Fußball-Verbandsliga Später Lohn für Aufwand

Freud und Leid liegen eng zusammen: Im Hintergrund feiern die Heininger das späte Siegtor, vorne muss ein Löchgauer behandelt werden.
Freud und Leid liegen eng zusammen: Im Hintergrund feiern die Heininger das späte Siegtor, vorne muss ein Löchgauer behandelt werden. © Foto: Cornelius Nickisch
Heiningen / Von Markus Munz 03.09.2018

Bis zur 88. Minute lief im Verbandsliga-Spiel zwischen dem FC Heiningen und dem FV Löchgau alles auf ein torloses Unentschieden hinaus. Zwingende Chancen gab es vor 150 Zuschauern nur wenige. Die hatten die Gastgeber nach Standards, wie bei einem Kopfball von Dominik Mader (59.), oder mit einem Fernschuss von Benjamin Kern, der den Außenpfosten streifte (78.). Dann schlug Andre Kriks einen langen Ball Richtung Gästetor. Torhüter Markus Brasch lief aus seinem Strafraum heraus und ging gemeinsam mit seinem Kapitän Simon Herbst und FCH-Angreifer Lennart Zaglauer zum Ball. Das Trio sprang hoch, Brasch räumte seinen Abwehrchef ab, die beiden Löchgauer gingen zu Boden, das Spielgerät kullerte ins Tor und Zaglauer drehte jubelnd ab.

„Augen zu und durch“, mit diesem Motto habe er sich in den Dreikampf geworfen und den Ball mit dem Kopf erwischt, bestätigte der 25-Jährige. „Das ist geil für einen Stürmer, wenn er sich und die Mannschaft für den Aufwand noch belohnt“, freute sich Zaglauer. Für den Neuzugang aus Weilheim war es der Premierentreffer im Heininger Trikot und das goldene Tor zum zweiten Sieg im dritten Saisonspiel. Dieser sei verdient, weil man wenig zugelassen habe, findet Zaglauer: „Als Aufsteiger ist es zunächst wichtig für uns, die Null zu halten. Heute konnten wir auch das i-Tüpfelchen noch draufsetzen.“

Das Tor hat der Stürmer erzwungen, und das freut Trainer Denis Egger besonders: „Er geht dem Ball hinterher und wirft sich rein. Das hat heute jeder meiner Spieler auf seiner Position wieder getan.“ Beide Teams agierten taktisch diszipliniert und ließen dem Gegner bei dessen Spielaufbau nur wenig Raum. „Ich glaube, ein Unentschieden wäre gerecht gewesen, aber um hier etwas mitzunehmen, dürfen wir uns nicht solche individuellen Fehler wie beim Gegentor erlauben“, haderte Löchgaus Thomas Herbst. Sein Torhüter hätte bei der Aktion besser im Kasten bleiben sollen, sagte der Trainer. Er sah ein Spiel „mit vielen guten Zweikämpfen, auch wir hatten unsere Möglichkeiten. Direkt vor der Halbzeit müssen wir in Führung gehen.“ Diese einzige brenzlige Situation vor Marius Funk überstand der FC Heiningen schadlos.

„Ich habe in der Halbzeit gesagt, dass wir in der Endzone noch mutiger sein dürfen, ohne unsere Struktur gegen den Ball zu verlieren“, erklärte FCH-Coach Egger, der auch ohne den Lucky Punch mit dem Spiel nicht unzufrieden gewesen wäre. Vorne agierte sein Team variabel mit vielen Positionswechseln, für die defensive Struktur hat Egger mit der Rückkehr von Pietro Maglio nun eine weitere ordnende Hand als Alternative. „Hinten wird die Basis für den Erfolg geschaffen“, betonte der Coach und grüßt mit dem Aufsteiger nach drei Spieltagen von der Tabellenspitze der Verbandsliga.

FC Heiningen: Funk – Lissner (63. Hölzli), Mader, Reichert, Lopes Silva, D’Onofrio (63. Kriks), Klack (69. Maglio), Kern, Gromer (87. Gümüssu), Tausch, Zaglauer.

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