Tim Schraml wird Freiburger

ANDREAS BÖHRINGER 30.05.2012
Der Weggang von Tim Schraml ist ein herber Verlust für Verbandsligist Sportverein Göppingen. Doch für den 19-Jährige könnte der Wechsel zum SC Freiburg der Startschuss für eine Profikarriere sein.

Er ist Balleroberer, Spieleröffner, Taktgeber und Torjäger zugleich - Tim Schraml ist beim SV Göppingen eigentlich unverzichtbar. Doch Trainer Mike Krannich muss kommende Saison ohne Schraml auskommen, denn der defensive Mittelfeldspieler vollzieht den nächsten Entwicklungsschritt seiner Karriere und wechselt zum SC Freiburg. Beim Bundesligisten ist Schraml zunächst für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Süd eingeplant, die vielen SCF-Profis als Durchgangsstation diente.

"Den ersten Kontakt gab es beim Länderturnier der WFV-Auswahl. Ich wurde von Robert Piller, einem Scout der Freiburger, angesprochen. Er hat sich für mich eingesetzt und im Februar absolvierte ich ein dreitägiges Probetraining in Freiburg", vollzieht Schraml den Ablauf des Wechsels nach. In Freiburg wird der 19-Jährige, der seine fußballerischen Wurzeln beim FC Donzdorf hat und über die Stationen SC Geislingen und VfB Stuttgart nach Göppingen kam, sein Glück als Profifußballer suchen. Dafür wird Schraml, der in Kürze die Fachhochschulreife besitzt, seine Ausbildung oder ein Studium zunächst hintenan stellen. "Ich muss diese Chance nutzen, wenn ich sie erhalte", ist für den großgewachsenen Defensiv-Allrounder klar, der von SCF-II-Coach Xaver Zembrod für die Innenverteidigung vorgesehen ist.

Bevor sich die Freiburger zur Verpflichtung entschlossen, spielte Schraml Anfang April nochmals vor und nahm eine Woche am Training der Freiburger teil. Nunmehr steht fest, dass er einen Zweijahres-Vertrag plus einjähriger Option signieren wird. Die letzten Transferdetails zwischen den Vereinen werden zurzeit festgezurrt. Am 25. Juni wird Schraml mit seinen Mitspielern in die Vorbereitung auf die Saison 2012/13 starten, in der Freiburg in der neu zusammengestellten Regionalliga Süd antritt. "In der Vorbereitung werden wir zweimal pro Tag trainieren, während der Saison ein- oder zweimal. Das ist Vollprofitum und das Ausbildungsniveau hat die gleiche Höhe wie beim VfB", zieht Schraml Vergleiche zwischen den baden-württembergischen Rivalen.

Ob es in Freiburg für den Sprung in den Erstliga-Kader reicht, hängt von vielen Dingen ab, nicht zuletzt vom nötigen Glück. "Es ist in Freiburg regelmäßig der Fall, dass Spieler der Zweiten oben mittrainieren dürfen. Etwa, wenn es Verletzte gibt oder man gute Leistungen in der Regionalliga bringt", weiß Schraml, die Durchlässigkeit von Jugend über zweite Mannschaft zu den Profis ist bei kaum einem Erstligisten so ausgeprägt wie beim Schwarzwald-Klub. Sollte es für den 15-maligen Verbandsliga-Torschützen in Freiburg nicht zum Bundesligaspieler reichen, kann die hervorragende fußballerische Ausbildung als Sprungbrett dienen, um bei Vereinen wie Drittligist FC Heidenheim aktiv zu werden, erklärt Schraml.

Seine Zeit in Göppingen will er nicht missen. "Es hat mich sportlich weiter gebracht. Beim VfB erhielt ich in der A-Jugend kaum Spielpraxis, ohne die das Selbstvertrauen fehlt. Hier habe ich meine Spielanteile bekommen und konnte mich weiterentwickeln. Insgesamt bin ich froh, hierher gekommen zu sein." Tim Schraml war in den eineinhalb Jahren unterm Hohenstaufen ein integraler Part im rot-schwarzen Erfolgsteam, das einen vierten und dritten Rang im Endklassement feierte. Dieser wichtige Mosaikstein bricht aus dem Gefüge heraus und muss ersetzt werden - keine einfache Aufgabe für den künftigen Sportdirektor Uli Haug.

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