Fußball Wiedersehen mit Leonhardt

Marvin Leonhardt (Zweiter von links) freute sich mit den Sportvereins-Kollegen über das Siegtor im Oberliga-Auftaktspiel in Schwäbisch Gmünd.
Marvin Leonhardt (Zweiter von links) freute sich mit den Sportvereins-Kollegen über das Siegtor im Oberliga-Auftaktspiel in Schwäbisch Gmünd. © Foto: Peter Poller
Göppingen / Andreas Böhringer 17.08.2018
Bei der Oberliga-Heimpremiere trifft der Göppinger Neuzugang mit der Neckarsulmer Sportunion auf seinen Ex-Klub.

Das waren immer brisante und ausgeglichene Duelle“, blickt Marvin Leonhardt auf die vergangenen Jahre zurück. Bereits zu Verbandsliga-Zeiten waren es enge und umkämpfte Vergleiche, die sich der Göppinger Sportverein und die Neckarsulmer Sportunion lieferten. Bis zum Sommer war Leonhardt noch auf der Gegenseite, nun trägt er den SV-Dress. Berufliche Gründe gaben den Ausschlag bei dem 23-Jährigen, der sein duales Studium Ende September mit der Bachelor-Arbeit beenden wird. „Ich werde dann als Key Account Manager bei der Firma Eberspächer in Esslingen arbeiten“, so Leonhardt, der in seiner Heimatstadt Kirchheim wohnen wird.

Der Wechsel nach Göppingen sei daher naheliegend gewesen, ergänzt der Innenverteidiger, der sich auf Anhieb einen Stammplatz sichern konnte. Der Kontakt kam über einen gemeinsamen Bekannten von Teamkollege Pavlos Osipidis zustande. „Das war eine spontane Aktion“, berichtet er über die Anbahnung, „dann habe ich mich mit Gianni ausgetauscht und es bestand auf beiden Seiten der Wunsch, zusammenzuarbeiten. Es ist perfekt gelaufen.“

Für die Gäste war Leonhardt, der in der Jugend beim FC Kaiserslautern ausgebildet wurde, drei Jahre am Ball. Dementsprechend gibt es noch viele Kontakte – auch, da er aufgrund der Abschlussarbeit noch pendelt. „Ich kenne das Team und die handelnden Personen natürlich noch sehr gut“, bekennt der Rechtsfuß, der den 2:0-Auftaktsieg seines Ex-Klubs gegen Oberachern genauso beobachtete wie den Erfolg in der zweiten WFV-Pokal-Runde am Mittwoch. Bei der NSU gab es einen größeren personellen Umbruch, wobei insbesondere der Abgang von Toptalent Adrian Beck (zum SSV Ulm) schmerzt. Die größte Änderung gibt es allerdings an der Seitenlinie, wo der langjährige Trainer Thorsten Damm privat bedingt kürzertreten muss und in zeitlich geringerem Umfang die sportliche Leitung übernahm und Marcel Busch, der vom Rasen auf die Trainerbank wechselte, als Assistent unterstützt. Der 36-jährige Busch genieße „eine hohe Wertschätzung im Team“, erläutert ­Leonhardt, der aber keine Gastgeschenke verteilen möchte: „Ich bin guter Dinge, dass wir die drei Punkte hier behalten können.“

„Wenn Du dich hier nicht wohlfühlst, wo dann?“, sagte ihm Kapitän Oliver Stierle zu Beginn, „und damit hat er absolut recht“, fühlt sich Marvin Leonhardt bei den Rot-Schwarzen bereits pudelwohl. Die gute Atmosphäre zeigte sich ebenso beim Torjubel in Gmünd: „Wir haben uns alle zusammen gefreut, das zeigt den guten Zusammenhalt.“ Bei der Normannia fabrizierte Leonhardt einen Fehlpass, der fast zu einem Gegentreffer führte, ansonsten agierte der Defensivmann unaufgeregt und erledigte seine Aufgabe ohne Probleme.

Für das Spieljahr gebe es keine klare Zielsetzung was die Platzierung angehe, „aber es wurde ja bereits kommuniziert, dass wir mehr als die 51 Punkte, die wir hatten, holen wollen. Wofür das dann reicht, wird man sehen.“ Der Schlüssel, um die Punktausbeute ausbauen zu können, liege in der Konstanz, wobei die Leistungsdichte in der Oberliga so hoch wie selten sei.

Beim 3:1-Pokalerfolg in Ostrach bildete Leonhardt mit Marc Mägerle und Gent Cerimi eine Dreierkette, die vom Landesligisten aber kaum gefordert wurde. Er zieht ein positives Fazit: „Es war ein typisches Pokalspiel und nach dem Anschlusstreffer kam nochmals Unruhe auf. Wir haben gut gekämpft und verdient gewonnen. Alle Akteure haben Spielpraxis bekommen und sind hundertprozentig fit, das ist wichtig.“

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