Fußball Pokalschreck erwartet die Spatzen

Blick zurück: Im Mai 2017 erzielte Marcel Schmidts (rechts) noch Tore für den Göppinger Sportverein in der Oberliga, bevor der SSV Ulm 1846 den talentierten Fußballer aus Gammelshausen an die Donau lockte.
Blick zurück: Im Mai 2017 erzielte Marcel Schmidts (rechts) noch Tore für den Göppinger Sportverein in der Oberliga, bevor der SSV Ulm 1846 den talentierten Fußballer aus Gammelshausen an die Donau lockte. © Foto: Cornelius Nickisch
Eislingen / Markus Munz 28.08.2018
Mit der Mannschaft des Regionalligisten SSV Ulm 1846 kommt am Mittwoch Marcel Schmidts zu seinem früheren Verein FC Eislingen.

Sechs Jahre lang hat Marcel Schmidts in der Jugend das Trikot des FC Eislingen getragen. Über die Stationen FC Heiningen und Göppinger SV führte sein Weg 2017 zum SSV Ulm 1846. Am Mittwoch um 17.15 Uhr kehrt der Gammelshausener mit den Ulmer DFB-Pokalhelden für neunzig Minuten zu seinem alten Verein zurück. „Das ist für mich persönlich ein schönes Los“, bestätigt Schmidts, „ich schaue noch öfter beim FC zu und habe viele gute Erinnerungen an das Stadion.“

In Eislingen freut man sich auf ein Fußball-Fest vor möglichst vollem Haus. Das Traumlos gegen die „Spatzen“ hat sich der Kreisligist, der mit Trainer Thomas Scheuring und einer runderneuerten Mannschaft direkt wieder aufsteigen will, durch zwei Siege über die Landesligisten Bonlanden und Oberensingen ermöglicht. Der SSV Ulm 1846 ist Titelverteidiger im WFV-Pokal, zog als solcher in den DFB-Pokal ein und hat dort vor zwei Wochen mit dem 2:1-Sieg über Eintracht Frankfurt für die Sensation der ersten Runde gesorgt. Beide Ereignisse hat Marcel Schmidts aktiv miterlebt. „Es war schön für den Verein und die Stadt, nach vielen Jahren wieder den Pokal zu holen. Dort dabei zu sein, war einmalig“, berichtet der 24-Jährige. Beim Finale im Stuttgarter Gazi-Stadion stand er im Mai in der Startelf von Trainer Tobias Flitsch. Gegen Frankfurt wechselte ihn der neue Ulmer Trainer Holger Bachthaler nach 62 Minuten auf der linken Abwehrseite ein. „Das war das Highlight meiner Karriere“, bestätigt Schmidts, „dieser Tag ist kaum in Worte zu fassen. Dafür spielt man Fußball, solche Siege vergisst man nicht so schnell.“

Nach 23 Regionalliga-Einsätzen in der Vorsaison kämpft der schnelle Allrounder aktuell um den Anschluss im Kader des früheren Bundesligisten. Eine Schulterverletzung während der Saisonvorbereitung warf ihn zurück. „Das war natürlich ein sehr ärgerlicher Zeitpunkt, ich konnte mich nicht zeigen“, erklärt Schmidts, „umso mehr hat mich die Einsatzzeit im DFB-Pokal gefreut. Ich muss mich jetzt erst einmal hinten anstellen und mich anbieten, bis meine Chance kommt.“ In Eislingen dürfte Trainer Holger Bachthaler rotieren, insofern können sich die Zuschauer und auch Schmidts selbst Hoffnungen auf einen Einsatz an alter Wirkungsstätte machen. „Wir nehmen das Spiel nicht auf die leichte Schulter und gehen es ganz normal an“, meint er trotz des Klassenunterschieds, „wir wollen Normalform zeigen, dann packen wir das auch.“ Denn nur ein erneuter WFV-Pokal-Sieg macht in der Zukunft weitere Festtage wie gegen Eintracht Frankfurt erst möglich.

Info In der Pause des Pokalspiels treten die Precious Dancers von der Abteilung Hip-Hop des TV Uhingen auf, als Einlaufkids sind Kinder aus allen D-Jugend- Teams des FC Eislingen dabei.

Oberliga-Duelle vor genau 40 Jahren

Rückblick Es ist nicht das erste Pflichtspiel, das Mannschaften des SSV Ulm 1846 und des FC Eislingen am Mittwoch bestreiten. Vor genau 40 Jahren gehörten beide Vereine zu den Gründungsmitgliedern der Oberliga Baden- Württemberg. Sie waren in der Liga tonangebend, zusammen mit dem SV Göppingen. Am Ende  wurde Ulm nach der Mammut-Saison mit 38 Spielen mit 51:25 Punkten Meister vor Göppingen und dem FCE, die die Runde mit 47:29 Punkten abschlossen. Dank besserer Tordifferenz – 59:37 gegenüber 86:66 – wurde Göppingen Zweiter. Sein Heimspiel gegen Ulm gewann der  FCE in der Saison 1978/79  mit 2:1, im Donaustadion gab es ein torloses Remis. Pr.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel