Fussball Zwei Euphorisierte unter sich

Marcel Mädel (links) und Yannick Ruther: Morgen Seite an Seite im Angriff, oder muss einer für den anderen weichen?
Marcel Mädel (links) und Yannick Ruther: Morgen Seite an Seite im Angriff, oder muss einer für den anderen weichen? © Foto: Thomas Madel
Von Thomas Friedrich 17.08.2018

Die Abstinenz hat genau 441 Tage gedauert. Nach seinem unfreiwilligen Abstecher in die Bezirksliga kehrt der SC Geislingen morgen auf die Landesliga-Bühne zurück. Am 3. Juni 2017 verabschiedete sich der SC mit einem glatten 3:1-Heimsieg im Derby gegen Mitabsteiger FC Eislingen, morgen um 15.30 Uhr kommt zum Wiedereinstand mit dem FV Sontheim ein Mitaufsteiger ins Eybacher Tal.

Sämtliche Test- und Pokalspiele im Vorfeld gewonnen, man kann mit einem schlechteren Gefühl ins erste Punktspiel gehen. SC-Trainer Jasko Suvalic misst den Ergebnissen in der Vorbereitung keine überragende Bedeutung bei, findet es aber „besser, alle Testspiele zu gewinnen als alle zu verlieren“. Zumal die Seinen bei diesen Auftritten „phasenweise richtig guten Fußball“ gespielt haben. Es gehe nun nur noch darum, solche Leistungen zu konservieren. Konstanz lautet das Zauberwort. Die bei Amateurmannschaften hinzubekommen empfindet Suvalic als die hohe Kunst des Trainerjobs.

Er geht morgen mit einem guten Gefühl in die Partie. Seine Mannschaft „hat einen Plan und weiß, wie er umzusetzen ist“. Zumindest auf dem Papier hätte es deutlich schwerere Auftaktgegner gegeben als den FV Sontheim. Für den Geislinger Trainer nicht. Er unterstellt dem Mitaufsteiger eine „ähnlich große Euphorie“ wie sie bei seinem Team herrscht. Gegen Aufsteiger spielt Suvalic lieber erst am zehnten Spieltag, wenn deren Euphorie abgeklungen ist. Auch die Seinen sind ja Aufsteiger und schon allein deswegen „kein angenehmer Auftaktgegner“.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum der Trainer des SC Geislingen lieber erst zu einem späteren Zeitpunkt gegen Sontheim gespielt hätte. „Die haben da einen Superstürmer“, sagt Suvalic. Der heißt Philipp Schmid und hat den FV in der Vorsaison mit 44 Toren fast alleine zur Bezirksliga-Meisterschaft geschossen. Die Sontheimer Tormaschine, weiß der SC-Coach, bestreitet nur die ersten zwei oder drei Saisonspiele „und geht dann in die USA“.

Die Startelf für morgen hat der Geislinger Trainer bereits im Kopf. Dabei sind die Urlaube verschiedener Spieler bereits eingepreist. „Es werden die Spieler belohnt, die die Vorbereitung komplett durchgezogen haben“, erklärt Suvalic. Von den drei Neuen vom FTSV Kuchen spielen nicht alle. Der junge Melih Karahan hat erst vor eine Woche mit dem Training begonnen und stellt noch keine ernsthafte Option dar. Sezer Güler hat bislang „seine Sache ordentlich gemacht“ und gehört daher zum Kader.

Der dritte Kuchener darf sich berechtigte Hoffnungen  auf einen Einsatz machen. Stürmer Yannick Ruther hat in der Vorbereitung ebenso überzeugt wie die Konkurrenten Marcel Mädel und Nico Orlando. Der Trainer schickt zwei aus dem Trio von Beginn an ins Feld, der Dritte kommt später. Suvalic hat gerne etwas zum Nachladen auf der Bank. Weil das Spiel seiner Mannschaft vor allem in der Offensive extrem lauf­intensiv ist, „brauchen wir Frische“. Die muss ab einem gewissen Zeitpunkt eben von außen zugeführt werden.

SC gegen Calcio, Traumlos für FCE

Die Auslosung zur dritten Runde im WFV-Pokal hat dem SC Geislingen einen attraktiven Gegner beschert. Am Mittwoch, 29. August, um 17.15 Uhr kommt Verbandsligist Calcio Leinfelden-Echterdingen ins Eybacher Tal. Ein paar Kilometer weiter westlich wird noch mehr los sein. A-Ligist FC Eislingen erwartet zur gleichen Zeit Regionalligist und Publikumsmagnet SSV Ulm 1846. Oberligist SV Göppingen muss wieder reisen, diesmal zu Klassenkamerad FV Ravensburg.

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