Fußball SC Geislingen: Schwachstellen kosten Zählbares

Lukas Strehles Miene versinnbildlicht die Stimmungslage beim SC.

Frank Höhmann

Beim 1:3 (0:2) im heimischen Stadion gegen Tabellenführer TSG Hofherrnweiler-Unterrombach bekamen die Landesliga-Fußballer des SC Geislingen ihre Grenzen aufgezeigt. Allerdings musste der Spitzenreiter vor 200 Zuschauern im Eybacher Tal keine Glanzleistung abrufen, um sich die drei Punkte zu sichern. Das Team von Trainer Markus Schweizer offenbarte zu viele Schwachstellen und wurde dem designierten Meister nicht gefährlich.

Schwachstelle eins: Die verbliebenen Leistungsträger wie Kapitän Nicola Orlando, Pascal Volk, Yasin Ceküc oder Uwe Grupp riefen ihr Potenzial nicht ab. Schwachstelle zwei: Nach ruhenden Bällen brennt es im Geislinger Strafraum seit Wochen lichterloh. „Wir haben klar vereinbart, wer bei Ecken wen zustellt. Und trotzdem kommt Johannes Rief total frei zum Kopfball. Er muss nicht mal hinspurten, gar nix machen, er steht nur da“, kritisiert Schweizer.

Nach dem durch den Ex-Geislinger erzielten 0:2 (44.) war die Partie für den SC bereits nach einer Hälfte gelaufen. Schwachstelle drei: Nach vorne ging fast nichts. Der SC verzeichnete in 90 Minuten keine Ecke. Hofherrnweilers Torhüter Denis Burkert bekam so gut wie nichts zu tun. Allerdings wurde auch Jonas Pangerl auf der Gegenseite kaum zu einer Parade gezwungen.

Ein sehenswerter Angriff in der 35. Minute reichte den ausgebufften Gästen zur Führung. Daniel Serejo tankte sich auf dem rechten Flügel durch, passte in die Mitte zu Daniel Rembold, der mühelos einschob. Der in der Winterpause vom Oberligisten Gmünd gekommene Serejo war vom SC nie auszuschalten.

„Dass Hofherrnweiler individuell besser besetzt ist, wussten wir. Dann musst du aber erst recht eine Schippe drauflegen und viel mehr investieren, als wir es getan haben“, klagt Schweizer. „Vor allem, wenn es quasi die letzte Chance auf Rang zwei ist.“

Die Seinen präsentierten sich jedoch 80 Minuten lang viel zu schüchtern. Erst in den letzten zehn Minuten legten sie ihre Scheu ab. Heraus sprangen zwei Chancen durch einen Kopfball von Ibrahim Mohammed und einen Distanzschuss von Yannick Ruther. Der Anschlusstreffer resultierte aus einem Handelfmeter. Verantwortung übernahm der eingewechselte Sezer Güler, der sicher verwandelte und der Begegnung noch etwas Spannung verlieh (87.), ehe Pius Kuhn in der vierten Minute der Nachspielzeit alles klarmachte.

„Das war insgesamt zu wenig. Wir sind zu spät aufgewacht“, sagte Schweizer. Der Zug zu Rang zwei ist nun wohl abgefahren. „Jetzt haben wir eine Ehrenrunde gegen die anderen Topteams“, stöhnte Spielleiter Steffen Speidel. Die gefällt weder den Spielern noch den Fans, auch wenn der SC auf hohem Niveau jammert. Doch die Schwachstellen, die in der Rückrunde nicht nur gegen Hofherrnweiler auftraten, reichen einfach nicht zu mehr. So freute sich Gästecoach Benjamin Bilger über einen „verdienten Sieg“, den sein Team ausgiebig feierte. „In Geislingen macht es immer Spaß zu spielen. Dort herrscht eine tolle Atmosphäre.“ Die wird er in der neuen Saison vermissen. Zum Aufstieg in die Verbandsliga fehlen seinem Team nur noch zwei Siege. Vielleicht führt der WFV-Pokal ja beide in der neuen Spielzeit zusammen.

SC Geislingen: Pangerl – Feldmeier (78. Mohammed), Heinzmann, Schöll, Bäumel, Grupp (46. Strehle), Orlando, Ceküc, Sönmez (66. Güler), Volk (66. Ruther), Mädel.