Göppingen / tre

„Diese Woche hängt uns das 1:6 nach, aber wir geben im Training deshalb noch mehr Gas und wollen für uns, den Verein und die Fans Wiedergutmachung betreiben. Wenn wir gegen Ravensburg gewinnen und auch in den Partien bis Ostern gut auftreten, ist solch ein Ergebnis schnell wieder vergessen und fällt unter die Kategorie ‚einmaliger Ausrutscher‘“, fügt der SV-Innenverteidiger hinzu, stellt aber auch heraus, dass die 90 Minuten in Freiberg Spuren hinterlassen haben: „Nach einem 1:6 kann man nicht zur Tagesordnung übergehen.“

Der 27-Jährige, der 2017 vom CfR Pforzheim an die Hohenstaufenstraße wechselte, berichtet von einer „bedrückten Stimmung“ im Mannschaftsbus, „wir Spieler haben natürlich auch untereinander diskutiert“. Beim Auftakt der Trainingswoche habe Gianni Coveli die Begegnung analysiert und Revue passieren lassen, wie der Göppinger Übungsleiter das immer handhabe. Mägerle, der in Freiberg gemeinsam mit Marvin Leonhardt die Innenverteidigung bildete, sah von jedem einzelnen Akteur „eine schlechte Leistung und damit war auch die Mannschaftsleistung schlecht“. Die Rot-Schwarzen brachten nicht die nötige Mentalität auf den Platz und agierten taktisch undiszipliniert.

Freiberg sieht der Rechtsfuß als spielerisch beste Mannschaft der Oberliga-Spitzengruppe, weshalb er dem Team von Ramon Gehrmann zutraut, die Stuttgarter Kickers noch von Rang eins zu verdrängen: „Die Kickers haben zwar ein Punkte-Polster und sind der haushohe Favorit, aber Freiberg traue ich die Meisterschaft zu. Die Kickers müssen bei den Spitzenteams noch auswärts ran“, begründet Mägerle und zählt neben Freiberg und den Kickers auch den FSV 08 Bissingen und den Bahlinger SC zu den Kandidaten auf die ersten beiden Plätze im Schlussklassement. Ein Wörtchen mitreden in diesem Meisterschaftsrennen wollte auch der morgige Gegner, doch der FV Ravensburg lieferte eine enttäuschende Hinrunde ab. Im neuen Jahr läuft es für die Elf von Ex-Profi Steffen Wohlfarth wesentlich besser, zuletzt gab es drei Siege und zwei Unentschieden. „Ravensburg ist ein robustes Team mit drei, vier Riesen drin. In der Offensive haben sie ein gutes Passspiel, sie sind eine Hausnummer in der Oberliga“, charakterisiert Mägerle den Kontrahenten, doch im eigenen Stadion „sind wir stark und wollen drei Punkte holen“.

Mägerle, der an der Uni Stuttgart technische BWL studiert, hat alle Prüfungen hinter sich und ist in den kommenden Monaten mit der abschließenden Master-Arbeit beschäftigt. „Einerseits ist das Studium eine schöne Zeit, andererseits freue ich mich auf die nächsten Schritte“, äußert er, wobei die berufliche wie auch die sportliche Zukunft offen ist, denn sein Vertrag läuft aus. „Ich fühle mich wohl beim Sportverein, bin aber für alles offen“, erläutert er den aktuellen Stand, der ganz wesentlich vom künftigen Job abhängt – und dieser steht noch in den Sternen: „Ich will keinen Vertrag unterschreiben, den ich dann nach zwei, drei Monaten berufsbedingt wieder auflösen muss. Bei mir existieren also noch viele Fragezeichen“, so Mägerle, der in der Nähe der Mercedes- Benz-Arena wohnt und hofft, dass den Roten der Klassenerhalt gelingt: „Der VfB gehört einfach in die Bundesliga.“