Fußball-WM Niederlage ist kein Beinbruch

Kreis Göppingen / Wolfgang Karczewski 19.06.2018
Trotz der 0:1-Pleite gegen Mexiko ist der Elf von Joachim Löw noch einiges zuzutrauen, meinen Experten aus der Region.

Die meisten Fans rieben sich verwundert die Augen ob der schwachen Vorstellung der deutschen Nationalmannschaft bei der 0:1-Auftaktniederlage bei der Fußball-WM in Russland gegen die mexikanische Auswahl. Nicht so Rainer Veit. „Für mich war das nicht verwunderlich“, sagt der Vorsitzende des Bezirks Neckar/Fils, „es ist doch seit geraumer Zeit Sand im Getriebe. Von den letzten sechs Spielen hat die Mannschaft nur eins gewonnen.“

Veit ist dennoch überzeugt davon, dass das Team von Joachim Löw die Vorrunde übersteht. „Jeder weiß, dass Deutschland eine Turniermannschaft ist. Jetzt muss das Team halt die nächsten beiden Spiele gewinnen. Ich bin mal gespannt, wie vor allem die jungen Spieler mit dem Druck umgehen können.“ Da bei allen Favoriten die Motoren stottern, könnte sich in diesem Jahr ein Außenseiter durchsetzen, glaubt Veit. Auf einen Namen wollte sich der Bezirksvorsitzende nicht festlegen.

Auch Gianni Coveli, der Trainer des Oberligisten SV Göppingen, rechnet mit einem Überraschungs-Weltmeister. „Vielleicht schafft es ja Belgien. Diese Mannschaft hat Potenzial“, ist er überzeugt. Von der Leistung der deutschen Auswahl gegen Mexiko war auch der Göppinger Übungsleiter enttäuscht. „Der Ball wurde viel zu oft quergeschoben. Erst mit der Einwechslung von Marco Reus wurde das deutsche Spiel gefährlicher“, meint Coveli.

Trotz des schwachen Auftritts gegen Mexiko sei der deutschen Elf nach wie vor alles zuzutrauen, auch der Titelgewinn. „Ein holpriger Start ist kein K.o.-Kriterium. Alles steht und fällt mit einem Sieg gegen Schweden“, so Coveli. Gegen die Skandinavier bestreitet Deutschland am Samstag um 20 Uhr sein zweites Vorrundenspiel.

Auch Frank Hoyer, Leiter der Staffeln A 3 und B 9 im Fußballbezirk, war vom ersten Auftritt der DFB-Elf enttäuscht. „Das war sehr durchwachsen. Wenn das so weitergeht, ist die Mannschaft schneller daheim als sie denkt. Das war einfach zu wenig“, sagt Hoyer. Der Staffelleiter vermutet, dass die Diskussionen um das Treffen der beiden Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in London unmittelbar vor der WM die Mannschaft belastet haben. Trotzdem traut Hoyer der Elf um Kapitän Manuel Neuer den Einzug ins Halbfinale zu, wenn sich das Team steigert. „Andere Favoriten haben bislang auch keine Bäume ausgerissen“, stellt er fest. Den Weltmeister-Titel traut Hoyer am ehesten den Brasilianern zu, weil sie spielerisch am besten sind. „Aber vielleicht wird’s auch ein Außenseiter.“

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