Trainer des Fußball-Verbandsligisten FCH II. „Wir wollen uns zur Vorsaison verbessern (Vierter), ganz klar. Und dabei ist die Gefahr groß, dass wir in dieser Spielzeit mindestens Dritter werden“, sagt der 36-Jährige scherzhaft.

Eine sport-typische Untertreibung? Schließlich ist der FCH Tabellenführer, hat zudem in der Winterpause mit David Schittenhelm, Nico Frommer, Florian Tausendpfund und Frank Lehmann Profis aus der Drittligamannschaft des FCH hinzugewonnen (alle haben bisher keinen neuen Verein gefunden). „Die vier sind, ohne Frage, fußballerisch eine große Bereicherung und heben das Niveau im Training ungemein“, räumt Eitel ein. „Sie geben wichtige Impulse.“

Und doch, in Euphorie verfällt der Heidenheimer Coach nicht, betont stattdessen: „Es ist irrelevant, welchen Namen ein Spieler hat. Es kommt auf die richtige Einstellung an. Denn gegen gute Verbandsligateams müssen wir vor allem läuferisch und kämpferisch dagegenhalten.“

Welches Potenzial in ihr steckt, hat der FCH II vor allem in Spielen gegen seine Verfolger bereits unter Beweis gestellt. In der Vorrunde gab es beim Tabellenvierten, Göppingen, ein 2:2. Schwäbisch Hall (Zweiter) und Ravensburg (Dritter) wurden zu Hause sogar 3:0 und 5:0 geschlagen.

Dabei liefen für den FCH II gegen Hall jedoch sechs (Scioscia, Endres, Weil, Titsch-Rivero, Deutsche, Frommer), gegen Ravensburg sogar sieben Drittligaprofis auf (Sirigu, Krebs, Endres, Scioscia, Bagceci, Weil, Frommer), die in der Verbandsliga Spielpraxis sammeln sollten. Es sei jedoch auch schwierig, mit den immer wieder wechselnden Formationen – wohl das Schicksal einer zweiten Mannschaft – zurechtzukommen, betont Eitel.

Unabhängig davon sagt der FCH-Trainer deutlich: „Wir haben ganz klar noch Luft nach oben. Ich sehe, wie meine Jungs trainieren. Und das ist teilweise deutlich besser, als das, was sie in manchen Spielen zeigen.“

Sein Team habe es bislang kein einziges Mal geschafft, sein ganzes Potenzial auszuschöpfen. „Wir hatten sehr gute Phasen, die jedoch von weniger guten abgelöst wurden. Wir müssen es schaffen, eine richtig gute Mannschaftsleistung über die volle Spielzeit abzurufen“, so Eitel.

Dies werde auch im Hinblick auf die Tabellenkonstellation entscheidend sein. Denn Ravensburg ist mit dem FCH II punktgleich, Göppingen liegt einen Zähler zurück, beide Vereine haben aber ein Spiel weniger absolviert. „Es ist sehr eng und wir sind eher ,gefühlt‘ Erster“, erklärt Eitel. „Daher dürfen wir uns auch keine Schwächephasen mehr erlauben.“

Am 9. März geht es für den FCH II in der Liga weiter, dann ist Heidenheim zu Gast bei Schlusslicht Bösingen. „Von der Papierform her sind die Rollen hier klar verteilt“, weiß Eitel, warnt jedoch: „Das Problem wird sein, dass viele Mannschaften nach der Winterpause noch nicht wissen, wo sie stehen.“

Und wer dann das Tor des FCH II hüten wird? Das werde die Leistung entscheiden, so Eitel, der jedoch die Einsatzzeiten verteilen will.

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