Fußball Sportverein möchte den Aufwind nutzen

Freut sich: Domenico Botta.
Freut sich: Domenico Botta. © Foto: Peter Poller
Göppingen / Andreas Böhringer 31.08.2018
Nach dem Pokaltriumph will der SV Göppingen in der Oberliga nachlegen. Samstag um 14 Uhr gastiert der CfR Pforzheim.

Ein Sieg, ein Unentschieden, eine Niederlage und 4:4 Tore: die Zwischenbilanz des Göppinger Sportvereins liest sich ausgeglichen und ist für Marc Mägerle kein Zufall: „In der Oberliga ist alles ganz eng zusammen, jeder kann jeden schlagen.“ Es sind nur kleine Nuancen, die in vielen Begegnungen den Ausschlag geben – zuletzt waren es Eckbälle, die den Unterschied ausmachten. Kassierte man bei den Kickers noch ein Gegentor nach solch einem ruhenden Ball, gelangen beim 4:2-Pokalerfolg in Ravensburg zwei Treffer, bei denen Torjäger Domenico Botta (Foto: Poller) jeweils goldrichtig stand. „Das Ziel war weiterzukommen. Heute zählte nur das Ergebnis, deshalb wollten wir hinten kompakt stehen und vorne zuschlagen“, erläuterte der Innenverteidiger danach die ausgegebene Marsch­route, die voll aufging: „Das Spiel lief super für uns mit der frühen Führung und bei den Standards waren wir eiskalt.“ So stand zur Pause ein  0:3 auf der Anzeigetafel, obwohl sich die Teams auf Augenhöhe begegneten und den Zuschauern ein gutes und ansehnliches Spiel zeigten, wie beide Trainer betonten.

„Wir haben zweimal nicht gut ausgesehen“, bezieht sich Mägerle auf den Ravensburger Doppelschlag (51./52.) zum 2:3. Die Gastgeber machten viel Druck, die linke Göppinger Seite hatte oft das Nachsehen und zahlreiche Hereingaben kamen vor das SV-Gehäuse, wo Mägerle und Marvin Leonhardt aber eine sehr aufmerksame Innenverteidigung bildeten und die Situationen entschärften. Die schnelle Antwort durch Max Ziesche, der in der 54. Minute zum 2:4 traf, spielte dem Sportverein in die Karten, der fortan wieder geordneter agierte, dabei aber sehr gute Kontermöglichkeiten leichtfertig verschenkte. Es reichte dennoch für einen insgesamt verdienten Einzug in das WFV-Pokal-Achtelfinale, für Mägerle war die Effektivität ausschlaggebend. Diese soll auch am Samstag gezeigt werden, wenn es gegen seinen Ex-Klub CfR Pforzheim geht. „Wir wissen was der CfR spielt. Wir werden 100 Prozent reinhauen und wollen zuhause gewinnen“, blickt der 26-Jährige voraus.

Zum Auftakt saß Mägerle, der vergangene Saison lange mit Pfeifferschem Drüsenfieber ausfiel, überraschenderweise auf der Bank, was von Übungsleiter Gianni Coveli mit der taktischen Ausrichtung begründet wurde. „Das habe ich akzeptiert“, äußert der Rechtsfuß. „Wir haben verschiedene Spielertypen und Systeme, dann ist es vom Gegner abhängig. Es gibt nunmal nicht die eine Stammformation“, so der BWL-Student, der bei den Kickers und in Ravensburg zwei exzellente Leistungen ablieferte und in dieser Form gesetzt sein sollte. In den kommenden Wochen hat er nach der Verletzung von Stammkeeper Kevin Rombach mit Marcel Schleicher einen neuen Hintermann. Für Mägerle kein Problem: „Marcel ist ein vorbildlicher Spieler, der immer konzentriert ist und auch im Training 100 Prozent gibt. Er ist ein super Torwart und keine Schwächung für uns.“

In Ravensburg stand Domenic Brück erstmals wieder im Aufgebot, verletzungsbedingt fehlten Nils Staiger, Isaac Houssou, Nebih Kadrija, Simon Frank und Oliver Stierle. Der Einsatz des Kapitäns (Zeh gebrochen) entscheidet sich kurzfristig, Frank und Kadrija absolvierten in dieser Woche aufgrund muskulärer Probleme reines Lauftraining. Derweil stehen die Rot-Schwarzen vor der Verpflichtung eines Nachwuchstalents: Der aus Waiblingen stammende Enes Cinar spielte bis zuletzt in Österreich bei Austria Lustenau und ist im zentralen Mittelfeld einsetzbar. Gianni Coveli bescheinigt dem 20-Jährigen, der bereits in Göppingen mittrainierte, ein gutes Entwicklungspotenzial. Andreas Böhringer

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel