Göppingen / re

Es war im Juni 2014, als sich die Wege des Göppinger Sportvereins und von Germania Friedrichs­tal erstmals kreuzten. In der Oberliga-Aufstiegsrunde standen sich die Klubs gegenüber. Nach zwei umkämpften Partien setzte sich der Klub vor den Toren Karlsruhes durch (1:1 in Göppingen, 2:0 in Friedrichstal).

„Das waren ausgeglichene Begegnungen, aber insgesamt ist Friedrichstal verdient aufgestiegen“, erinnert sich Daniel Budak und weiß noch um die große personelle Not, die bei seinem SV Göppingen damals herrschte: „In den Wochen zuvor hatten wir acht, neun Leute im Training. Wir haben das letzte Aufgebot zusammengekratzt. Das war unser Hauptproblem.“ Budak war seinerzeit Assistent von Fußball-Lehrer Norbert Stippel, mit Kevin Rombach, Tobias Clauß, Gent Cerimi, Domenic Brück, Chris Loser und Isaac Houssou standen sechs Akteure auf dem Rasen, die auch heute noch zum Aufgebot der Rot-Schwarzen zählen, Kapitän Oliver Stierle fehlte damals verletzungsbedingt.

Diese Spieler zählen bei Gianni Coveli, der im Anschluss das Zepter an der Hohenstaufenstraße übernahm, auch heute noch zu den Stützen des Teams – für Budak wenig überraschend, wie er mit einem Lachen festhält: „Wer mal bei uns ist, fühlt sich wohl und will ungern gehen.“

Waren die Gäste vor fünf Jahren das favorisierte Team, so haben sich die sportlichen Vorzeichen gedreht. Während Friedrichstal seitdem wieder ab- und aufstieg und nun erneut den Gang in die Verbandsliga antreten muss, hat sich der Sportverein kontinuierlich weiterentwickelt und sich seit der Rückkehr im Jahr 2016 in der Oberliga etabliert. „Wir sind hochzufrieden“, lautet denn auch Budaks Saison-Fazit.

Der Co-Trainer kann die Mannschaft für die gezeigten Leistungen deshalb nur loben: „Ich muss den Jungs ein Riesenkompliment machen. Wir hatten mit Verletzungen viel Pech, wichtige Leute wie Stierle, Botta oder Tobias Clauß fehlten lange. Es ist überragend, wie wir diese Ausfälle kompensiert haben, Hut ab.“

Der 35-Jährige erwartet von seinen Schützlingen nochmals vollen Einsatz. „Wir wollen in der Tabelle so weit oben wie möglich landen. Das ist auch Werbung für den Sportverein. Friedrichstal ist eine Pflichtaufgabe, dennoch wollen wir sie nicht unterschätzen“, erklärt das Göppinger Urgestein und blickt auf das Saison-Finale, das seine Farben zum Bahlinger SC (Donnerstag, 30. Mai, 15 Uhr) führt, der dann die Meisterschaft feiern könnte. Für Budak sind die abschließenden 90 Minuten deshalb nochmals „ein Highlight“.

Dass nicht die Stuttgarter Kickers ganz oben im Klassement landen, käme für den früheren Stürmer einer Sensation gleich. Bei drei Punkten Vorsprung und dem um 13 Treffer besseren Torverhältnis kann Bahlingen mit einem Sieg beim SV Oberachern den Titel bereits am Samstag so gut wie perfekt machen. Die Stuttgarter Kickers treten zeitgleich zum Vergleich beim SSV Reutlingen an, dieses Prestige- Duell sorgte im Hinspiel für die Oberliga-Rekordkulisse von 6350 Fans. Andreas Böhringer