Spielleiter Sportverein vor Auswärtspremiere

Engagiert sich viele Stunden für den Neu-Oberligisten SV Göppingen: Spielleiter Ingo Miede.
Engagiert sich viele Stunden für den Neu-Oberligisten SV Göppingen: Spielleiter Ingo Miede. © Foto: Staufenpress
ANDREAS BÖHRINGER 12.08.2016
Mit dem Auftakt in der Fußball-Oberliga waren die Hauptaufgaben für die Vereins-Verantwortlichen um Spielleiter Ingo Miede erledigt - doch die Arbeit geht nicht aus.

 „Eine Sommerpause war nicht vorhanden“, sagt Ingo Miede über die stressigen Wochen zwischen Relegation und Saisonstart. Nicht nur auf dem Rasen wurde mit dem Oberliga-Aufstieg Neuland betreten, sondern auch organisatorisch mussten viele Dinge neu geordnet werden – hier war und ist der Spielleiter des Göppinger Sportvereins stark gefordert. Das Gros der Arbeit wird dabei von Miede und Michael Böhringer aufgefangen: „Micha und ich arbeiten im Schnitt mindestens zehn Stunden pro Woche für den Verein, die Spieltage sind da noch nicht mitgerechnet“, berichtet der 50-Jährige und zählt einige laufende Projekte auf.

„Zunächst einmal wollen wir ständig die Rasenqualität im Stadion verbessern“, versuchen die Ehrenamtlichen die Wünsche von Übungsleiter Gianni Coveli so gut wie möglich umzusetzen. Zur besseren Rasenpflege wurden kürzlich 12.000 Euro in die Anschaffung eines selbstfahrenden Rasenmäher-Roboters investiert. Doch auch um das Grün herum werden die Veränderungen bald sichtbar sein. Die Optik im VIP-Bereich soll verbessert und dazu ein neues Zelt  errichtet werden. Einige Meter weiter sind die Umbauarbeiten im Funktionsgebäude in vollem Gange.

„Hier entstehen zwei weitere Kabinen und ein neues Büro“, wird sich laut Miede die Kabinensituation für die vielen Mannschaften entspannen. Nachdem die Stadt Göppingen die Zusage für ein neues Tribünen-Dach gegeben hat, steht auf dem kompletten Vereinsgelände zeitnah Wlan zur Verfügung: „Das erleichtert die Arbeit für die Presse und wird sicherlich auch unsere Fans erfreuen“, äußert die gute Seele der Rot-Schwarzen und lobt darüber hinaus die Marketing-Abteilung: „Die geben auf verschiedenen Ebenen mächtig Gas. Die Anstrengungen sind gegenüber der Verbandsliga nochmals deutlich gestiegen.“ Dieses große Engagement zahlt sich aus, kann der SV-Spielleiter mit Freude berichten, „der Zuspruch der Sponsoren ist  deutlich gestiegen. Wir bestreiten die Oberliga auf einer sehr soliden finanziellen Basis.“

An der Hohenstaufenstraße wird in diesem Spieljahr hauptsächlich um 14  Uhr gespielt: „Wir gehen damit der Bundesliga aus dem Weg und anschließend  können die Fußballfans direkt ins Klubhaus sitzen und die Bundesliga im TV verfolgen“, so der Anhänger des VfB Stuttgart. Der  Aufwand für die Auftritte im heimischen Stadion hat sich im Vergleich drastisch erhöht. „Wir benötigen jetzt ungefähr zehn Mann mehr, um ein Heimspiel in der Oberliga organisatorisch stemmen zu können“, gibt Miede Einblick in die internen Abläufe und betont: „Das wird alles ehrenamtlich gemacht.“ Unter anderem sind vom WFV mehr Ordner  vorgeschrieben. „Wir müssen mindestens 15 geschulte Ordner stellen.  Hierfür ist eine Ordner-Schulung von zweimal acht Stunden nötig“,  desweiteren dürfen Getränke nicht mehr in Flaschen verkauft werden und  für Hochrisiko-Spiele wie gegen den SSV Reutlingen oder den Karlsruher  SC II ist neben der Abstimmung mit der Polizei ein privater  Sicherheitsdienst vorgeschrieben.

„Es ist eine große Herausforderung.  Das Abenteuer hat begonnen“, fasst Miede treffend zusammen, hält aber  explizit fest, dass jeder im Verein hinter der Oberliga steht. „Man muss Ziele haben. Unseres war die Oberliga und das haben wir erreicht. Das nächste Ziel heißt drin bleiben“, nimmt er wieder Bezug auf den sportlichen Sektor. Beim 1:1-Remis gegen Bissingen hatte das „Mädchen für alles“ nach getaner Arbeit im Kassenhäuschen den zweiten Durchgang gesehen, „da war die Leistung in Ordnung“, meint der ehemalige Torhüter, der sich auf die insgesamt zwölfstündige Tour am  Samstag zum Bahlinger SC freut: „Bei Auswärtsspielen habe ich nichts zu tun. Deshalb ist das für mich ein Ausflug mit 90 Minuten Anspannung  dazwischen.“

Beim Regionalliga-Absteiger, der nunmehr vom ehemaligen Profi Zlatan Bajramovic trainiert wird, ist der Sportverein krasser Außenseiter. Im  Kaiserstuhl-Stadion fehlen weiterhin Domenico Botta, Nebih Kadrija und Franco Petruso sowie Patrick Warth, der studienbedingt vier Wochen in den USA weilt.

Info: Mitfahrgelegenheit im Teambus, Abfahrt 10 Uhr am SV-Stadion.

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