Erfolg FCH holt den WFV-Pokal

Großaspach / THOMAS JENTSCHER 07.05.2014
Das war noch ein Highlight zum Saisonende hin. Im Finale des WFV-Pokals lieferten sich der 1. FC Heidenheim und die Stuttgarter Kickers am Mittwochabend ein spektakuläres Duell, das der FCH durch Tore von Niederlechner (2), Thurk und Endres mit 4:2 gewann – und damit als erster Klub zum vierten Mal in Folge den Pott holte.
Nach niederklassigeren Gegnern in den Vorjahren trafen die Heidenheimer diesmal auf einen Ligakonkurrenten. Wie angekündigt nahm der FCH das WFV-Pokal-Finale sehr ernst. Wechsel gab es nur auf der Torwartposition (Rouven Sattelmaier für Erol Sabanov), verletzungsbedingt im zentralen Mittelfeld (Marcel Titsch-Rivero für Julius Reinhardt) und im Sturm (Florian Niederlechner für Smail Morabit).

Die Kickers gingen ebenso hoch motiviert in dieses Endspiel, hatten die ersten gefährlichen Szenen. Doch wie aus dem Nichts fiel schon in der fünften Minute die Führung für den FCH. Nach einer Flanke war der Ball beim Stuttgarter Innenverteidiger, der brachte diesen jedoch nicht unter Kontrolle, Florian Niederlechner setzte nach und brachte den Ball irgendwie am überraschten Kickers-Torwart Mark Redl vorbei.

Chance um Chance

Die Stuttgarter waren aber nicht geschockt, auf durch vorangegangenen Regen recht rutschigen Rasen entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel. Beide Mannschaft versuchten, früh zu stören und verteidigten sehr „hoch“, standen mit der Viererkette also weit vor dem eigenen Tor. Der Pass in den freien Raum gelang aber nur selten. Die beste Chance für die Kickers hatte der Ex-Heidenheimer Gerrit Müller, der Tim Göhlert tunnelte, dann aber den Ball am langen Eck vorbei schob. Auf der anderen Seite ging ein Volleyschuss von Michael Thurk nach zu kurzer Kopfballabwehr übers Tor. Genauso unerwartet wie die Führung des FCH fiel nach 35 Minuten der Ausgleich.

Nach einem Freistoß aus rund 30 Metern hatte Sattelmaier das Leder scheinbar sicher abgefangen, doch es rutschte ihm – vielleicht wegen der Nässe – wieder aus den Händen und Fabian Baumgärtel staubte zum 1:1 ab. Mit diesem alles in allem gerechten Zwischenstand ging es auch in die Halbzeitpause.

Niederlechner trifft doppelt

Die Heidenheimer kamen mit mächtig Schwung aus der Kabine und wurden schnell belohnt. Bei einem herrlichen Angriff spielte Marc Schnatterer (51. Minute) steil auf Philip Heise, dessen Hereingabe drückte Niederlechner aus zwei Metern über die Linie.

Doch wieder kamen die Kickers zurück, auch weil die Heidenheimer in der Abwehr immer wieder weg rutschten. Zunächst spielte Müller nach gutem Dribbling noch einen schlechten Rückpass, dann parierte Sattelmaier bravourös gegen den frei zum Schuss kommenden Vincenzo Marchese, aber in der 56. Minute war es soweit, Müller traf von der Strafraumgrenze genau ins linke untere Eck – 2:2.

Thurk macht das 3:0 - und muss verletzt raus

Es dauerte aber nur der Minuten, bis zur Antwort des FCH. Thurk setzte gut nach, kam am Stuttgarter Keeper vorbei und traf aus spitzem Winkel ins Tor. Leider wurde er bei diesem tollen Einsatz noch von einem Verteidiger gefoult und musste vom Feld. Die Heidenheimer setzten nach, Schnatterer und der eingewechselte Morabit hatten die nächsten Chancen, ein ganz bis zum Ende gespielter Konter gelang aber nicht.

So musste in der Schlussphase doch etwas gezittert werden, so richtig fiel den Stuttgartern aber nichts mehr ein, die Heidenheimer Hintermannschaft stand sicher. Es lief schon die Nachspielzeit, als schließlich Marc Endres alles klar machte. Diesmal wurde der Konter über Heise perfekt ausgespielt, Morabit verpasste in der Mitte, aber der Innenverteidiger war zur Stelle und traf zum 4:2.

Damit hatten die Heidenheimer Geschichte geschrieben, entsprechend groß war der Jubel als der neue Pokal übergeben wurde. Bei der Siegerehrung, bei der sich auch Kultusminister Andreas Stoch mit freute. Nun fehlt noch der Drittliga-Titel am Samstag, dann ist die Saison perfekt.

FCH – Stuttgarter Kickers 4:2 (1:1)
Heidenheim: Sattelmaier – Malura (58. Strauß), Göhlert, Wittek, Heise – Griesbeck, Titsch-Rivero – Bagceci (72. Sökler), Schnatterer (90. Endres) – Niederlechner (88. Deutsche), Thurk (62. Morabit)
Stuttgart: Redl – Auracher (73. Miftari), Fennell, Stein, Baumgärtel – Braun, Marchese – Ivan (56. Edwini-Bonsu), Müller (71. Badiane), Calamita – Soriano
Tore: 1:0 (5.) Niederlechner, 1:1 (35.) Baumgärtel, 2:1 (51.) Niederlechner, 2:2 (56.) Müller, 3:2 (59.) Thurk, 4:2 (90+1) Endres
Gelbe Karten: Bagceci, Niederlechner, Endres – Auracher
Zuschauer: 2500
Schiedsrichter: Florian Steinberg
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