Düsseldorf / Marc Hosinner  Uhr
Es war der von Verein und Fans erhoffte erfolgreiche Start ins Restprogramm der Zweitligasaison. Nach dem durchaus verdienten 1:0-Sieg in Düsseldorf steht beim 1. FC Heidenheim nun die Vorbereitung auf das Pokal-Viertelfinale gegen Hertha BSC im Mittelpunkt – Elfmeter-Training inbegriffen.
Was hatten sie in Düsseldorf nicht alles angestellt, um gegen den FCH am ersten Spieltag nach der Winterpause erfolgreich zu sein: Mit Marco Kurz wurde ein neuer Trainer verpflichtet, unter anderem mit Nikola Djurdjic und Charalampos Mavrias der mit viel Qualität bestückte Kader noch einmal verstärkt. Die Tage vor dem Spiel wurden die Fans beschworen, eine Einheit mit der Mannschaft zu bilden. Alle sollten „Jeck op drei Punkte“, also heiß auf einen Sieg, sein. Und als all das nach 45 Minuten noch nicht fruchtete in der Arena am Rhein, machte auch noch das Prinzenpaar in der Halbzeit seine Aufwartung. Fortuna Helau eben.

Und dann war es ausgerechnet ein Junge aus dem Rheinland, für den Frohsinn an Karneval kein Fremdwort ist, der mit seinem eiskalten Treffer die Schunkel-Stimmung trübte. Robert Leipertz hat mit seinem Siegtor tief ins Herz der abstiegsbedrohten Fortuna gestochen (mehr dazu im Extra-Artikel).

„Bei einer Niederlage hätte Düsseldorf auch uns unten rein ziehen können. So freue ich mich natürlich über einen verdienten Sieg“, sagte FCH-Trainer Frank Schmidt, dessen Team nach dem 1:0 auf Platz acht  rangiert.
In einer intensiven Vorbereitung mit zuletzt vier Siegen in Testspielen hatten auch die Heidenheimer ihre ganze Konzentration auf das Düsseldorf-Spiel gelenkt.

Die Gäste kamen gut ins Spiel, gingen weite Wege, gewannen viele Zweikämpfe und ließen die Fortuna erst gar nicht zur Entfaltung kommen. Eine einzige gute Möglichkeit bot sich den Düsseldorfern – in der 40. Minute durch Joel Pohjanpalo. Allerdings kam der FCH im ersten Durchgang auch selbst nicht zu guten Chancen. Die Ansätze sahen vielversprechend aus, doch der finale Pass, um den Mitspieler vor dem Tor in eine aussichtsreiche Position zu bringen, schlug ein ums andere Mal fehl.

„In der zweiten Halbzeit standen wir zunächst zu tief und hatten nicht mehr den Zugriff wie in den ersten 45 Minuten. Dennoch hat der Abwehr-Verbund zusammen mit dem Torwart immer gut verteidigt. Zudem hatten wir die engen Situationen auf unserer Seite“, so die Analyse Schmidts. Auf die Defensive – allen voran Innenverteidiger Mathias Wittek, der eine überragende Leistung ablieferte – war in Düsseldorf Verlass.
In der Offensive musste dann ein Schnitzer des Gegners – Julian Koch konnte in der 69. Minute den finalen Pass nicht unterbinden – und ein kurz zuvor eingewechselter Spieler her, um die Waage zugunsten der Heidenheimer ausschlagen zu lassen.

Qualität von der Bank: Nachdem der FCH in der Offensive gehörig das Personal getauscht hat , was zu neuen Konkurrenzsituationen mit einher gehenden Leistungssteigerungen führen kann. „Ob wir jetzt mehr Tore durch eingewechselte Spieler haben werden, kann man nach einem Spiel natürlich noch nicht sagen. Dass Leipi das Tor gemacht hat, war aber auch kein Zufall. Er hatte in der Vorbereitung Probleme, war aber in den letzten zwei Tagen vor dem Spiel im Training in überragender Verfassung“, so FCH-Coach Schmidt.

Der hat nun die Aufgabe, seine Mannschaft auf das Viertelfinale im DFB-Pokal gegen den Erstligisten aus der Hauptstadt vorzubereiten. Nach einer regenerativen Einheit am gestrigen Sonntag wird es heute wieder intensiver zugehen auf dem Trainingsplatz. Auf dem Programm werden bis Mittwoch auch Standards und Schüsse vom Elfmeter-Punkt stehen.

Auf die Frage, was Hertha in Heidenheim erwartet, antwortet Schmidt: „Wir wollen ihnen ein Geschenk machen. Wie auch immer das aussehen wird.“ Damit spielt der FCH-Coach auf eine Aussage von Hertha-Trainer Pal Dardai an. Dieser hatte kurz nach der Auslosung sinngemäß gesagt, Heidenheim als Gegner sei ein Geschenk. Egal wie der Ungar das gemeint hat, – kurz vor Weihnachten und mit Teams wie Bayern, Dortmund und Leverkusen im Topf –  beim FCH taugt der Spruch offenbar zur Motivation.

„Es geht mir um die Wahrnehmung der Spieler. Wir wollen kein Geschenk sein. Ich sehe natürlich die spielerische Entwicklung Herthas. Im Pokal gibt es aber immer eine Chance, zumal wir zu Hause spielen. An einem guten Tag können wir für eine Sensation sorgen“, sagt Schmidt.

Seine Spieler sollen der Berliner Qualität mit Leidenschaft entgegen treten. Eine übertrieben defensive Aufstellung ist beim FCH am Mittwoch (19 Uhr) nicht zu erwarten. „Wir werden uns nicht hinten rein stellen und auch gegen Hertha zu Chancen kommen“, so der Trainer der Heidenheimer.