Gerstetten Wildschweine verwüsten Fußballplatz des VfL

Einmal umpflügen, bitte: Wildschweine statteten dem Rasenplatz des VfL Gerstetten erneut einen Besuch ab.
Einmal umpflügen, bitte: Wildschweine statteten dem Rasenplatz des VfL Gerstetten erneut einen Besuch ab. © Foto: Markus Brandhuber
Gerstetten / Edgar Deibert 07.12.2018
Zum zweiten Mal innerhalb von nur neun Monaten haben Wildschweine den Hauptplatz des VfL Gerstetten teilweise umgepflügt. Dieses Mal ist der Schaden wesentlich größer.

Elf Freunde sollt ihr sein, heißt es in der Fußballersprache. Ob es tatsächlich elf Wildschweine waren, die den Hauptplatz des VfL Gerstetten in der Nacht auf Donnerstag an vielen Stellen umgepflügt haben, ist allerdings nicht überliefert. Dennoch haben sie ganze Arbeit geleistet. Nicht gegen den Ball, aber gegen den Rasen, der sich nun mit Erdaushebungen präsentiert. Ein Graus für die technisch beschlagenen Gerstetter Kicker.

Erst Ende März hatten Wildschweine Teile des Geläufs, auf der Suche nach Nahrung, ramponiert. Allerdings „nur“ auf einer Fläche von 30x40 Metern. Nun ist die beschädigte Fläche aber wesentlich größer. „Beim letzten Mal war es nicht der Rede wert. Jetzt ist aber ein gewaltiger Schaden entstanden“, sagt Hans Mültz, stellvertretender Leiter der Fußballabteilung.

„Dieses Mal hat es uns richtig erwischt“, fügt auch Markus Hartmann an. Allerdings sei das Gute, dass der Spielbetrieb aufgrund der Winterpause momentan ruhe.

Schnelle Reaktion erforderlich

Nichtsdestotrotz musste der VfL im Hinblick auf die prognostizierten Temperaturen um den Gefrierpunkt in der kommenden Woche schnell reagieren. Der Rasen muss vorher wieder in Form gebracht werden. Und zwar „analog“ mit Manpower, wie es Hartmann ausdrückt. Also gibt es eine Zusatzschicht für Teile der Mannschaft und Vereins-Verantwortliche. Dann wird der Rasen festgetreten und womöglich gewalzt. Hartmann rechnet mit einigen Stunden an Arbeit. Natürlich sei auch er „not amused“. Allerdings hofft Hartmann, dass der Verein „mit einem blauen Auge“ davonkomme.

Mit Humor hatte Matthias Häcker die Wildschwein-Attacke im März genommen. Nun betont der 29-Jährige allerdings: „Mir ist nicht nach lachen zumute.“ Häcker ist nämlich nicht nur VfL-Spieler, sondern auch Platzwart. Und das aus gutem Grund. Der Gussenstadter hat seinen Master-of-Science im Bereich Agribusiness gemacht, einem agrar- und wirtschaftswissenschaftlichen Studium. Ein Semester speziell für Rasentechnologie war auch dabei.

Der Platzwart ist sauer

Doch den Sportplatz innerhalb einer so kurzen Zeit gleich zweimal richten zu müssen, mache ihn „richtig stinkig“. Zunächst ging es Häcker darum, den Jagdpächter zu ermitteln, um mit ihm alles weitere zu besprechen.

So gilt es an der Defensive zu arbeiten. Entweder in Form eines elektrischen Zauns. Oder spezieller Geruchsstoffe, die die Wildschweine davon abhalten, den Rasen ein weiteres Mal zu ihrer Spielweise zu machen.

Wobei, Häcker kann sich schon vorstellen, warum die Wildschweine gerade jetzt aktiv wurden. Schließlich lägen an der Altheimer Steige gute Bedingungen für Wildschweine vor. Zum einen liegt der Platz in einer Senke in der Nähe eines Waldes. Zudem sei die Erde nach dem Regen schön aufgeweicht gewesen. „So konnten sie problemlos nach Würmern suchen“, sagt Häcker.

Und den Platz wohl nicht in 90 Minuten, aber locker in einer Nacht umgraben.

Für den Rasen problematisch seien die nun üblichen Wuchsbedingungen, die anders als bei der Wildschwein-Attacke im Frühjahr, wesentlich schlechter sind. Schließlich wird es in den kommenden Wochen kalt.

Dennoch hofft man beim VfLGerstetten, dass sich der Rasen – im Hinblick auf den Wiederbeginn der Liga – möglichst schnell erholt. Vom erneuten ungebetenen Gastspiel der Wildschweine.

Zum dritten Mal Wildschweinbesuch

Bereits 2017 statteten Wildschweine dem VfL Gerstetten einen Besuch ab. Damals verwüsteten sie einen Teil des Trainingsplatzes. Im März 2018 wagten sie sich zum ersten Mal auf den Hauptplatz. Damals warnte Michael Warias, Leiter des Forstreviers Gerstetten, gegenüber der Heidenheimer Zeitung: Es sei gut möglich, dass sie wiederkämen. Dabei gibt es deutschlandweit Berichte über Wildschweine, die Fußballplätze umpflügen.

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