SC Volk und Teamgeist sollen es richten

Pascal Volk will nach einem halben Jahr im Exil wieder Tore für den SC bejubeln. Foto: Thomas Madel
Pascal Volk will nach einem halben Jahr im Exil wieder Tore für den SC bejubeln. Foto: Thomas Madel © Foto: Foto: Thomas Madel
Geislingen / Von Frank Höhmann 23.12.2016

Nach einem Drittel der Saison war die Lage Besorgnis erregend, nach etwas mehr als der Hälfte der laufenden Spielzeit ist sie „nur“ noch bedrohlich: Mit 14 Zählern aus den letzten acht Spielen hat sich Fußball-Landesligist SC Geislingen bis zur Winterpause vom lange zementierten letzten Tabellenplatz auf Rang 13 hochgearbeitet und die Hoffnung ins Eybacher Tal zurückgebracht.

Fußball-Vorstand Andreas Strehle peilt in den verbleibenden 13 Spielen 20 Zähler an: „Die dann 38 Punkte müssten zum Klassenerhalt reichen.“ Würde der SC am 3. Juni gegen 17.20 Uhr mit weniger Zählern den elften Platz belegen, wäre trotzdem alles gut und eine schwierige Saison nach einem großen Umbruch erfolgreich bewältigt.

Strehle hofft, dass alle Spieler begriffen haben, worum es geht: „Wir haben das in den Sitzungen immer wieder verdeutlicht“, sagt Strehle. Und auch, welche Anforderungen auf dem Platz notwendig sind. Kampf bis zum Umfallen, den zu Saisonbeginn nicht jeder Akteur auf dem Rasen zu 100 Prozent erkennen ließ. Der Geislinger Fußballboss attestiert der Mannschaft aber „große Moral und Charakter“. Das Team hat die Ausfälle der Stammspieler Ammon, Klement, Petricevic und Grupp weggesteckt „und sich trotz der Negativserie berappelt. Andere Mannschaften wären nach solchen Rückschlägen tot und in der Winterpause schon in der Bezirksliga“, sagt Strehle.

Wenn Trainer Jasko Suvalic die Seinen ab 23. Januar wieder zum Training bittet, muss er ohne zwei Stützen auskommen: Benjamin Klement hat den SC in Richtung Kreisrivale FC Eislingen verlassen. Julian Schleich trägt künftig das Trikot des FC Burlafingen. Dem 20-Jährigen, der in Westerheim eine Ausbildung absolviert, ist der Aufwand auf Dauer zu hoch. Schleich wohnt in Nersingen und orientiert sich nun wieder mehr gen Heimat. Die Entscheidung fiel ihm „nicht leicht, weil es mir beim SC sehr gut gefallen hat und es zuletzt ja wieder aufwärts ging.“

Neben dem Toptorjägerduo der vergangenen Runde (23 Treffer) gibt es noch weitere Abgänge. Robert Kljajic schließt sich aller Voraussicht nach dem Ligakonkurrenten TSV Bad Boll an. Innenverteidiger Toni Smaguc hat ein Jobangebot in seiner Heimat Kroatien angenommen. Ersatzkeeper Giuseppe Spagnuolo wechselt entweder zum FC Heiningen oder zu Bezirksliga-Spitzenreiter FC Frickenhausen.

Trotz der Abgänge ist Strehle im Kampf um den Klassenerhalt nicht bange. „Wir setzen auf ein eingeschworenes Team und bauen auf Pascal Volk“, sagt er. Volk kehrt nach einem halben Jahr vom FC Heiningen zurück, glücklich wurde der 24-Jährige nach seinem Wechsel unter die Voralb nie. Beim SC genießt er große Sympathie. So kürte ihn der Fanclub im Jahr 2014 zum Spieler der Saison. Der SC setzt auch auf Viet Nguyen und Isa Öztunc, die nach längerer Pause wieder einsteigen. Mit Murat Bahadir vom TSV Bad Boll kommt ein weiterer Ex-Geislinger, der nun mit Jonas Pangerl das Torhüterduo bildet.

Einzig echter Neuzugang ist somit der gebürtige Geislinger Dennis Queiser aus Süßen. Der 20-Jährige spielte in der Jugend für den FC Eislingen sowie den VfR Aalen und aktiv zuletzt beim SV Göppingen II. Nach seinem missglückten Wechsel zum Bezirksligisten SGM T/T Göppingen hielt sich der offensive Mittelfeldmann in den vergangenen Monaten bei den Geislingern fit und läuft künftig für sie auf. In den erweiterten Fokus des Landesligisten rücken die beiden U23-Spieler Philipp Grüner und Salim Güler. „Sie trainieren einmal wöchentlich mit und können sich für Einsätze und die neue Saison empfehlen“, sagt Strehle und ergänzt: „Unsere Planungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Wir halten noch Ausschau nach einem Innenverteidiger.“

Nach dem Abgang von Smaguc sieht der SC auf dieser Position Handlungsbedarf. An die Seite von Dominik Schöll könnten für Smaguc nur Tobias Müller oder Fabian Ammon rücken. Bei Ammon wird sich in den nächsten Wochen zeigen, ob er in der Rückrunde wieder spielen kann. Der festgestellte Knorpelschaden erweist sich als nicht so schlimm wie zunächst befürchtet und wird konservativ behandelt. Wenn alles gut verläuft, könnte der frühere Göppinger wieder in den Kader zurückkehren.

„Um die Liga zu halten, sollten wir auch mal einen der Großen schlagen“, sagt Strehle. In den ersten sechs Spielen nach der Winterpause hat der SC gleich fünf Mal die Gelegenheit dazu, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Dem Klassenerhalt dienlich wäre das allemal.

Die Veränderungen beim SC auf einen Blick

Zugänge
Pascal Volk (FC Heiningen), Isa Öztunc (zuletzt Pause), Viet Nguyen (nach Pause schon Ende der Vorrunde eingestiegen), Murat Bahadir (TSV Bad Boll), Dennis Queiser (SV Göppingen II).

Abgänge
Benjamin Klement (FC Eislingen), Julian Schleich (FC Burlafingen), Robert Klijajic (TSV Bad Boll), Giuseppe Spagnolo (FC Heiningen oder FC Frickenhausen), Toni Smaguc (zurück nach Kroatien).

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