"Eines Tages zurück auf die große Fußballbühne"

Ab durch die Mitte: Vladimir Manislavic (gelbes Trikot) im Dienste des FC Augsburg. Im Aalener Waldstadion verlor der heute 37-Jährige mit seiner Mannschaft in der Regionalliga Süd am 24. April 2004 mit 1:2. Das Spiel leitete FIFA-Schiedsrichter Edgar Steinborn (im Hintergrund). Bernd Maier (links) spielte von Juli 2007 bis Juni 2010 für Heidenheim, Milton Cassio da Silva (rechts) von Januar 2008 bis Juni 2010.
Ab durch die Mitte: Vladimir Manislavic (gelbes Trikot) im Dienste des FC Augsburg. Im Aalener Waldstadion verlor der heute 37-Jährige mit seiner Mannschaft in der Regionalliga Süd am 24. April 2004 mit 1:2. Das Spiel leitete FIFA-Schiedsrichter Edgar Steinborn (im Hintergrund). Bernd Maier (links) spielte von Juli 2007 bis Juni 2010 für Heidenheim, Milton Cassio da Silva (rechts) von Januar 2008 bis Juni 2010.
09.01.2012
Er ist selbstbewusst und erfolgreich: Der ehemalige Fußballprofi Vladimir Manislavic hat den FV Sontheim an die Spitze der Bezirksliga geführt. Eines Tages will der 37-Jährige einen höherklassigen Verein trainieren.
Seit 1999 ist Vladimir Manislavic in Deutschland, der Fußball hat ihn hierher gebracht. „Seit ich denken kann, hatte ich nur Fußball im Kopf“, sagt der 37-Jährige. Angefangen habe alles in seiner Geburtsstadt Kragujevac (150 000 Einwohner). Seinen ersten Profivertrag habe Manislavic dann als 18-Jähriger bei OFK Belgrad unterschrieben, nach einem Jahr Zivildienst und einer Rückkehr nach Kragujevac ging er als 25-Jähriger im Juni 1999 zu Dynamo Dresden, in die drittklassige Regionalliga Nordost.

Sportlich richtig durchstarten konnte Vladimir Manislavic jedoch nicht wirklich: „Einer Verletzung folgte die nächste. Von acht Jahren war ich bestimmt viereinhalb krankgeschrieben“, sagt er heute nüchtern. Dabei habe er „alles Mögliche“ gehabt, von Achillessehnenrissen bis hin zum Anriss der Patellasehne.

Seine sportlich erfolgreichste Saison habe Manislavic beim FC Augsburg in der Bayernliga gehabt. Unter dem Trainer Gino Lettieri (heute Coach des FCH-Konkurrenten Wehen Wiesbaden) gelang Augsburg 2002 der Aufstieg, Manislavic wurde mit 23 Treffern Torschützenkönig. Danach kam er jedoch aufgrund von Verletzungen nie wieder richtig in Tritt, schoß im November 2002 aber das "Tor des Monats".

2007, mit 33 Jahren war dann Schluss als aktiver Fußballer. „Ich hätte den Anschluss nicht mehr geschafft. Und es wäre eine Quälerei gewesen“, sagt Manislavic, der aber „auf jeden Fall“ Trainer werden wollte.

Gesagt, getan: Nach Stationen beim BC Aichach und dem Bayernligisten TSV Aindling ist Manislavic seit Juli neuer Coach des FV Sontheim – und überwintert mit dem Verein auf dem ersten Platz in der Bezirksliga.

Fußballlehrer zu sein, das ist Manislavic‘ Ziel: „Irgendwann will ich auf die große Bühne des Profi-Fußballs zurück“, sagt er selbstbewusst. „Ich war als Spieler schon ziemlich nah dran, das will ich als Trainer nachholen.“ Sein Förderer Gino Lettieri habe einmal zu ihm gesagt „Junge, mach das, was du kannst.“ Das will Manislavic beherzigen. Edgar Deibert

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