Fußball Tor wirft Team aus der Bahn

Max Pradler setzt sich kraftvoll durch. Der 25-jährige Neuzugang erzielte den Führungstreffer des TSV Bad Boll.
Max Pradler setzt sich kraftvoll durch. Der 25-jährige Neuzugang erzielte den Führungstreffer des TSV Bad Boll. © Foto: Cornelius Nickisch
Bad Boll / Markus Munz 10.09.2018

Es fühlt sich eher wie eine Niederlage an“, fasste Matthias Seidl, Co-Trainer des Fußball-Landesligisten TSV Bad Boll, die Gemütslage nach dem 1:1 (1:0) im Heimspiel am Samstagnachmittag gegen den TSV Weilheim zusammen. Zu dürftig war vor 300 Zuschauern im Erlengarten die eigene ­Darbietung insbesondere in der zweiten Hälfte. „Das ist schade, weil wir unter der Woche im ­Training ­eigentlich gut gearbeitet haben“, haderte Seidl, „wir kriegen es aber im Moment nicht auf den Platz.“

Benjamin Geiger, bis kurz vor Ende der vergangenen Spielzeit noch bei den Gastgebern auf der Bank, hatte seine Weilheimer nach der 1:6-Klatsche der Vorwoche erwartungsgemäß sehr defensiv eingestellt. Der TSV Bad Boll fand dagegen lange Zeit keine Mittel, ehe in der 42. Minute Max Pradler nach schöner Kopfballverlängerung von Daniel Zuljevic das 1:0 gelang. „Unsere erste Halbzeit war noch stark“, fand der Torschütze, „das war auch schon in den vorherigen Spielen so, nur können wir uns davon am Ende nichts kaufen.“

Kurz vor dem Halbzeitpfiff benötigte der TSV Bad Boll viel Glück. Nach einem Abpraller von Torhüter Felix Lache traf Weilheims Matteo-Pio Stefania völlig überhastet das leere Tor nicht. So gingen die Gastgeber mit der knappen Führung im Rücken in die Kabine und wollten damit in der zweiten Halbzeit „ruhig weiterspielen, bis der TSV Weilheim sich löst“, erklärte Seidl.

Aus diesem Plan wurde nichts, weil Lache in der 57. Minute mit einem Aussetzer den Gästen zum Ausgleich verhalf. Der Torhüter ließ eine harmlose Flanke vor die Füße von Stefania fallen, der dieses Mal das Tor gar nicht verfehlen konnte und nur noch zum 1:1 einschieben musste.

Auch Rapp hat es erwischt

„Das Gegentor hat uns aus der Bahn geworfen, danach ging bei uns nicht mehr viel“, bemerkte Pradler. „Man hat die Verunsicherung bei uns gemerkt, was nach zuvor drei Niederlagen auch ein Stück weit verständlich ist. Die Köpfe sind nicht frei“, bestätigte Seidl, „die ständigen Verletzungen und damit verbundenen Umstellungen während des Spiels bringen zusätzlich Unruhe rein.“ Unmittelbar vor dem Ausgleich hatte sich mit Philipp Rapp ein weiterer Abwehrspieler verletzt.

In der Verfassung vom Samstag werden es beide Mannschaften in dieser Landesliga-Saison schwer haben. Offensiv kam man hüben wie drüben bestenfalls über Ansätze nicht hinaus. Die beste Chance des zweiten Durchgangs hatte noch der mutiger werdende TSV Weilheim, aber Lache verhinderte per Fußabwehr gegen Daniel Dominkovic bei einem Konter Schlimmeres (70.).

„Wir hätten heute hier vielleicht sogar dreckig gewinnen können, profitieren aber auch von einem Fehler, deshalb denke ich, dass es unterm Strich ein gerechtes Unentschieden war“, meinte Benjamin Geiger an alter Wirkungsstätte. Die Gelb-Rote Karte gegen Weilheims Can Yilmaz (90.) fiel am Ende nicht mehr ins Gewicht.

TSV Bad Boll: Lache – H. Aust, Rapp (57. Traballano), Hartmann, Jux, Falzone, Augst (73. Maticevic), Persch, Sat (64. M. Aust), ­Pradler, Zuljevic.

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