Fußball Ohne Leitwolf fehlt dem Sportverein der Mut

Der Sportverein völlig am Boden: Kevin Dicklhuber vergräbt sein Gesicht nach dem 3:4 gegen Freiberg auf eigenem Platz im Göppinger Rasen. Die Elf von Trainer Gianni Coveli ist seit nunmehr fünf Spielen ohne Sieg.
Der Sportverein völlig am Boden: Kevin Dicklhuber vergräbt sein Gesicht nach dem 3:4 gegen Freiberg auf eigenem Platz im Göppinger Rasen. Die Elf von Trainer Gianni Coveli ist seit nunmehr fünf Spielen ohne Sieg. © Foto: Peter Poller
MARKUS MUNZ 18.09.2017
Eine 3:4-Heimniederlage gegen den SGV Freiberg nach einer 2:0-Führung müssen die Göppinger Oberliga-Kicker in dieser Woche verarbeiten.

Durch das 3:4 (2:0) im Oberliga-Heimspiel gegen den SGV Freiberg ist beim Göppinger Sportverein die Anfangseuphorie des guten Saisonstarts erst einmal verflogen. Nach vier Gegentoren in einer Halbzeit und einer ­hergeschenkten 2:0-Führung ­wartet der Sportverein nunmehr seit fünf Spielen auf den nächsten Sieg.

Das verletzungsbedingte Ausscheiden von Leitwolf Oliver Stierle wegen Rückenproblemen passte ins Bild. Der Kapitän verletzte sich im Zweikampf vor dem Freiberger Anschlusstreffer und musste kurz darauf vom Feld. „Da hätte der Schiedsrichter auch Foul pfeifen können“, meinte Trainer Gianni Coveli, sparte aber die eigenen Unzulänglichkeiten seiner Mannen nicht aus. Bei dem harmlosen langen Ball waren sich nämlich Stierle, Nebenmann Kotiukov und Torhüter Rombach nicht einig, so dass der nachsetzende Kutlu zum 2:1 treffen konnte (50.).

Mit dem Abgang von Stierle schien seine Mitspieler auf einen Schlag jeglicher Mut verlassen zu haben. Jeweils nach einfachen hohen Bällen in den Strafraum drehte Freibergs Marcel Sökler die Partie binnen einer Viertelstunde zum 2:3. „Da haben wir nach dem Motto „Nimm ihn du, ich hab ihn sicher“ verteidigt, und jedes Mal kommt der Freiberger an den Ball“, schimpfte Coveli, „das waren keine spielerischen Fehler, sondern einfach zu wenig ­Kommunikation. Die Tore wären einfach zu klären gewesen. Das hat uns natürlich total runter­ge­zogen.“

Längst vergessen war zu diesem Zeitpunkt die eigene 2:0-Führung nach ordentlicher Anfangsphase. Kevin Dicklhuber hatte schon nach dreißig Sekunden die Latte getroffen. Dabei leisteten die mäßig in die Saison gestarteten Gäste dem Sportverein nach dessen enttäuschendem Auftritt in Oberachern noch Aufbauhilfe. Gentner brachte Osipidis im Strafraum plump zu Fall, Dicklhuber verwandelte den klaren Elfmeter (14.). Drei Minuten später wurde Oubeyapwa am Sechzehner gelegt, obwohl die Aktion schon geklärt schien. Kadrija zirkelte den Freistoß aus zentraler Position über die Mauer ins Tor. Gegen Ende der ersten Halbzeit deutete sich aber bereits an, dass sich der Sportverein im Verwalten der Führung immer schwerer tat. „Trotzdem war die Chance aufs 3:0 da, dann wäre das Thema durchgewesen“, haderte Gianni Coveli.

Stattdessen musste der Sportverein Göppingen dem 2:3 hinterherlaufen. Die beste Ausgleichschance hatte der zuvor eingewechselte Maximilian Ziesche per Kopfball, bei dem Freibergs Keeper Bromma jedoch eine tolle Reaktion auf der Linie zeigte (78.). Sökler machte bei einem Konter fünf Minuten vor Schluss seinen Hattrick komplett und den Deckel für Freiberg drauf. Dicklhuber gelang nur noch der Anschlusstreffer.

SV Göppingen: Rombach – Stöppler, Stierle (55. Ziesche), Kotiukov, Osipidis (78. Houssou), Schwarz, Brück, Dicklhuber, Oubeyapwa, Kadrija (78. Loser), Ubabuike (60. Staiger).
SGV Freiberg: Bromma – Gentner, Zagaria, Pischorn, Nagel (46. Öztürk), Kienast, Fossi (83. Bauscher), Kutlu, Kröner, Tasdelen (46. Marotta), Sökler (86. Pollex).
SR: Daniel Leyhr (Reutlingen).
Tore: 1:0 Dicklhuber (14./Foulelfmeter), 2:0 Kadrija (17.), 2:1 Kutlu (50.), 2:2, 2:3, 2:4 Sökler (56., 64., 85.), 3:4 Dicklhuber (90.).
Zuschauer: 400.

Der Blick auf die anderen Plätze

Vier Oberligateams mussten Heimniederlagen einstecken. Unter ihnen war auch der Göppinger Sportverein, der nach dem 3:4 gegen Freiberg zwar Elfter bleibt, aber nur noch einen Punkt von der erweiterten Abstiegszone entfernt ist. Noch überraschender kommt die Niederlage der ambitionierten Ravensburger gegen Spielberg. Dass die TSG Balingen beim bisher vor ihr platzierten FC Villingen gewinnt, war auch nicht unbedingt zu erwarten. Genau so trifft dies auf das badische Derby zu, das der CfR Pforzheim beim Karlsruher SC II mit 1:0 gewann. Den letzten Platz konnte Weinheim durch den ersten Saisonsieg im Kurpfalz- Derby gegen Sandhausen II verlassen.

Kevin Rombach ist die Nummer eins

Sportverein Vier Mal musste Kevin Rombach bei seiner Rückkehr ins Göppinger Tor gegen Freiberg den Ball aus dem Netz holen. Bei der 0:2-Niederlage in Oberachern vor Wochenfrist hatte Marcel Schleicher, zweiter Torhüter im Kader des Oberligisten, eine Bewährungschance erhalten – zur Überraschung mancher Beobachter. „Das war mit Kevin Rombach so abgesprochen, der Wechsel erfolgte nicht aus Leistungsgründen“, erklärte Trainer Coveli jetzt und bestätigte: „Kevo ist unsere Nummer eins.“ mu

Themen in diesem Artikel