Fussball Siege verstärken die Gier auf Siege

Grund zum Feiern haben die Kuchener derzeit reichlich. Heute beim SC wartet aber eine harte Prüfung auf den Primus.
Grund zum Feiern haben die Kuchener derzeit reichlich. Heute beim SC wartet aber eine harte Prüfung auf den Primus. © Foto: Schwabenpress
Geislingen / Thomas Friedrich 03.12.2016

Die einen kommen mit dem Hochgefühl von acht Siegen in Serie, die anderen warten mit Frust. Der SC Geislingen II hat nach dem 2:4 in Ottenbach seinen Rückstand auf den Relegationsplatz in der Kreisliga A 3 auf zehn Punkte erhöht. Heute um 14.30 Uhr geht’s gegen Tabellenführer FTSV Kuchen schon um die letzte Chance, oben anzugreifen.

„Wenn wir gewinnen, sind es nur noch acht“, rechnet SC-Trainer Naim Ponik vor. Sollte der Tabellenzweite Eschenbach patzen, könnte der SC den Rückstand auf einen Aufstiegsplatz sogar noch weiter verkürzen. Zehn Zähler Abstand ändern noch lange nichts, „ich begrabe meine Ziele nie“, verrät Ponik. Zumindest so lange nicht wie sie rechnerisch noch erreichbar sind. Von seinem Team erwartet der Trainer jetzt, „so lange wie möglich Druck auf die Tabellenspitze“ auszuüben. Ponik „will immer das Maximale“. Ob das in dieser Saison noch Rang eins sein kann, bezweifelt er selbst. Am Ende sollen sich die Seinen „zwischen Platz zwei und vier“ einordnen. Für den Titel komme nur ein Team in Frage, glaubt Ponik: der heutige Gegner.

Der freut sich, „als Tabellenführer dort hinzufahren“, sagt Trainer Martin Braunmiller. Noch mehr freute es die Kuchener, wenn sie das Eybacher Tal auch als Spitzenreiter verließen. Dazu müssen die Seinen „richtig gute Lösungen finden“ gegen eine Mannschaft, die „genauso heiß ist wie wir“. Acht Siege in Folge verbreitern das Heck ungemein, Braunmillers Bewertung der jüngsten Partie klingt fast wie eine Drohung an die Konkurrenz: Gegen den TV Deggingen habe der FTSV „eines seiner schwächeren Spiele“ gezeigt. Wer selbst die weniger gelungenen Auftritte 4:1 gewinnt, gegen den müssen sich alle warm anziehen.

An die letzte Pleite können sich die Kuchener kaum noch erinnern, an die vorletzte denkt der SC gerne zurück. Im August gewannen die Geislinger im Ankenstadion 2:1, und in den eigenen vier Wänden sind sie sogar „eine absolute Macht“, sagt Naim Ponik. Im Eybacher Tal hat der SC bis auf ein 2:5 gegen Eschenbach alle Spiele meist souverän gewonnen. Für Braunmiller spielt das 1:3 aus dem Hinspiel keinerlei Rolle mehr, weil sein Team seitdem „viel dazugelernt“ hat.

Ponik freut sich über eine „tolle Hinrunde“, die seinen Schützlingen ohne Anleihe aus dem Landesliga-Kader „doch keiner zugetraut“ habe. Außer dem Trainer selbst, sonst hätte der nicht noch höhere Ziele postuliert.

Da er alle Spieler an Bord hat, kommt Ponik auch heute ohne Verstärkung aus der Landesliga aus. Braunmiller bangt um die angeschlagenen Patrick Wühle und Lukas Lallemand. Lukas Sannwald fehlt sicher, trotzdem sieht der Coach keinen Grund zur Klage: „Wir haben genug gute Leute“. Die wird er heute auch brauchen.

Bei Eybach „läuft’s halt“

Noch einen Sieg mehr als Kuchen hat der TV Eybach aneinandergereiht. 24 Punkte aus acht Spielen beförderten den TVE vom Tabellenende auf Rang zwei. Selbst Trainer Gunter Ruff weiß die Erfolge nicht so recht zu erklären. „Es läuft halt“,, sagt er. Seine technisch starke und eingespielte Mannschaft hat im Vergleich zum Vorjahr „jetzt das nötige Glück“ und sich zudem in der Deckung erheblich gesteigert. Die Eybacher machen „hinten keine so krassen Fehler mehr“ wie in der vergangenen Saison. Mit elf Gegentoren aus 13 Spielen stellt der TVE plötzlich die beste Abwehr der Kreisliga B 7.

Morgen um 14 Uhr im Heimspiel gegen den GSV Dürnau II hat die Mannschaft noch eine Rechnung zu begleichen. Im Hinspiel fehlte dem TVE jegliches Glück. Die Seinen, erinnert sich Ruff, waren Ende August „haushoch überlegen und hätten 7:0 führen müssen“. Sie trafen aber nur einmal und kassierten in den letzten fünf Minuten noch zwei Gegentore.

Trotz der makellosen Serie lehnen sich die Eybacher noch nicht aus dem Fenster und halten am ursprünglichen Saisonziel fest. Sie wollen nur „die Vorderen ärgern“, sagt Ruff. Das gelang den Seinen bislang so gut, dass sie jetzt selbst zu den Vorderen gehören. Morgen müssen sie neben Marvin Störzer auch auf Robert Funk verzichten, den sein Trainer zu „einem der besten Mittelfeldspieler der Liga“ adelt. Gegen den Tabellenachten wollen es die Kollegen auch ohne ihn richten, um auf einem Aufstiegsplatz zu überwintern.