Fußball Spiel ist jetzt wichtiger als das Bier davor und danach

Hannes Freundorfer zeigt’s an: Drei Punkte sind zu Hause das Ziel.
Hannes Freundorfer zeigt’s an: Drei Punkte sind zu Hause das Ziel. © Foto: Thomas Madel
Stubersheim / Thomas Friedrich 08.09.2018

Nach vier Spielen zehn Punkte und Platz vier in der Kreisliga B Alb, für einen Verein wie den SSC Stubersheim sind solche Werte noch erklärungsbedürftig. Der beste Saisonstart der Klubhistorie hat viel  mit Arbeit und Teamgeist zu tun.

Trainer Hannes Freundorfer hat mit seinem Amtsantritt vor etwas mehr als einem Jahr eine Aufbruchstimmung erzeugt, die sich jetzt auch in Ergebnissen  niederschlägt. Es soll nicht ganz einfach gewesen sein, der jüngsten Mannschaft der Liga die Flausen auszutreiben. Freundorfer hat es geschafft, die Seinen auf das Wesentliche zu fokussieren: die 90 Minuten Fußball am Sonntag. Zuvor hatten sie noch Nebensächliches im Kopf: Einige  junge Spieler „zogen samstags bis in die Puppen um die Häuser“, sagt Freundorfer. Ein Teil der Mannschaft, ergänzt der Trainer, habe sich schon vor dem Anpfiff Gedanken gemacht, „wieviele Kisten Bier man hinterher trinkt“. Jetzt stehen die 90 Minuten Kreisliga-Fußball im Mittelpunkt, und seitdem gewinnt die Mannschaft immer mehr Spiele.

Freundorfer erkennt im Team „ein Umdenken“, die Spieler gehen jetzt viel fokussierter und aggressiver in die Partie. Der neue Trainer hat einen Prozess in Gang gesetzt, der „noch lange nicht am Ende angekommen“ ist. In Stubersheim herrscht Ruhe und Bescheidenheit, der SSC hat „keine so komischen Zielvorstellungen“ wie andere Vereine, lobt Freundorfer. Es geht nicht um markige Sprüche, alle Verantwortlichen des SSC wollen die Entwicklung der jungen Mannschaft immer weiter vorantreiben. Von Aufstieg fabuliert niemand.

Morgen um 15 Uhr kommt Vorjahres-Vize SV Fortuna Ballendorf. Früher wäre es für die Stubersheimer in solchen Partien nur um eine möglichst ehrenvolle Niederlage gegangen, die Erfolge unter Freundorfer haben der Mannschaft ungewohntes Selbstvertrauen gegeben. Mittlerweile, sagt der Coach, sei sie so weit, „Heimspiele grundsätzlich gewinnen zu wollen“ –  auch solche gegen den Tabellenzweiten der Vorsaison. Die aktuelle Tabelle weist den SSC sogar als leichten Favoriten aus: Der Vierte empfängt den Achten.

Der Stubersheimer Trumpf ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Freundorfer hat keine herausragenden Individualisten im Kader und muss sich daher nicht mit Starallüren herumschlagen. Das Team ist nicht abhängig von wenigen Assen und kann dadurch Ausfälle besser kompensieren. Morgen fehlt nur Abwehrchef Michael Wittlinger (Urlaub), das ändert nichts am Ziel Heimsieg. Gelingt der, müssen die Stubersheimer bald die Tabelle ausschneiden, in einen Goldrahmen pressen und im Vereinsheim aufhängen.

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