Fußball-Pokal Verlierer finden viel Positives

Bad Boll / Markus Munz 06.08.2018

Nach 70 Minuten deutete nichts auf eine turbulente Schlussphase hin. Der Ex-Heininger Toni Carfagna hatte die klassenhöheren Gäste gerade verdient und scheinbar entscheidend 4:1 in Führung gebracht. Der Verbandsligist ließ in der Folge teils fahrlässig weitere Treffer liegen.

In der 85. Minute betrieb der TSV Bad Boll durch Neuzugang und Doppeltorschütze Matthias Aust noch Ergebniskosmetik. Richtig turbulent wurde es, als Philipp Rapp in der Nachspielzeit auf 3:4 verkürzte und Bad Boll noch einmal alles nach vorne werfen wollte. Dazu kam es aber nicht mehr, weil Schiedsrichterin Silke Adelsberger kurz danach Innenverteidiger Fabian Ammon die Rote Karte unter die Nase hielt. Sie hatte ein Ausschlagen Ammons nach hinten gesehen. Diese Sicht hatte Adelsberger vor 100 Zuschauern auf dem neuen Bad Boller Kunstrasenplatz ziemlich exklusiv und brachte damit die Gastgeber endgültig gegen sich auf, nicht zuletzt, weil der Neuzugang zum Saisonstart in zwei Wochen gesperrt fehlen dürfte. Das Schiedsrichtergespann hatte bereits während der neunzig Minuten zuvor bei einigen Abseitsentscheidungen noch Probleme mit der richtigen Abstimmung offenbart. So erkannte Adelsberger kurz vor der Pause einen abgefälschten Schuss zum 1:2 an, obwohl der Assistent die Fahne gehoben hatte. Auch Referees müssen sich eben vor einer neuen Saison erst wieder einspielen. Vor dem 1:4 prallte zudem ein Befreiungsschlag unglücklich von der Schiedsrichterin ab und brachte Leinfelden-Echterdingen damit wieder ins Spiel.

„Der Sieg für Calcio ist natürlich verdient, aber die Art und Weise, wie die Gegentore heute gefallen sind, war doch teilweise sehr unglücklich für uns“, fasste Bad Bolls neuer Trainer Manuel Doll zusammen. Positiv fand er, dass seine Mannschaft „bei diesen Temperaturen am Ende noch einmal zurückgekommen ist.“

Doll musste auf den angeschlagenen Anastasios Kivotidis verzichten, der nur auf der Bank saß, außerdem fehlten die Urlauber Felix Lache, Alex Persch, Devid Philipp, Toni Maticevic und Sebastian Aust. Die Rekonvaleszenten Daniel Zuljevic und Eric Llanes Ona konnte Doll immerhin für 30 Minuten einwechseln: „Beide sind erst seit kurzem schmerzfrei und machen Zusatzschichten im Training“, erklärt der Trainer. Zufrieden war er trotz des Pokal-Aus auch damit, wie seine Mannschaft das vorgegebene Thema Spielaufbau umgesetzt habe. „Man hat gesehen, dass unsere Arbeit Früchte getragen hat und wir Lösungsmöglichkeiten schaffen konnten, auch wenn der Gegner uns teilweise mit drei Mann angelaufen hat“, erklärte Doll. Das Team sei insgesamt zusammengewachsen und zeige einen guten Geist.

Bad Boll: Wolf – H. Aust, Rapp, Ammon, Hartmann, Jux (72. Damanti), Falzone (60. Zuljevic), Augst (66. Traballano), Sat (54. Llanes Ona), M. Aust, Pradler.
Tore: 1:0 Matthias Aust (6.), 1:1 Joas (31.), 1:2 Saglam (42.), 1:3 Capar (48.), 1:4 Carfagna (68.), 2:4 Matthias Aust (85.), 3:4 Rapp (90.+2).

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