Göppingen / tr

Neben Torhüter Kevin Rombach rückten Gent Cerimi, Michael Wende, Nebih Kadrija und Marc Mägerle neu in die Mannschaft, die gegen die Hausherren in einem defensiven 5-3-2 angeordnet war.

Doch die Göppinger wurden im Freiberger Angriffswirbel zu Statisten degradiert, die dem Gehrmann-Team bei den sehenswerten Ballstafetten nur zuschauen konnten. Bereits in der zweiten Minute verwertete Latifovic eine Flanke, voraus ging einer von zahlreichen schönen Spielzügen über die rechte Außenbahn. Bereits nach zehn Minuten stellte Coveli auf Viererkette um und zog Cerimi ins defensive Mittelfeld, doch dies bremste entfesselt aufspielende Freiberger nicht.

„Solch ein spielstarkes Team darf man nicht spielen lassen. Wir haben Freiberg zu viel Zeit und Raum gestattet“, konstatierte Kapitän Pavlos Osipidis und bemängelte fehlende Aggressivität bei den Seinen: „Die Basics haben gefehlt, wir waren zu passiv.“

Freiberg war den Rot-Schwarzen gedanklich immer einen Schritt voraus. Die Gastgeber konnten beinahe ungestört kombinieren und erspielten sich auf dem Kunstrasen, auf dem sich SGV-Coach Ramon Gehrmann spielerische Vorteile erwartete, viele Chancen. Beim 2:0 gewann Patrick Fossi einen Zweikampf und passte auf den freistehenden Marcel Sökler, der von der Strafraumgrenze traf (21.).

Sturmpartner Spetim Muzliukaj staubte im Anschluss an eine Ecke ab und sorgte kurz vor dem Pausenpfiff für die Entscheidung (44.). Das Sturm-Duo sorgte auch für die weiteren Treffer: Mit einem Doppelschlag stellte Sökler auf 5:0, beiden Toren gingen einfache Ballverluste voraus. Beim 4:0 legte Latifovic vor SV-Keeper Rombach quer, beim 5:0 ging Sökler nach einem Konter von der Mittellinie auf und davon und verwandelte sicher.

Danach nahmen die Gastgeber das Tempo raus und die Begegnung plätscherte vor sich hin, mit einem Gewaltschuss aus 25 Metern erzielte Kevin Dicklhuber den Ehrentreffer. Nicht nur in der Defensive war Göppingen diesmal ohne Zugriff, auch nach vorne gelang fast nichts und die Bälle wurden schnell wieder hergegeben. Den Schlusspunkt setzte Muzliukaj, als er eine Braun-Flanke einköpfte (81.). Das 1:6 kommt schon einem Debakel gleich, doch eigentlich war der Sportverein noch gut bedient, denn bei einer konsequenten Chancenverwertung hätte das Ergebnis wohl auch zweistellig werden können.

Osipidis gab insbesondere zu denken, dass die Partie im Vorjahr einen ähnlichen Verlauf nahm: „Es kommt ja vor, dass mal gar nichts gelingt. Aber letzte Saison war es hier ähnlich und zweimal darf so etwas einfach nicht passieren. Im Endeffekt war es eine Katastrophe“, so der Rechtsverteidiger, der nach vorne blickte: „Wir müssen das schnell abhaken.“ Doch die nächsten Aufgaben werden nicht einfacher, denn mit dem wiedererstarkten FV Ravensburg und dem FC 08 Villingen warten weitere starke Gegner. Eine gute Nachricht gab es indes doch für die SV-Fans: Die Achillessehnen-OP bei Innen­verteidiger Tobias Clauß verlief nach Plan. Andreas Böhringer

SGV Freiberg: Bromma – Gentner, Fausel, Rohr, Schimmel (57. Marotta), Latifovic (69. Müller), Zagaria (69. Ferati), Fossi (55. Tasdelen), Braun, Sökler, Muzliukaj.

SV Göppingen: Rombach – Leonhardt, Mägerle, Cerimi, Loser (88. Frenz), Kotiukov (33. Renner), Schwarz, Osipidis, Dicklhuber, Wende (55. Copppola), Kadrija (46. Ziesche).

SR: List (Stuttgart).

Tore: 1:0 Latifovic, 2:0/4:0/5:0 Sökler (21., 53., 54.), 3:0/6:1 Muzliukaj (44., 81.), 5:1 Dicklhuber (59.).

Zuschauer: 350.