Heidenheim / EDGAR DEIBERT Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) macht's möglich: Ab 1. Juli müssen Vereine der 1. und 2. Bundesliga keine zweiten Mannschaften mehr stellen. Im Falle eines Aufstiegs des FCH-Drittligateams wird auch in Heidenheim die Zukunft der „Zweiten“ auf den Prüfstand gestellt.

Bisher gab die Deutsche Fußball-Liga (DFL) vor, dass jeder Verein der 1. und 2. Bundesliga eine U-23-Mannschaft stellen musste. Auf Antrag von Bayer Leverkusen kippte die Mitgliederversammlung des DFL mit einer erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit Ende März diese Vorgabe. Somit sind die Klubs flexibel und können selbst entscheiden, ob sie eine zweite Mannschaft stellen wollen oder nicht.

Dieses Wahlrecht wird in der kommenden Saison wohl auch dem aktuellen Drittliga-Spitzenreiter 1. FC Heidenheim zugestanden. Dann nämlich, wenn der FCH den Aufstieg perfekt macht. Und dies könnte er bereits am Samstag, 19. April – ein Sieg in Elversberg vorausgesetzt.

Zukunft der "Zweiten" ist offen

„Es stimmt, die Zukunft unserer zweiten Mannschaft ist offen, falls wir aufsteigen“, bestätigte Holger Sanwald. „Eine Entscheidung darüber ist jedoch noch nicht gefallen“, so der FCH-Geschäftsführer weiter. In die Überlegungen werden sicherlich auch wirtschaftliche Faktoren miteinfließen, wie etwa der Etat für die „Zweite“, der von Sanwald auf 400 000 Euro beziffert wird.

Falls sich der FCH – einen Aufstieg vorausgesetzt – dazu entschließen sollte, keine zweite Mannschaft mehr zu stellen, könnten Talente des aktuellen Oberliga-Kaders an so genannte Kooperationsvereine verliehen werden, um sich dort für den Profikader zu empfehlen.

Am Montagabend wurden die Spieler der zweiten Mannschaft, die als Aufsteiger einen respektablen achten Platz in der Fußball-Oberliga belegt, von den Überlegungen in Kenntnis gesetzt. Bereits nach dem Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen Freiberg (1:3) hatte Trainer Wolfram Eitel seinem Team mitgeteilt, dass er ab der kommenden Saison den Ligakonkurrenten FV Ravensburg betreuen wird.

Wolfram Eitel geht zum FV Ravensburg

„Ich war mit den Plänen des Vereins nicht ganz einverstanden. Unsere Auffassungen gehen da auseinander“, betont der 38-Jährige. Eitel schaue aber „in Dankbarkeit“ auf die Zeit in Heidenheim zurück. Im April 2005 hatte er, damals noch als Spielertrainer, die zweite Mannschaft des 1. FC Heidenheim in der Bezirksliga übernommen und seitdem drei Aufstiege gefeiert. „Es gab ja nicht nur Erfolge, sondern auch schwierige Phasen, in denen es nicht gut lief“, schränkt Eitel ein. „Holger Sanwald hat mir da immer den Rücken gestärkt.“

Inzwischen steht fest, dass Eitel auch in der kommenden Saison ein Team in der Oberliga trainieren wird. Er nimmt eine neue Herausforderung an und wird Coach des FCH-Ligakonkurrenten FV Ravensburg, wo der bisherige Trainer Gerhard Rill zum Saisonende aus privaten Gründen aufhört. „Ravensburg liegt bei mir quasi vor der Haustür“, erklärt Eitel, der in Stafflangen (in der Nähe von Biberach an der Riß) lebt.